Paul Claudius von BlockState: „Wir haben den Anspruch, Innovationen nicht nur in der digitalen Parallelwelt zu denken“

Quelle: BlockState

Paul Claudius von BlockState: „Wir haben den Anspruch, Innovationen nicht nur in der digitalen Parallelwelt zu denken“

Mitte der Woche kündigte BlockState an, einen der weltweit ersten Equity Token Offerings (ETO) auf der Neufund-Plattform durchzuführen – BTC-ECHO berichtete. Anders als die meisten ICOs sollen ETOs es Investoren ermöglichen, wirkliche Unternehmensanteile in Form von Token zu erwerben. Wir haben mit Paul Claudius, Mitgründer und Geschäftsführer von BlockState, gesprochen, um zu erfahren, warum sich BlockState für einen ETO entschieden hat und wie BlockState Produkte entwickeln will, die die Brücke zwischen Blockchain und klassischer Finanzwelt schlagen.

BlockState ist eines der ersten Unternehmen, das über Neufund einen Equity Token herausgibt – was hat euch zu dieser Finanzierungsform bewogen?

Wir haben bei BlockState den Anspruch, Innovationen nicht nur in der digitalen Parallelwelt zu denken, sondern immer auch den Bereich Legal Compliance sicherzustellen. Für diesen Anspruch ist ein ICO in Deutschland ungeeignet, da die regulatorischen Bestimmungen hier gegenwärtig noch viel zu unscharf sind. Abgesehen von der Rechtssicherheit macht ein Utility Token auch nur bei Projekten Sinn, wo dieser ein notwendiger Teil des Produktes ist. Beim ETO steht die tatsächliche Investorenpartizipation im Vordergrund, vergleichbar mit einem Angel und VC Investment oder dem Kauf einer Aktie. Verglichen mit einem klassischen Public Listing, bei dem die Hürden enorm hoch sind und der Marktzugang schwierig ist, wird mit dem Equity Token Offering über Neufund ein Public Listing sehr viel einfacher möglich. Equity Tokens sind somit ein perfektes Beispiel für ein digitalisiertes Finanzinstrument und bieten im Gegensatz zu Angel und VC Investments die Möglichkeit, seine Anteile am Markt zu verkaufen.

Die allermeisten Blockchain-Startups setzen bislang auf ICOs – Welche Vorteile hat es für eure Investoren, dass BlockState auf einen ETO anstatt auf einen ICO setzt?

Für Investoren bietet ein ETO neben der Rechtssicherheit eine Menge Vorteile, denn anders als bei ICOs partizipieren Investoren bei uns über Dividenden am Erfolg des Unternehmens und haben, da sie echte Anteile halten, volle Mitsprache- und Partizipationsrechte.

Auf eurer Website ist zu lesen, dass BlockState Brücken zwischen dem traditionellen Finanzsektor und der Krypto-Ökonomie bauen will – Was genau können wir uns darunter vorstellen?

Wir wollen mit unseren Produkten die Effizienzgewinne der Blockchain-Technologie mit den Compliance-Anforderungen der klassischen Finanzwelt zusammenbringen und so eine Brücke bauen. Unsere Mission ist es nicht, Banken abzuschaffen und sie durch eine regulatorisch evasive Lösung zu ersetzen. Wir dürfen nicht vergessen: Die klassische Finanzwelt hat auch eine Menge Vorteile. Wenn ich mein Passwort für meinen Online-Banking-Account verliere, dann habe ich einen Ansprechpartner, der mir hilft, das wiederherzustellen. Mittelsmänner sind unserer Ansicht nach daher nicht per se überflüssig, vor allem dann nicht, wenn sie für eine gewisse Sicherheit sorgen. Gleichzeitig ist meine Erfahrung aus dem Banking, dass die Strukturen dort häufig noch aus den Achtzigern stammen.

Ihr plant, Investments in Kryptowährungen für institutionelle Investoren möglich zu machen – Wie genau soll das funktionieren?

Bislang ist es für institutionelle Investoren aus regulatorischen Gründen kaum möglich, am Kryptowährungsmarkt zu partizipieren – das wollen wir ändern. Wir werden noch in diesem Jahr ein Index-Produkt auf den Markt bringen, dass die 15 größten Kryptowährungen abbildet. Dieses Index-Produkt wird nicht nur für private Investoren, sondern auch für institutionelle Anleger verfügbar sein, da es deren regulatorische Anforderungen erfüllt.

Wie löst ihr die regulatorischen Probleme, mit denen viele Unternehmen, die an Kryptofonds arbeiten, derzeit zu kämpfen haben?

Eines der größten Probleme bei Kryptofonds ist ein sauber auditierbares Pricing. Für Bitcoin und Ethereum gibt es durch den Future-Markt inzwischen konsolidierte Preise. Für andere Kryptowährungen, insbesondere jenseits der Top 10, ist dies jedoch nicht der Fall. Hier setzen wir an und stellen zunächst mal ein transparentes Pricing sicher. Ein anderes Problem liegt im Aufbau der Produkte: Bislang sind diese Produkte primär für vermögende Privatkunden verfügbar, da sie regulatorisch nicht mit den Anforderungen institutioneller Investoren konform gehen. Unsere Produkte werden hingegen die UCITS- und PRIIP-Kriterien erfüllen und sind dadurch an Börsen handelbar und auch für institutionelle Investoren zur Diversifizierung geeignet.

BTC-ECHO

Blockchain- & Fintech-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In unserer Jobbörse findet Ihr aktuelle Stellenanzeigen von Blockchain- & Fintech-Unternehmen.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Nimiq-Mitgründer Philipp von Styp-Rekowsky im Interview: „Ursprünglich sollte es genauso viele NIM wie BTC geben“
Nimiq-Mitgründer Philipp von Styp-Rekowsky im Interview: „Ursprünglich sollte es genauso viele NIM wie BTC geben“
Altcoins

Das Krypto-Projekt Nimiq, das von sich selbst behauptet, nah am Bitcoin-Ideal zu sein, möchte das Versenden von Token via Browser besonders unkompliziert machen.

Smart Ledgers und Autonomous Agents auf der Blockchain – Troels Frimodt Rønnow von Fetch.AI im Interview
Smart Ledgers und Autonomous Agents auf der Blockchain – Troels Frimodt Rønnow von Fetch.AI im Interview
Interview

Das Projekt Fetch.AI beschreibt sich selbst als dezentrale digitale Welt.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Bitcoin, Ethereum und Ripple – Kursanalyse KW21 – Seitwärts auf hohem Niveau
    Bitcoin, Ethereum und Ripple – Kursanalyse KW21 – Seitwärts auf hohem Niveau
    Kursanalyse

    Die letzten Tage wurde seitens den drei Top-Coins dazu genutzt, den Anstieg in den vergangenen Wochen zu verdauen.

    Bitcoin-Börse Kraken geht auf Investorenjagd
    Bitcoin-Börse Kraken geht auf Investorenjagd
    Unternehmen

    Die Bitcoin-Börse Kraken hat einen Verkauf von Unternehmensanteilen gestartet. Die Anteile können indes online erworben werden.

    Ethereums Zukunft: Foundation veröffentlicht Roadmap
    Ethereums Zukunft: Foundation veröffentlicht Roadmap
    Ethereum

    Während sich der Ether-Kurs tapfer über der 250-US-Dollar-Marke hält, gibt sich die Ethereum Foundation alle Mühe, das eigene Ökosystem weiterzuentwickeln.

    Was uns der Bitcoin Pizza Day über Geld verrät
    Was uns der Bitcoin Pizza Day über Geld verrät
    Bitcoin

    Als Laszlo Hanyecz am 22. Mai 2010 zwei Pizzen kaufte und diese mit Bitcoin bezahlte, ahnte er noch nicht, dass er damit in die Geschichte einging.

    Angesagt

    Erfolgreicher Startschuss für Finledger – Deutsche Banken testen Schuldschein-Plattform
    Blockchain

    Ein Zusammenschluss der Helaba, DekaBank, dwpbank und der DZ Bank verkündet in dieser Woche den erfolgreichen ersten Test seiner Blockchain-Plattform Finledger. 

    „Undiskutable Fakten“: Bitcoin-Börse Bitfinex zeigt New Yorker Staatsanwaltschaft den Mittelfinger
    Regulierung

    Die Skandal-Bitcoin-Börse Bitfinex sowie die mit ihnen verbandelte Tether Limited wehren sich gegen die aktuelle Anklage der New Yorker Staatsanwaltschaft.

    Die Linke will Bitcoin verbieten – wieso das nicht gelingen wird
    Kommentar

    Die Partei Die Linke will nach Inhalt des Wahlprogramms zur Europawahl Bitcoin verbieten.

    Ein Plädoyer für die Hodl-Mentalität: Bitcoin ist ein Wertspeicher – und das ist gut so
    Bitcoin

    Kritiker der Kryptowährung Nr. 1 werfen ihr häufig mangelnde Nutzbarkeit vor.

    ×

    Happy Bitcoin Pizzaday

    25% Rabatt auf alle Shop-Produkte

    Gutscheincode: PIZZA

    Der Kryptokompass Mai 19

    Aktuelle Ausgabe inkl. STO Guide kostenlos testen

    NEU: Aktuelle Mai Ausgabe gratis testen inkl. STO-Guide