Nutzerdaten auf der Blockchain – Facebook-CEO Mark Zuckerberg spricht über Pro und Kontra

Brigitte Bernhardt

von Brigitte Bernhardt

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Brigitte Bernhardt

Brigitte Bernhardt hat Architektur studiert, PR und Redaktion gelernt und arbeitet als Fachautorin für verschiedene Medien. In die Kryptowelt ist sie 2017 eingetaucht und war vom ersten Moment fasziniert – von der Technik, von der Idee, den Menschen die Kontrolle über das eigene Geld zu geben und von den Möglichkeiten, die Kryptowährungen und Blockchain für unsere Welt bedeuten.

Quelle: Shutterstock

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg diskutierte in einem Interview mit Harvard-Professor Jonathan Zittrain den Einsatz von Blockchain im Internet. Ein Thema war der Umgang mit den persönlichen Daten der Nutzer. Dabei wurde deutlich, dass die dezentrale Datenspeicherung Vor- und Nachteile mit sich bringt.

Mark Zuckerberg gibt regelmäßig zu Beginn eines Jahres öffentlich bekannt, welchen Herausforderungen oder Themen er sich verstärkt widmen wird. 2019 sind es für ihn die Zukunftstechnologien, das Internet und ihr Einfluss auf die Gesellschaft. Am 20. Februar traf er sich mit Jonathan Zittrain, Professor für internationales Recht in Harvard. Zuckerberg stellte sich mehr als zwei Stunden lang den Fragen zu Datenaustausch und Privatsphäre, Verschlüsselung, dezentralen Diensten sowie der Bekämpfung von Falschinformationen.

Einfach und sicher surfen auf der Blockchain?

Die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie beschäftigen Facebook schon länger, wie BTC-ECHO bereits berichtet hat. Konkret ging es in dem Seminar an der Harvard Law School unter anderem um die Freigabe von Nutzerdaten beim Surfen im Internet. Die Möglichkeit, Daten dezentral zu speichern, wurde von beiden Gesprächspartnern kritisch betrachtet.

Derzeit können sich Nutzer mittels Facebook Connect schnell und unkompliziert bei anderen Webdiensten anmelden. Das sogenannte Single-Sign-On-Verfahren verkürzt den Registrierungsprozess bzw. das Einloggen erheblich: „Möchten Sie sich mit Ihrem FB-Konto anmelden?“ lautet die Frage und mit einem Klick erhält man Zugang zur Seite des Drittanbieters. Viele Internetbesucher nutzen diese Option, die es auch von anderen Unternehmen gibt, etwa Google+ oder Twitter.

Eine Verwendung von Blockchain, an der ich potenziell interessiert bin, betrifft die Authentifizierung und die Möglichkeit, verschiedenen Diensten Zugriff auf [Nutzer-] Informationen zu gewähren,


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erklärte der Facebook-Chef.

Umgang mit Nutzerdaten als gesellschaftliche Frage

Im Gespräch mit Zittrain skizzierte er das Für und Wider der Blockchain-Technologie in diesem Zusammenhang. Dabei ging es weniger darum, wie die technische Umsetzung aussehen könnte. Zuckerberg erklärte dazu, dass er sich noch nicht mit den Details beschäftigt hat. Vielmehr gehe es um philosophische Fragen, die solche Systeme aufwerfen.

So kam die Sprache auch auf den Datenskandal im Jahr 2018. Damals stellten Facebook-Nutzer ihre Daten vermeintlich der Universität Cambridge für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung. Ein Entwickler verkaufte diese jedoch an die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica. Die Rede war von bis zu 87 Millionen geschädigten Facebook-Mitgliedern.

Datenhoheit vs. Datenschutz

Bei einem vollständig dezentralen System würden zwar die Einzelpersonen über ihre Daten souverän bestimmen können. Das Problem sei jedoch die Frage, wie die Menschen wirklich wissen können, dass sie einer Institution die Einwilligung erteilen. Zuckerberg erläuterte, dass es nicht zuletzt sehr viel einfacher sei, größere Unternehmen zu regulieren und zur Rechenschaft zu ziehen.

Eine zentrales Thema der Diskussion war folglich die Frage, ob der Verzicht auf Kontrollinstanzen wirklich dem Wohl der Allgemeinheit dient. Eine blockchainbasierte Authentifizierung bringe definitiv Risiken mit sich, erklärte Zuckerberg:

Ich bin mir sicher, dass wir eine vollständig dezentrale Authentifizierung durchführen könnten, wenn wir wollten. Die Frage ist: Wollen wir das wirklich?

Eine Sichtweise, die auch Zittrain teilt, der sich selbst als ein großer Befürworter der Dezentralisierung bezeichnet. Dieses Kernproblem konnten die beiden Experten nicht lösen, ist das Thema doch zu komplex. Schließlich kommen hier technische, rechtliche, ethische und soziale Komponenten zusammen. Je mehr die Menschen darüber entscheiden können, wo ihre Daten gespeichert werden, desto größer die Gefahr des Datenmissbrauchs. Dies sei grundsätzlich ein großes Dilemma, darin waren sich die Gesprächspartner einig.

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