Northern Trust: US-Finanzgigant öffnet sich für Bitcoin-Hedge-Fonds

Christopher Klee

von Christopher Klee

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Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Quelle: LONDON, UK - JANUARY 30, 2016: Logo or sign for Northern Trust bank on side of office building in Canary Wharf, Docklands, London, England via Shutterstock

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Das traditionsreiche US-Finanzunternehmen Northern Trust expandiert sein Geschäftsfeld im Bereich Blockchain und Kryptowährungen. Die Firma steht aktuell drei Hedge Funds, die ihre Portfolios um Kryptowährungen erweitern wollen, in beratender Funktion zur Seite.  

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Phillip Horch

Vertreter des Großkapitals haben im Bereich der Kryptowährungen bislang eher vorsichtige Schritte getätigt. Obwohl kaum jemand das Potenzial der Blockchain-Technologie in Abrede stellt, muss man konkrete Projekte wie den von Goldman Sachs initiierten Trading Desk für Kryptowährungen bislang noch mit der Lupe suchen. Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Sicherheitsbedenken und mangelnde Regulierung scheinen jedoch das Haupthemmnis für den Einzug von “Big Money” in den Kryptospace zu bilden. Die Abwesenheit institutioneller Investoren gilt als einer der wichtigsten Gründe dafür, dass Kryptowährungen die Mondlandung vorerst versagt bleibt. Doch die Zeichen, dass ein Einstieg des Großkapitals in den Kryptomarkt nur noch eine Frage der Zeit ist, häufen sich.

Beratung dreier “Mainstream-Hedge-Funds”

Mit Northern Trust hat sich nun ein weiterer Finanzgigant öffentlich als blockchainaffin „geoutet“. Wie Executive Vice President Pete Cherecwich dem Finanzmagazin Forbes am 31. Juli verriet, berät sein Unternehmen seit dem ersten Quartal dieses Jahres drei „Mainstream-Hedge-Funds“, die Kryptowährungen in ihre Portfolios aufnehmen möchten. Dazu habe die Firma ihr Angebot von traditionellen Dienstleistungen zur Fondsverwaltung um Services erweitert, die dem neuen Markt der Kryptowährungen Rechnung tragen sollen. Zu diesen zählen unter anderem neue Kontrollstrukturen für die Bekämpfung von Geldwäsche und die Validierung der Existenz von Vermögenswerten.

Blockchainpatente eingereicht

Laut Cherecwich nimmt Northern Trust selbst jedoch derzeit keine direkte Verwahrung von Kryptowährungen vor. Dies sei vorerst auch nicht geplant. Stattdessen ist die Beratung der kryptointeressierten Hedge Fonds Teil der Unternehmensstrategie. Diese zielt darauf ab, dass in Zukunft auch Fiat-Geld über eine Blockchain ausgegeben wird.

“Ich glaube, dass Regierungen letztendlich ihre Währungen digitalisieren und sie wie einen digitalen Token handeln lassen werden […]. Aber der US-Dollar würde immer noch irgendwo in einem Tresor liegen oder von der Regierung gestützt werden”,

sagte Cherecwich im Forbes-Interview. Und legte nach:

“Wir haben nicht nur ein Patent entwickelt, das Identitätsmanagement für das Abwickeln von Transaktionen ermöglicht, sondern die Transaktionen über den Kauf und Verkauf von Wertpapieren hinaus auf Vorstandssitzungen und Abstimmungen ausdehnt.”

Er bezieht sich dabei auf zwei Patente, die Northern Trust bereits im vergangenen Jahr angemeldet hatte. Beide machen Gebrauch von der Blockchain-Technologie. Das erste Patent stammt aus dem Frühjahr 2017. Es beschreibt einen Weg, mittels biometrischer Daten festzustellen, ob ein Kunde die Erlaubnis zur Ausführung eines Auftrages hat. Das zweite Patent wurde Ende letzten Jahres eingereicht. Es widmet sich der Durchführung von Investorenkonferenzen mit Hyperledger Fabric, Ethereum oder Openchain und stützt sich teilweise auf den Identitätsnachweis des ersten Patents.

Wie geht es weiter?

Man darf nun gespannt verfolgen, ob die Hinwendung des Unternehmens zu der Blockchain-Technolgie durch Regulierungsbestrebungen beeinflusst wird. Denn die regulatorischen Unklarheiten brennen derweil nicht nur potenziellen Investoren, sondern auch einem Großteil der Kryptogemeinde unter den Nägeln.

Über die Frage einer Zulassung eines börsengehandelten Fonds (Exchange Traded Fund, ETF) für Bitcoin und Konsorten wird derzeit am prominentesten in den USA diskutiert. Die zuständige Securities and Exchange Commission (SEC) hat zuletzt einen Vorschlag der Winklevoss-Brüder für einen Bitcoin-ETF abgelehnt, der Idee eines börsengehandelten Fonds für Kryptowährungen dabei jedoch keine prinzipielle Absage erteilt. Tatsächlich kann man innerhalb des SEC auch kryptofreundliche Stimmen vernehmen. Deren lauteste stammt dabei von Kommissionsmitglied Hester Pierce. Nachdem sie auf Twitter öffentlich ihren Unmut ob des Urteils in der Causa Winklevoss bekundete, gewann sie innerhalb weniger Tage Tausende neue Follower.

Wenn Northern Trust auch kein Mekka für den Altcoin-Hodler von nebenan wird: Die Aktivität der Firma im Bereich der Kryptowährungen, insbesondere der Blockchain-Technologie, ist Indiz für das wachsende Interesse von Großanlegern an der Materie. Dass sie bereits Patente eingereicht hat und Hedge Fonds (Namen wollte Cherecwich übrigens nicht nennen) in dieser Thematik berät, zeigt, dass sich das Interesse auch schon in konkreten Handlungen niedergeschlagen hat.

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