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Umweltdebatte Michael Saylor verteidigt Bitcoin und Proof of Work

Der Bitcoin-Befürworter Michael Saylor hält Umweltbedenken zum Bitcoin-Mining für Propaganda der Proof-of-Stake-Lobbyisten.

Johannes Macswayed
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Bitcoin-Maximalist Michael Saylor

Beitragsbild: Picture Alliance

| Michael Saylor hält die Debatte um das Proof-of-Work-Verfahren bei Bitcoin für übertrieben.

Michael Saylor, der ehemalige CEO von MicroStrategy und Gründungsmitglied der Bitcoin-Lobbygruppe Bitcoin Mining Council, veröffentlichte einen Brief, in dem er seine Ansichten zu den Umweltbedenken rund um Bitcoin darlegt. Hierin hält er die jüngsten Debatten rund um die Energieintensität des Bitcoin-Minings wenig überraschend für aufgeblasen. Tatsächlich sei die immer wiederkehrende Diskussion seiner Ansicht nach Teil der Lobby-Bemühungen konkurrierender Krypto-Projekte, die auf Proof of Stake basieren.

Proof-of-Work-Verbot

Saylors Brief folgte nur wenige Tage nach der Veröffentlichung eines Berichts der US-Regierung. In diesem nahm man die Klimafolgen der Krypto-Industrie unter die Lupe. Auch ein Verbot des von Bitcoin verwendeten Proof-of-Work-Konsensmechanismus zogen die Verfasser des Berichts aufgrund der hohen Energieintensität in Erwägung. Dem widerspricht Saylor ganz klar.

Für ihn ist Bitcoins Beitrag zum Klimawandel bei globaler Betrachtung nichts weiter als ein “Rundungsfehler”. Ganze “99,92 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen” seien bedingt durch Gebrauch für Industrie und andere Zwecke neben Bitcoin-Mining, erklärt er. Bitcoin sei “weder das Problem, noch die Lösung bei der Reduzierung der Emissionen”.

Recht geben könnte ihm eine Studie des obengenannten Bitcoin-Mining-Rats. Hierin wird dargelegt, dass angeblich knapp 60 Prozent der Energiequellen für das Bitcoin-Mining aus erneuerbaren Energien stamme. Saylor ist sogar der Meinung, dass das Schürfen der digitalen Währung nach dem Proof-of-Work-Verfahren einen Nutzen für die Umwelt bringen könnte. So beispielsweise bei der Nutzung des Minings an Standorten “gestrandeter” Energiequellen, wie Methangas.

Podcast

“Proof-of-Stake-Lobby”

Seine Kritik an die Proof-of-Stake-Verfechter erfolgte nur wenige Stunden vor dem Ethereum Merge, der Umstellung des Konsensmechanismus der zweitgrößten Blockchain im Krypto-Sektor von Proof of Work zu Proof of Stake. Der Brief liest sich an manchen Stellen daher auch als Schelle an die derzeit zweitplatzierte Blockchain.

Die Entwickler und Community rund um Ethereum hatten in den vergangenen Monaten den drastisch reduzierten Energieverbrauch nach der Umstellung betont. Solche passiven Verweise auf die Energieintensität des Bitcoin-Minings betrachtet Saylor als “Guerilla Marketing”. Für ihn ein Versuch der “Krypto-Promoter und Lobbyisten, die Aufmerksamkeit der Politiker, Regulatoren und Öffentlichkeit von der unangenehmen Wahrheit, dass Proof-of-Stake-Krypto-Werte einfach nur unregistrierte Wertpapiere sind, abzulenken”.

Michael Saylor als bekennender Bitcoin-Maximalist wetterte schon des Öfteren gegen Ethereum. Das Projekt sei seiner Meinung nach wegen mangelnder Dezentralität wie ein Wertpapier zu betrachten und müsse entsprechend reguliert werden. Andere Maximalisten, wie Bitcoin-Influencer PlanB, bekannt für sein (bisweilen widerlegtes) Stock-to-Flow-Modell, zeigten sich indes gegenüber des neuen Image Ethereums ebenfalls skeptisch.

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