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Konkurrenz vereint Visa und Mastercard suspendieren russische Banken

Die beiden international bekannten Zahlungsabwickler Visa und Mastercard schließen sich dem Kurs der westlichen Regierungen an und sperren russische Banken. Das trifft vor allem die Bevölkerung.

Marlene Müller
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Mastercard und Visa Karten

Beitragsbild: Shutterstock

“Ich bezahle immer mit meinem Telefon, aber das funktioniert jetzt einfach nicht mehr …, die U-Bahn-Schranken werden von der VTB Bank betrieben. Da diese nun sanktioniert wird, lässt sich weder mit Google Pay noch mit Apple Pay ein U-Bahn-Ticket bezahlen”, berichtet ein Russe gegenüber BBC. Vielen Menschen würde es so gehen, auch das Einkaufen im Laden sei nicht mehr mittels dieser Zahlungsmethoden zu erledigen.

Grund für das Abschalten der Dienste in Russland ist, dass Visa und Mastercard ebenfalls bekannt gaben, die gleichen Banken zu sanktionieren, die bereits zuvor von anderen Zahlungssystemen und Banken blockiert worden waren. Somit ist auch Apple Pay und Google Pay für die Nutzer:innen dieser Banken nicht mehr zu verwenden. Abgesehen davon nehmen jedoch auch immer mehr private Unternehmen ihre Angebote in Russland vom Dienst. (Im Ukraine-Newsticker berichtet BTC-ECHO immer über die aktuellen Ereignisse).

Auch wenn der Marktanteil der beiden amerikanischen Zahlungsdienstleister in den vergangenen Jahren aufgrund eines russischen Unternehmens “Mir” abgenommen hat, machten sie immer noch etwa zwei Drittel des Kreditkartengeschäfts aus.

Visa und Mastercard stellen sich hinter den Regierungs-Kurs

In einer Pressemitteilung vom 1. März 2022 erklärte Visa:

Visa ergreift umgehend Maßnahmen, um die Einhaltung der geltenden Sanktionen zu gewährleisten. Wir sind darauf vorbereitet, weitere Sanktionen umzusetzen, die möglicherweise verhängt werden.

“A message from Visa”, 01. März 2022

Einen Tag zuvor hatte Mastercard bereits seine Unterstützung der Sanktionen zugesagt:

Aufgrund von Sanktionsanordnungen haben wir mehrere Finanzinstitute aus dem Mastercard-Zahlungsnetzwerk ausgeschlossen. Wir werden auch in den kommenden Tagen mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, um unseren Compliance-Verpflichtungen in vollem Umfang nachzukommen.

Mastercard Statement, 28. Februar 2022

Zudem hätten beide Unternehmen jeweils zwei Millionen US-Dollar gespendet. Während Visa einen Großteil an das UNICEF Hilfswerk spendete, sendete Mastercard das Geld an das Rote Kreuz und die NGO Save the Children.

Visa und Mastercard stellen zudem die Infrastrukturen für große Kryptobörsen zur Verfügung. Einige Börsen, wie Kraken oder Coinbase, haben hingegen bekannt gegeben, dass sie ohne gesetzliche Vorgaben keine russischen Konten oder Nutzer:innen von ihren Produkten ausschließen können. Auf Rückfragen, inwiefern Visa und Mastercard den Kryptobörsen die Infrastruktur entziehen könnten, äußerten sich die Unternehmen bislang nicht.

Was macht die russische Bevölkerung nun?

Der russischen Bevölkerung werden mit den Sanktionen von Mastercard und Visa zunehmend die Hände gebunden, ihre alltäglichen Zahlungsgewohnheiten fortzuführen. Somit müssen auch immer mehr Privatpersonen auf die Verwendung von Bargeld zurückgreifen. Doch die Schlangen an den Automaten sind lang. Viele versuchen, ihr Geld in US-Dollar oder Euro auszahlen zu lassen. Medienberichten zufolge sind die Kapazitäten dieser Währungen in Russland jedoch sehr begrenzt. Der Rubel steht nach Aussagen der Regierung auch weiterhin zur Verfügung. Dessen Problem ist nur, dass er aufgrund der weltweiten Sanktionen dramatisch an Wert verliert.

Zugleich scheint es, als würden viele Russ:innen ihr Geld in Kryptowährungen stecken. Insbesondere für die Elite des Landes könnte das eine Möglichkeit sein, ihr Vermögen vor einer Entwertung zu schützen. Wie Glassnode dokumentierte, ist die Anzahl an Adressen mit einem Bitcoin-Vermögen von über 1.000 BTC in den letzten Tagen erheblich angestiegen. Bei einem aktuellen Kurs von etwa 39.000 Euro pro Bitcoin hält jede dieser Adressen fast 40 Millionen Euro beziehungsweise über 4,5 Milliarden russische Rubel.

Glassnode Studie zu BTC Adressen
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