VanEck hat die Vergütungssysteme der zehn größten Krypto-Treasury-Unternehmen untersucht und Metaplanet als einziges Unternehmen in allen vier geprüften Punkten negativ bewertet. Im Zentrum steht die Frage, wie stark Aktionäre durch Aktienoptionen für das Management verwässert werden und ob sie bei solchen Vergütungsplänen überhaupt mitentscheiden können.
Metaplanet hält inzwischen 43.514 Bitcoin und finanziert seine Käufe unter anderem über neue Aktien. Dort liegt das Problem: Mit jeder Kapitalerhöhung wurden bestehende Aktionäre verwässert und der Optionspool für Führungskräfte weiter vergrößert. Innerhalb von zwei Jahren stieg dieser von 46 Millionen auf 319,5 Millionen mögliche Aktien.
Metaplanet fällt bei VanEck durch
VanEck prüfte vier Punkte: die Größe des Optionspools, den Anteil der Führungskräfte daran, mögliche Erweiterungen ohne Zustimmung der Aktionäre und die Frage, ob große Vergaben an konkrete Leistungen geknüpft sind. Metaplanet erfüllte keinen dieser Punkte. Der gesamte Pool entspricht laut VanEck 14,7 Prozent der verwässerten Aktien, bei vergleichbaren Unternehmen liegt der Durchschnitt bei vier Prozent.
Noch deutlicher fällt der Vergleich bei den Führungskräften selbst aus. Sie halten Ansprüche auf 8,2 Prozent der Aktien, bei den anderen untersuchten Unternehmen sind es im Schnitt 0,8 Prozent. Zudem konnten sich die Ansprüche bislang erhöhen, ohne dass die Aktionäre erneut darüber abstimmen mussten.
Das japanische Unternehmen hat auf die Kritik bereits reagiert – im August wurde die Klausel gestrichen, durch die der Pool mit jeder neuen Aktienausgabe weiter anwuchs. Am 11. September folgte eine weitere Kürzung um 41 Prozent auf 188,2 Millionen Aktien. Da Insider bereits 82,8 Millionen Aktien erhalten hatten, könnten noch rund 105,4 Millionen neue Aktien hinzukommen.
Für VanEck reicht das noch nicht: Der Vermögensverwalter fordert unter anderem einen kleineren, von den Aktionären genehmigten Vergütungsplan und Leistungsziele, die stärker an den Bitcoin-Bestand je Aktie gekoppelt sind. Metaplanet bleibt damit trotz der jüngsten Änderungen das einzige der zehn untersuchten Treasury-Unternehmen, das VanEck bei der Vergütung der Führungskräfte als klar problematisch einstuft.
