Wenige Tage vor der nächsten Fed-Sitzung liefert die US-Inflation ein durchwachsenes Bild. Die Verbraucherpreise stiegen im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen damit 3,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die für Anleger interessantere Kerninflation, bei der Energie- und Lebensmittelpreise nicht berücksichtigt werden, nahm um 0,3 Prozent zu und stieg damit etwas stärker als die von den Ökonomen erwarteten 0,2 Prozent. Auf Jahressicht ging die Kerninflationsrate allerdings leicht von 2,5 auf 2,4 Prozent zurück. Bitcoin reagierte darauf zunächst mit einem leichten Rücksetzer auf 76.500 US-Dollar, bevor der BTC-Kurs einen Return hinlegte und auf über 79.000 US-Dollar anzog.
Einen großen Anteil am allgemeinen Preisanstieg hatten erneut die Energiekosten. Der entsprechende Energieindex legte im August abermals um 2,1 Prozent zu, während sich Benzin sogar um 3,9 Prozent verteuerte. Auch die Situation bei den Wohnkosten hat sich nicht wieder entspannen können, denn sie stiegen um weitere 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ein ähnliches Bild zeichnete sich bei den Lebensmitteln ab, wenngleich die Teuerung mit 0,1 Prozent wesentlich geringer ausfiel.
Zinserhöhung rückt vor der Fed-Sitzung näher
Die Veröffentlichung der neuen Inflationsdaten hat auch entsprechenden Einfluss auf die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung am 15. und 16. September. Gleich nach Bekanntgabe der Zahlen stieg die Erwartung einer Erhöhung der Zinsen um 0,25 Basispunkte auf über 87 Prozent.
Für Bitcoin könnte eine weitere Straffung der Geldpolitik weiteren Gegenwind bedeuten, weil höhere Zinsen sichere Anlagen attraktiver machen und Risk-on-Assets wie Kryptowährungen Kapital entziehen. Der Aufschwung von Bitcoin in den Stunden nach der Bekanntgabe deutet darauf hin, dass der Markt aktuell stärker auf die Abschwächung der jährlichen Kernrate reagiert und andere Daten größtenteils schon eingepreist waren.
