Ethereum Classic Update soll 51-Prozent-Attacken erschweren
Alexander Leyde

von Alexander Leyde

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Illsutration des Ethereum-Logos

Quelle: Shutterstock

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Durch ein Update wollen Vitalik Buterin und seine Mitarbeiter die Gefahr von Hacker-Angriffen auf das Netzwerk in den Griff bekommen. Ein Algorithmus soll „ehrliche“ von „verdächtigen“ Block-Vorschlägen unterscheiden können.

Mit einem Update soll Ethereum Classic sicherer werden. Das Modified Exponential Subjective Scoring (Modifizierte exponentiell-subjektive Bewertung: MESS) wird es Hackern erschweren, erfolgreiche 51-Prozent-Attacken durchzuführen. Deutlich mehr Rechenleistung (Hash Rate) müssten sie aufwenden, um bereits „geschürfte“ Blöcke zu ersetzen.

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Ethereum Classic ist eine Plattform, die auf dem Proof-of-Work-Prinzip aufbaut. Der Miner, der mit seiner Rechenleistung den nächsten Block schürft, schickt die Erfolgsmeldung an das gesamte Netzwerk. Alle anderen Miner können leicht überprüfen, ob er dabei die Netzwerk-spezifischen Regeln eingehalten hat. Ist dies der Fall (ergo stimmt die Mehrheit zu), erweitert sich die Blockchain um ebenjenen Block. Bei Ethereum Classic passiert dies alle 13 Sekunden.

Bei einer 51-Prozent-Attacke umgehen Hacker allerdings die Überprüfung durch das Netzwerk, indem sie selbst mehr als die Hälfte der Rechenleistung auf sich vereinen. So sind sie Produzent und Prüfer zugleich, was ihnen einige Möglichkeiten eröffnet. Je mehr Energie in Form von Rechenleistung investieren, desto mehr Blöcke können sie in der Blockchain umschreiben: Bei Ethereum Classic könnten sie bereits getätigte Transaktionen nach Belieben manipulieren. Gerade bei Blockchains mit vielen Minern (und somit einer hohen Hash Rate) ist eine 51-Prozent-Attacke jedoch nahezu aussichtslos.

Ethereum Classic hat Sicherheitsprobleme

Unmöglich ist sie allerdings nicht. In der jüngsten Vergangenheit haben 51-Prozent-Attacken das Netzwerk verhältnismäßig oft geplagt. Isaac Ardis, einer der Hauptentwickler des Netzwerks, glaubt, dass solche Attacken auf jeder Blockchain immer möglich sein werden. Das MESS-Prinzip macht dies nun aber schwerer. Die Reorganisation der zuletzt geschürften Blöcke kann hilfreich sein. Reicht eine Reorganisation allerdings dutzende, hunderte oder gar tausende Blöcke zurück, ist sie auffällig. Wurden Blöcke auf der Ethereum-Classic-Blockchain vor mehr als zehn Minuten erstellt (also liegen sie mehr als 46 Blöcke zurück) greift nun ein Mechanismus.

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Je nach Blockzahl erhöht sich die nötige Rechenleistung um einen Faktor zwischen 1 und 31, damit das Netzwerk die Reorganisation als legitim erachtet. Will ein Hacker also Blöcke verändern, so muss er nun eine deutlich höhere Rechenleistung als vorher aufbringen. Dass sich der Aufwand trotzdem lohnt, wird so immer unwahrscheinlicher.

Kompatibilität mit mehreren Software-Versionen

Für die Implementierung ist keine Hard Fork, also eine Spaltung der Blockchain, nötig. Wenn eine Attacke stattfindet, werden das Update nutzende Miner den Angreifer abweisen. Miner mit alter Version werden dem Angriff allerdings ausgeliefert sein. Die Entwickler von Ethereum Classic gehen jedoch davon aus, dass Hacker nur kurzfristig und opportunistisch handeln. Daher können rechtschaffende Miner der Blockchain später wieder beitreten.

Das Netzwerk ist das „Original“ der im Jahr 2015 von Vitalik Buterin veröffentlichten Blockchain. Nach einem Hacker-Angriff hat sie sich allerdings gespalten: Das heute größere Ethereum ist der Name der jüngeren Blockchain, während auf Ethereum Classic die unveränderte Geschichte des Netzwerks bis zum Anfang rückverfolgbar ist. Wenn Ethereum zum Proof-of-Stake-Prinzip übergeht, so eine weitere Hoffnung, werden einige Miner zum Original kommen. Auch so würde sich die Sicherheit dieser Blockchain erhöhen.

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