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Krieg in der Ukraine Wie Putin (m)einen Albtraum schuf!

Der Krieg in der Ukraine hat Menschen auf der ganzen Welt entsetzt – so auch mich. Ich bange um meine Verwandten und Freunde. Ein Kommentar.

Daniel Hoppmann
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Ukraine-Krieg.

Quelle: picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski; ZUMAPRESS.com | Ukrainian President’s Office

Liebe Leser, mein Name ist Daniel Hoppmann. Ich bin 25 Jahre alt und Redakteur bei BTC-ECHO. Ich bin tief verwurzelt mit der Ukraine. Mein Vater ist Deutscher, meine Mutter stammt aus Charkow in der Ostukraine. Ich habe einen Großteil meiner Kindheit in der Stadt und auf der Krim verbracht. Ich fühle mich als Europäer, meine Verwandten und Freunde dort ebenfalls. Das Land jetzt im Krieg zu sehen, bricht mir das Herz.

Donnerstagmorgen: Mich weckt eine Benachrichtigung auf meinem Handy. Es ist eine Nachricht von meinem Bruder David: “Es gibt erste Gefechte an der Grenze zu Belarus.” Ich schrecke auf. Binnen Sekunden hat sich meine Gefühlswelt um 180 Grad gewandelt. Ich beginne, das Internet nach Informationen zu durchforsten. “Putin genehmigt Militäreinsatz in Ukraine”, schreibt die Tagesschau. An diesem Morgen interessieren mich Märkte, Bitcoin und Kurse recht wenig.

Als ich die ersten Videos in meiner Twitter-Timeline sehe, gefriert mir das Blut in den Adern. Russische Panzer, die über die Straßen der Ukraine rollen. Soldaten, die Ukrainer an Checkpoints kontrollieren. Fluggeschwader, die über Städten in Formation fliegen. Ich sehe, wie Bomben fallen. Ich höre Schüsse, ich sehe Tote.

Plötzlich springt mir ein Video aus Charkow, der Heimatstadt meiner Mutter im Osten der Ukraine, ins Auge. Raketen schlagen in der Stadt ein. Ich versuche, meine Verwandten zu erreichen – keine Reaktion. Ich schreibe einem Freund auf Instagram, erkundige mich nach dessen Wohlbefinden. Es gehe ihm gut, sie seien auf dem Weg raus aus Kiew. Sie wollen nach Czernowitz im Westen der Ukraine. Stadtauswärts seien die Straßen brechend voll, schreibt er. Ich wünsche ihm viel Glück.

In diesem Moment wird mir schmerzlichst bewusst, dass das Land, in dem ich als Kind meine Sommerurlaube bei meinen Großeltern verbracht habe, den Allmachtsfantasien eines Mannes zum Opfer gefallen ist, der in seiner Kriegserklärung der Ukraine das Existenzrecht abgesprochen und die “Entnazifizierung” des Landes angekündigt hat. Mich beschleicht dasselbe Ohnmachtsgefühl wie 2014 und ich bin wütend. Wütend auf Putin, wütend auf die NATO und wütend auf all die Politiker, die diese Katastrophe nicht abwenden konnten.

Gleichzeitig frage ich mich, wie man diesen Konflikt hätte verhindern können. Hätte man Truppen zur Abschreckung entsenden sollen? Hätte man mehr Waffen in die Ukraine liefern müssen? Hätten die Sicherheitsbedenken der Russen vom “Westen” ernster genommen werden müssen? Ich finde keine adäquate Antwort.

Eines wird für mich nun offensichtlich: Die Sanktionen gegen Putin haben offenbar nichts gebracht und werden den russischen Präsidenten auch diesmal nicht von seinen Plänen abbringen. Seit 2014 bewegten die Einschränkungen der USA und Europas Putin kaum zur Abkehr seiner Aggressionen. Mittlerweile hat er neue Freunde in Peking gefunden, die sich durch die schwache Reaktion des Westens nun ermutigt fühlen dürften, ihren eigenen taiwanesischen Albtraum zu entfesseln.

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