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Meinungs-ECHOUbisofts NFT-Ankündigung löst heftige Kritik aus

Letzte Woche wagte sich mit Ubisoft der erste große Videospiel-Publisher in den NFT-Space vor. Der Schritt löst jedoch heftige Kritik aus.

Paol Hergert
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Un dimanche après-midi à l'Île de la Grande Jatte

Quelle: Georges Seurat (gemeinfrei)

| Georges Seurat

Noch zu Beginn des Jahres glaubten wohl nicht viele daran, dass NFTs viel mehr als ein zeitlich begrenzter Hype im Krypto-Space sind – ähnlich des ICO-Hypes vor einigen Jahren. Doch weit gefehlt: Mittlerweile ist die NFT-Sparte ein Milliardengeschäft, hat sich in der Welt der Kunst, der Musik und auch des Sports verankert. Den Gaming-Bereich bedienen Blockchain-Spiele wie Axie Infinity, Decantraland und The Sandbox. Doch was ist mit den großen Publishern und Studios – wo bleiben Rockstar, Electronic Arts und Valve? Die Antwort: Sie lassen sich Zeit.

In der vergangenen Woche erreichte uns jedoch die Nachricht, dass der französische Publisher Ubisoft nun einen ersten Schritt wagt – und zwar nicht lediglich für ein kleines Indie-Spiel, sondern gleich mit einem sogenannten AAA-Titel, also einem wahren Blockbuster. Die Rede ist vom bereits 2019 erschienenen Tom Clancy’s Ghost Recon: Breakpoint. Spieler des Shooter sollen so Zugriff auf Waffen-, Outfit- und Fahrzeug-Skins erhalten, die sie dann nicht auf einem Ubisoft-Server verwaltet wissen, sondern als NFT auf der Blockchain. Wir berichteten.

Infolge der Nachricht explodierte auch der XTZ-Kurs, denn die Tezos Blockchain fungiert als Basistechnologie für die nach und nach erscheinenden Ubisoft NFTs.

Im Netz blieben die Begeisterungsstürme jedoch aus – vorerst zumindest.

NFT-Ankündigungvideo mittlerweile entfernt

Im Gegenteil: In der Gaming Community wurde die Nachricht äußerst negativ aufgenommen. Das ging sogar so weit, dass das Video, welches Ubisoft North America pünktlich zur Ankündigung auf dem eigenen Youtube-Kanal veröffentlichte, mittlerweile “delisted” wurde – somit ist es zwar für diejenigen, die über einen Link verfügen, noch auffindbar, taucht in Suchergebnissen jedoch nicht mehr auf. Der Grund: Zur Zeit des Schreibens verfügt das Video über 180.000 Klicks und generierte gut 23.000 Reaktionen. Knapp 1.000 von ihnen waren Likes, der Rest demnach Dislikes – das ergibt eine Quote von lediglich 4 Prozent der Zuschauer:innen, denen das Video gefiel.

Die Kommentare unter dem Video gewähren tiefe Einblicke. So schreibt ein:e Nutzer:in, dass das der Tag sei, “an dem Ubisoft entschloss, einfach komplett böse zu werden”. Ein:e andere:r schreibt: “Wir müssen die nicht mehr boykottieren, das machen sie schon selbst”. Positives Feedback: Fehlanzeige. Auch auf Reddit regt sich Kritik. So heißt es etwa in einem Kommentar sarkastisch: “Wer spielt schon Spiele, um Spaß zu haben, wenn man auch auf einem spekulativen Markt zocken kann?”.

Ein:e wieder andere:r schreibt: “Was ist daraus geworden, einfach gute Videospiele herauszubringen?” und stellt damit eine Frage, die die Gaming Community aktuell auch abseits von NFT-Ankündigungen beschäftigt. Denn Pay-to-Win-Methoden, die wichtige Inhalte von Spielen hinter Bezahlschranken verbergen sind, zur großen Frustration der Gamer, längst zum Alltag in der Videospielbranche verkommen. Die neue Sparte der Play-to-Earn-Spiele (siehe etwa Axie Infinity oder The Sandbox), in der Gamer durch erfolgreiches Spielen bares Geld in Form von Krypto-Token verdienen können, löst das Problem der “einfach guten Videospiele”, die den Spielspaß statt des Profits – aufseiten von Herausgebern und Spieler:innen gleichermaßen – in den Vordergrund stellen, nicht.

Pay-to-Win, Play-to-Earn und ein neuer Silberstreif

Und doch regen sich nun Stimmen im Netz, die zwischen Play-to-Earn und Pay-to-Win gerade in Form des aktuellen Ubisoft-Announcements einen Silberstreif entdeckt haben wollen – und zwar vordergründig im NFT-Space.

Denn die NFTs lösen das Grundproblem der Profitgier natürlich nicht, altruistische Beweggründe hat aber Ubisoft auch nicht vorgeschoben. Gleichzeitig können sich die Spieler:innen jedoch dank der NFTs an Erfolg und Misserfolg der jeweiligen Spiele beteiligen. Seltene Gegenstände aus populären Spielen werden in Zukunft wertvoller sein als jene, aus weniger bekannten Spielen. Und dank der DLT sind die Assets dann nicht länger auf zentralisierten Plattformen, etwa in Form der Steam Bibliothek, abgelegt, sondern auf den Wallets der Spieler. So schreibt u/wyzard135 in einem Reddit Post, dass NFT selbst nicht das Problem seien, sondern der “Trend der exzessiven Monetarisierung von Spielen”, die über deren eigentliche Qualität gestellt würde.

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