Der Zahlungsdienstleister Conduit verklagt Tether wegen eingefrorener USDT im Wert von 2,76 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen wirft dem Stablecoin-Emittenten vor, seit mehr als einem Jahr den Zugriff auf die Gelder zu blockieren und keine ausreichende Begründung für die Maßnahme geliefert zu haben. Die Klage wurde am Montag beim US-Bezirksgericht für den Southern District of New York eingereicht.
Conduit nutzt Stablecoins wie USDT und USDC für grenzüberschreitende Zahlungen in mehr als 100 Ländern. Nach Angaben von Conduit soll die Sperre mit Ermittlungen gegen den früheren Kunden Onix Intermediações in Brasilien zusammenhängen.
Tether soll Millionen freigeben
Conduit erklärt, dass die brasilianische Bundespolizei die eigene Treasury-Wallet nie zur Sperrung markiert habe. Zudem habe ein brasilianisches Gericht bestätigt, dass das Unternehmen in dem Verfahren gegen Onix nicht selbst Gegenstand der Ermittlungen sei. Auch Gelder des früheren Kunden hätten sich demnach nie auf der betroffenen Wallet befunden.
Der Zahlungsdienstleister verweist außerdem darauf, dass Onix die Plattform seit April 2025 nicht mehr genutzt habe. Die Treasury-Wallet sei erst rund einen Monat später eingerichtet worden. Aus Sicht von Conduit fehlt deshalb eine rechtliche Grundlage dafür, die 2,76 Millionen US-Dollar weiterhin zu blockieren.
Mit der Klage fordert das Unternehmen nicht nur die Freigabe der eingefrorenen USDT. Zusätzlich verlangt Conduit mindestens weitere 2,76 Millionen US-Dollar an Schadenersatz sowie Beträge, die Tether nach Darstellung des Klägers mit den Reserven hinter den gesperrten Token verdient haben soll.
Für Tether ist der Fall heikel, weil er die Frage aufwirft, wie weit ein zentraler Stablecoin-Emittent bei der Sperrung einzelner Wallets gehen darf. Bislang handelt es sich allerdings ausschließlich um Vorwürfe von Conduit; eine gerichtliche Entscheidung über die Rechtmäßigkeit der Sperre gibt es noch nicht.

