Arthur Hayes warnt vor einer möglichen Übertreibung beim Ausbau von KI-Rechenzentren. Der ehemalige BitMEX-CEO geht davon aus, dass weltweit Billionen US-Dollar in neue Infrastruktur fließen, obwohl noch offen ist, ob sich diese Investitionen langfristig rechnen. Sollte der Boom später in einen Crash münden, erwartet Hayes staatliche Rettungsmaßnahmen und zusätzliche Liquidität im Finanzsystem.
Darin sieht er eine Chance für Bitcoin: Nach seiner Einschätzung könnten Kryptowährungen einen Teil dieser überschüssigen Liquidität aufnehmen. Den entscheidenden Belastungstest erwartet Hayes gegen Ende 2027 oder im Jahr 2028, wenn viele Anbieter für die zugesagte Rechenleistung bezahlt werden wollen.
Bitcoin könnte von einer KI-Krise profitieren
Hinter seiner These steht vor allem das enorme Investitionsvolumen. Schätzungen zufolge könnten allein in den USA bis 2030 mehrere Billionen US-Dollar in Rechenzentren fließen. Ein Teil dieser Projekte wird über Schulden finanziert, obwohl bislang offen ist, ob die erwarteten Erträge die hohen Kosten rechtfertigen.
Sollte es tatsächlich zu größeren Problemen kommen, rechnet Hayes mit einem bekannten Muster: Auf eine Phase massiver Überinvestitionen folgt ein Einbruch, anschließend greifen Politik und Notenbanken ein. Als Beispiel verweist er auf die Finanzkrise 2008, nach der ebenfalls umfangreiche staatliche und geldpolitische Maßnahmen folgten.
Für Bitcoin wäre vor allem entscheidend, was nach einem solchen Eingriff passiert. “Glücklicherweise haben wir Bitcoin und andere Kryptowährungen, um diese überschüssige Liquidität aufzunehmen. Daher wissen wir, welches Asset am besten performen wird, wenn die Rettung erfolgt”, so Hayes.
Ganz ohne Risiko wäre dieses Szenario allerdings nicht. Mehrere Bitcoin-Miner haben ihre Infrastruktur bereits stärker auf KI-Rechenleistung ausgerichtet und dafür teilweise eigene BTC-Bestände verkauft. Sollte der KI-Boom deutlich abkühlen, könnten genau diese Unternehmen zunächst zu den Verlierern gehören.


