Immer mehr Bitcoin-Miner erweitern ihr Geschäftsmodell und stellen ihre Rechenleistung auch anderen Unternehmen zur Verfügung. Nach Core Scientific, TeraWulf und einigen anderen Mining-Firmen setzt jetzt auch Riot Platforms auf den Ausbau von KI-Rechenzentren.
9,1 Milliarden US-Dollar für 191 Megawatt
Der US-Miner hat einen 20 Jahre laufenden Rechenzentrumsvertrag mit einem nicht genannten führenden KI-Labor abgeschlossen. Für die Vermietung von 191 Megawatt am Standort Rockdale in Texas erwartet das Unternehmen Einnahmen von ungefähr 9,1 Milliarden US-Dollar. Werden zwei Verlängerungen um jeweils fünf Jahre gezogen, könnte der Vertragswert sogar auf 16,1 Milliarden US-Dollar ansteigen.
Zusammen mit einem bereits im Januar vereinbarten Vertrag mit AMD, der bis 2027 schrittweise hochgefahren werden soll, vermietet Riot Platforms inzwischen 241 Megawatt Leistung. Über die jeweiligen Grundlaufzeiten der Verträge rechnet das Unternehmen dabei mit einem kumulierten Netto-Betriebsergebnis von 7,8 bis 8,7 Milliarden US-Dollar. Für den Ausbau der neuen Infrastrukturmaßnahmen erhält Riot eine Finanzierung über 573 Millionen US-Dollar von Morgan Stanley.
Das Bitcoin-Geschäft verliert an Gewicht
Die aktuellen Quartalszahlen zeigen auch, warum sie ihr Geschäftsfeld über das Bitcoin-Mining ausbauen wollen. Die Mining-Erlöse fielen im zweiten Quartal 2026 von 140,9 auf 113,7 Millionen US-Dollar. Das ist ein Rückgang von 19 Prozent. Dabei produzierte Riot mit 1.587 BTC sogar mehr Bitcoin als die 1.426 BTC im Vorjahresquartal.
Ausschlaggebend war vor allem der niedrigere Bitcoin-Preis. Der durchschnittliche Wert der produzierten BTC sank von 98.800 US-Dollar auf 71.667 US-Dollar, was einem Rückgang von 27 Prozent entspricht. Die direkten Mining-Kosten stiegen dagegen im gleichen Zeitraum nur leicht um 1,9 Prozent auf 49.912 US-Dollar je BTC. Einschließlich der Abschreibungen auf die Mining-Hardware lagen die Kosten im zweiten Quartal sogar bei 90.631 US-Dollar je BTC und damit deutlich über dem durchschnittlichen Produktionswert.
