Ein neuer Vorschlag zur Begrenzung der Ethereum-Ausgabe stößt auf Widerstand. SharpLink-CEO Joseph Chalom kritisiert das Proposal EIP-8363, das die Staking-Erträge bei einer steigenden Menge gestakter ETH schrittweise reduzieren soll. Er sieht dadurch vor allem die Attraktivität von Ethereum für institutionelle Investoren gefährdet.
Der als “Tapered Issuance Burn” bezeichnete Entwurf soll einen wachsenden Anteil der Rewards auf der Consensus Layer verbrennen. Sobald rund 50 Prozent des ETH-Angebots gestakt sind, würden 100 Prozent der entsprechenden Rewards verbrannt. Die Emissionsrendite läge damit bei null. Die Umstellung soll sich über rund 18 Monate erstrecken.
SharpLink-CEO sieht DeFi unter Druck
Chalom hält das für einen Fehler: “Die Autoren sind ernsthafte Forscher und überzeugte Anhänger von Ethereum. Wir kennen viele von ihnen gut, wir mögen sie und nichts davon ist persönlich. Aber Menschen mit guten Absichten können falschliegen und hier tun sie es”, schreibt der frühere BlackRock-Manager auf X.
Nach seiner Einschätzung erfüllt die Staking-Rendite eine wichtige Funktion für die Onchain-Ökonomie. Sie dient als Basis für Liquid Staking Token, Lending-Protokolle und den Einsatz von Kapital. Eine Reduzierung könnte die Kapitalkosten erhöhen und Sicherheiten sowie Aktivität aus dem Ethereum-Ökosystem verdrängen.
Auch der Annahme, Ethereum zahle zu viel für seine Sicherheit, widerspricht Chalom. “Die Emission ist keine Ausgabe, die Ethereum an Fremde zahlt. Sie ist ein Transfer innerhalb des Systems, vom Netzwerk an die Menschen, die es sichern und aufbauen”, meint er.
“Freiwillig einen der Wettbewerbsvorteile von Ethereum” abgeben
Für institutionelle Investoren sei gerade entscheidend, dass ETH “von Natur aus produktiv” sei. Mit EIP-8363 würde Ethereum “freiwillig einen der Wettbewerbsvorteile von ETH untergraben”.
SharpLink lehnt den Vorschlag deshalb offiziell ab. Der Entwurf wird derzeit lediglich für den kommenden Hegota Hardfork geprüft und kann weiterhin abgelehnt werden.
Ethereum notiert zum Zeitpunkt des Schreibens bei knapp unter 2.000 US-Dollar. Welche Kurszonen bei einem Rücksetzer neuen Halt geben könnten, lest ihr hier: Ethereum-Analyse: Schafft es ETH endlich über die 2.000 US-Dollar?


