Wer Aktien von Apple, Nvidia oder Tesla besitzt, kann damit normalerweise nicht einfach einen Stablecoin-Kredit aufnehmen. Auf Aave ändert sich das nun zumindest für deren tokenisierte Abbilder. Das DeFi-Protokoll startet auf der Coinbase-Blockchain Base einen eigenen Aktienmarkt, über den Nutzer die sieben größten US-Technologieaktien als Sicherheit hinterlegen und sich dafür USDC leihen können.
Wie viel USDC sich aufnehmen lässt, hängt dabei von der jeweiligen Aktie ab. Gerade bei Technologieaktien können insbesondere nach Quartalszahlen innerhalb kürzester Zeit größere Kurslücken entstehen, weshalb Aave jede Aktie mit einem eigenen Risikofaktor bewertet. Microsoft erhält mit 79 Prozent die höchste Beleihungsquote, gefolgt von Apple mit 78 und Alphabet mit 76 Prozent. Bei Nvidia sind es dagegen nur 70 Prozent und Tesla und Meta werden aufgrund ihrer höheren Schwankungen lediglich mit jeweils 65 Prozent angerechnet. Eine tokenisierte Microsoft-Position im Wert von 10.000 US-Dollar könnte damit theoretisch Kredite von bis zu 7.900 US-Dollar absichern.
Aave begrenzt das Risiko
Ganz ohne Einschränkungen öffnet Aave seinen Kreditmarkt allerdings nicht für Aktien. Der neue Bereich wird vom übrigen Protokoll getrennt, sodass mögliche Verluste nicht auf andere Aave-Märkte übergreifen sollen. Zum Start können außerdem ausschließlich USDC geliehen werden. Die Aktien selbst dienen dabei nur als Sicherheit und können nicht ausgeliehen werden. Zudem wurde das maximale USDC-Kreditvolumen zunächst auf 21 Millionen US-Dollar begrenzt.
Für die Bewertung der hinterlegten Aktien greift Aave auf Kursdaten von Chainlink zurück, die von dem Oracle-Netzwerk an fünf Tagen die Woche aktualisiert werden. Am Wochenende richtet sich jedoch auch die Blockchain-Variante nach der traditionellen Kursfindung, sodass Aave mit dem zuletzt verfügbaren Kurs rechnet.
