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Studie: So kriminell ist Bitcoin gar nicht

Ein gängiges Vorurteil lautet, dass Bitcoin und andere Kryptowährungen Kriminalität fördern. Ein amerikanischer Thinktank hat daher die illegale Nutzung des Bitcoins untersucht. Die Studie der Foundation for Defense of Democracies besagt, dass weniger als 1 % der Transaktionen auf illegale Aktivitäten hinweisen.

Fabian Kaul
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Deutliche Kritik an Kryptowährungen äußerte zuletzt etwa Bill Gates. Auf Reddit schrieb Gates, dass Kryptowährungen für den Drogenhandel genutzt werden und dadurch „Tode auf ziemlich direkte Weise“ verursachen. Dazu haben wir hier ausführlicher berichtet. Dieser Vorwurf wiegt schwer, wird Bitcoin jedoch nicht gerecht. So ist Bitcoin nicht vollständig anonym. Exchange-Plattformen fordern die Identifikation ihrer Nutzer und Bitcoins werden zumeist mit Fiatgeld gekauft oder in dieses zurückgetauscht. Da zudem alle Bitcoin-Transaktionen auf der Blockchain gespeichert sind, kann man Zahlungen nachverfolgen und Personen zuordnen.

Wie nutzen Kriminelle den Bitcoin?

Die Studie der Foundation for Defense of Democracies setzt aus diesem Grund bei der Bitcoin-Geldwäsche an. Um illegale Aktivitäten zu verschleiern, wird die Nachverfolgung auf der Blockchain erschwert. Dazu tauscht man Bitcoin in andere Währungen oder mischt sie mit anderen Kryptos. Dies ist zum Beispiel auf Glücksspielseiten, Exchange-Plattformen oder durch spezielle Mixer-Services möglich. In der Studie stammte eine „überwältigende“ Mehrheit der auf diese Weise verschleierten Bitcoins aus Geschäften aus dem Darknet.

Fördert der Bitcoin Kriminalität?

Man nutzt Bitcoin für kriminelle Aktivitäten. Das ist ein Problem, das sich nicht leugnen lässt. Zwischen „wird genutzt“ und „ist Schuld an“ liegt jedoch ein großer Unterschied. Gibt man Bitcoin die Schuld an einem blühenden Drogenhandel, kann man mit der gleichen Argumentation dem Internet, der Post und Autos die Schuld geben. Letztlich jedem Detail, das Dealern die Arbeit in irgendeiner Form erleichtert. Gleichzeitig klammert man auf diese Weise soziale Gründe für Drogenhandel und -konsum einfach aus. Eine Verbietet-den-Bitcoin-Mentalität kann daher keine Lösung für illegale Aktivitäten mit der Kryptowährung sein. Dagegen spricht außerdem der geringe Umfang an Bitcoin-Geldwäsche, den die Studie belegt.

Statt Kryptowährungen zu kriminalisieren, sollte die Strafverfolgung lernen, diese zu nutzen. Die genannte Studie konnte zeigen, dass für illegale Aktivitäten genutzte Bitcoin größtenteils bei Mixer-Services und Seiten für Online-Glücksspiel landen. Dort können Ermittlungen ansetzen. So kann man Drogenhandel, Terror-Finanzierung und Geldwäsche bekämpfen, ohne dass man die über 99 % legalen Bitcoin-Transaktionen unter Generalverdacht muss.

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