Krypto in DACH 

SPD drängt auf Bitcoin-Steuer-Reform: “Gewinne sollten Kapitalertragsteuer unterliegen”

Gerüchte um das Ende steuerfreier Bitcoin-Gewinne sorgen für Aufregung. Doch die Behauptungen sind falsch – die SPD äußert sich exklusiv gegenüber BTC-ECHO mit neuen Details.

Dominic Döllel
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SPD Fraktion im Bundestag – Symbolbild zur Bitcoin-Steuer

Beitragsbild: picture alliance

| Frauke Heiligenstadt, Finanzexpertin der SPD

Die Sorge vor dem Ende steuerfreier Bitcoin-Gewinne hat sich als unbegründet erwiesen. Ein auf X viral verbreiteter Beitrag über angebliche SPD-Pläne zur Abschaffung der einjährigen Haltefrist entpuppte sich als Gerücht. Dennoch sorgte die Diskussion für erhebliche Verunsicherung unter Krypto-Anlegern. BTC-ECHO hat daraufhin bei der SPD nachgefragt – und neue Details zur steuerpolitischen Haltung der Partei erfahren. Darunter: Warum eine Steuerreform nicht nur Nachteile hätte.

Bitcoin-Steuer: Keine akuten Pläne zur Abschaffung der Haltefrist

Wie aus Unionskreisen zu erfahren ist, existiert derzeit kein konkreter Vorstoß der SPD, die bestehende Haltefrist im Zuge der laufenden Steuerdebatte abzuschaffen. Auch ein angeblicher Kompromissvorschlag der CDU/CSU, wonach Altbestände geschützt werden sollten, habe nie existiert. Der zuständige Berichterstatter der Unionsfraktion, Olav Gutting, betont, dass die Regelung nicht Teil des Koalitionsvertrags sei und es keinen Anlass gebe, diese zu ändern.

Die Haltefrist gilt in Deutschland für sogenannte “andere Wirtschaftsgüter”. Neben Bitcoin zählen dazu auch Edelmetalle, Kunstwerke oder Fremdwährungen. Wer diese länger als ein Jahr hält, kann Gewinne steuerfrei realisieren.

SPD verfolgt weiter Ziel der Gleichbesteuerung

Gegenüber BTC-ECHO machte die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Frauke Heiligenstadt, deutlich, dass die Partei an ihrer grundsätzlichen Linie festhält. Kryptowährungen gewinnen zunehmend an Bedeutung für Wirtschaft und private Vermögensbildung. Ziel sei es, “Innovation zu ermöglichen und gleichzeitig für Steuergerechtigkeit und Transparenz im Umgang mit Krypto-Werten zu sorgen”.

Wer bei der Krypto-Steuererklärung alles richtig machen will, sollte vor allem auf eine lupenreine Dokumentation achten. Die Tracking-Tools von Blockpit können hier eine Menge Stress ersparen.

Weiter erklärte Heiligenstadt auf unsere Anfrage: “Gewinne aus der Veräußerung von Krypto-Werten sollten ebenfalls der Kapitalertragsteuer unterliegen.” Eine solche Gleichbehandlung mit Zinsen und Dividenden könne aus Sicht der SPD auch Vorteile für Krypto-Anleger bringen, etwa durch die Möglichkeit der Verlustverrechnung.

Damit bleibt die Debatte um die steuerliche Behandlung von Krypto-Werten politisch relevant, auch wenn konkrete Reformschritte aktuell nicht absehbar sind.

Krypto in DACH: Die wichtigsten Meldungen aus Deutschland, Österreich und Schweiz

Auch verschiedene Behörden greifen immer öfter im Krypto-Sektor ein, während die Adoption zugleich voranschreitet. Im Folgenden die wichtigsten Meldungen aus der DACH-Region.

EU-Regulierung: SwissBorg erhält MiCA-Lizenz in Frankreich

Der Krypto-Broker SwissBorg hat eine Zulassung unter der europäischen Regulierung für Krypto-Assets erhalten. Die französische Finanzaufsichtsbehörde Autorité des Marchés Financiers erteilte die entsprechende Genehmigung, wodurch das Unternehmen seine Dienstleistungen künftig im Rahmen des einheitlichen EU-Rechtsrahmens anbieten kann.

Die Lizenz umfasst zentrale Geschäftsbereiche wie Verwahrung, Administration, Orderausführung sowie Transfer und Platzierung digitaler Vermögenswerte. Auch Portfolioverwaltung und Beratung sind abgedeckt. Die operative Umsetzung erfolgt über die französische Einheit BlockNodes SAS, während bestehende europäische Nutzer schrittweise von der bisherigen estnischen Gesellschaft auf die neue regulierte Struktur migriert werden sollen.

Bluechip26 kehrt als Crypto Safety Conference nach Wien zurück

Die Konferenz Bluechip26 findet am 10. und 11. November 2026 erneut in Wien statt. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die BTC-ECHO vorliegt. Im Fokus stehen Themen wie Sicherheit, Risikomanagement, regulatorische Entwicklungen sowie neue Zahlungsinfrastrukturen rund um Stablecoins.

Erstmals sollen im Rahmen der Veranstaltung auch die Crypto Safety Awards vergeben werden, die Beiträge zur Sicherheit und Transparenz im Sektor auszeichnen. Die Konferenz bringt Vertreter aus Finanzwesen, Regulierung, Technologie und Web3 zusammen und knüpft an die zunehmende Bedeutung Wiens als Standort für regulierte Digital-Asset-Unternehmen an.

Mintos erweitert Angebot um Krypto-ETPs und vertieft Partnerschaft mit Upvest

Mintos erweitert sein Produktportfolio um Krypto-ETPs und ermöglicht damit Investitionen in digitale Assets über regulierte börsengehandelte Produkte. Das geht ebenfalls aus einer Pressemitteilung hervor, die BTC-ECHO vorliegt. Die Produkte stammen von Anbietern wie BlackRock iShares und VanEck und sind bereits ab einer Mindestanlage von fünf Euro verfügbar.

Parallel dazu baut das Unternehmen seine Zusammenarbeit mit dem Berliner Fintech Upvest aus, das die technische Infrastruktur und zentrale Brokerage-Funktionen bereitstellt. Ziel ist es, Anlegern einen regulierten und integrierten Zugang zu Kryptowährungen innerhalb bestehender Portfolio-Strukturen zu ermöglichen.

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