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Wie geht es weiter? So arbeitet Polkadot an der Zukunft des Internets

Alte Schale, neuer Kern. In den rustikalen Hallen Berlin-Reinickendorfs werkeln idealistische Programmierer bei Europas größtem Polkadot-Event. Wir waren vor Ort.

Lina Eschner
 |  Lesezeit: 5 Minuten
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Polkadotbühne

Beitragsbild: BTC-ECHO

| Polkadot Decoded fand 2022 zum ersten Mal als Reallife-Event statt.

ITler aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt strömten in den vergangenen Tagen in die alte Eisenfabrik in Berlin – zu Polkadot-Decoded, dem Event, um sich von den neuesten Visionen rund um die Blockchain und einem ganz außergewöhnlichen Gefühl des Zusammenhalts mitreißen zu lassen. Mit dabei natürlich auch BTC-ECHO.

Von außen wirkt die Location alt, industriell und kühl. Doch im Inneren der alten Fabrik treffen Menschen aufeinander, die das Internet und unser gesamtes Leben revolutionieren wollen.

Überall in den Co-Working-Areas tummeln sich ITler. Wie hoch motivierte Ameisen finden sie zu kleinen Gruppen zusammen, tüfteln gemeinsam an Next Generation Smart Contracts, neuen Metaversen, der Zukunft des Web 3.0.

Was ist Polkadot?

Das von Gavin Wood 2017 gegründete Polkadot hat ein ambitioniertes Ziel: die Kommunikation zwischen verschiedenen Blockchains ermöglichen. Bisher ist das nur über Tricks möglich, die oft mit hohen Sicherheitsrisiken verbunden sind, wie beispielsweise Brücken. Durch sogenannte Parachains können sich verschiedene Netzwerke jedoch sicher über Polkadot miteinander verbinden. Die allgegenwärtigen Grabenkämpfe zwischen Blockchains sollen so beendet werden und einer Ära der Kooperation weichen.

Angekommen merken wir schnell: Die Gemeinschaft verbindet etwas ganz Eigenes. Aus ihren technischen Fähigkeiten könnten “Polkadotianer” bei Techkonzernen wie Google, Apple oder Amazon dickes Kapital schlagen. Stattdessen stehen sie hier auf der Bühne und teilen ihre Errungenschaften mit den anderen Leuten aus der Community. Sie alle wollen das Internet dezentraler und sicherer machen.

Ein Metaverse mit Sinn?

“The Metaverse is bullshit if you’re not solving a problem.” Das erklärt Christel Sieling, bevor sie das Publikum mit einer Art Rakete durch das von ihrem Team kreierte Kusamaverse fliegt. Über eine große Leinwand tauchen wir gemeinsam mit ihr in eine vollkommen neue Welt ein.

Speakerin Christel Sieling und das Kusamaverse
Das Kusamaverse bietet eine visuelle Darstellung des Polkadot-Ökosystems. Quelle: Youtube/Kusama Network

Hier soll ein neues Ökosystem entstehen, welches das Polkadot-Netzwerk abbildet und es gleichzeitig ermöglicht, virtuell am Staking, Parachain-Auktionen, Versammlungen und Hackathons teilzunehmen.

Die Geburtsstunde vom Kusamaverse war die Corona-Pandemie. Vorher veranstaltete Polkadot regelmäßig die größten Coding-Events in Europa. In Zeiten von Social Distancing war das Kusamaverse eine Möglichkeit, um Menschen zusammenzubringen, gemeinsame Experimente zu wagen. Man konnte sich virtuell treffen und zusammen arbeiten. Durch Arbeitsgruppen, Videocalls und Messengern entsteht so ein virtueller Co-Working-Space. 

Und den kann die Welt, das denken zumindest Verfechter des Metaverse als Zukunftsvision von Arbeit im Web 3.0 des 21. Jahrhunderts, auch nach der Pandemie gut gebrauchen. Doch es wird nicht nur gearbeitet im Web 3.0, auch Wissen soll vermittelt werden.

Wissen im Web 3.0

OriginTrail hat den Anspruch, die physische Welt mit der digitalen Welt in einer einzigen verbundenen Realität zu verbinden. Es will die weltweit erste dezentrale Applikation für die grafische Darstellung von Wissen werden. Die Daten sollen einfach auffindbar, überprüfbar und damit nutzbar gemacht werden.

Bereits heutzutage wird eine ähnliche Technologie von US-Techkonzernen wie Google und Facebook genutzt. OriginTrail implementiert diese Technologie nun dezentral im Web.3.0 auf Polkadot. So ermöglicht OriginTrail bereits heute einen reibungslosen internationalen Handel zwischen internationalen Konzernen, u.a. um Lieferketten im Pharmasektor via Blockchain zu überwachen und zu schützen. Auch in DeFi und dem Metaverse wollen sie die Technologie einsetzen, um einfachen Zugriff auf Daten zu schaffen, beispielsweise auf Vermögenswerte.

Doch innerhalb der Polkadot-Community gibt es nicht nur Lobgesänge für die “schöne, neue dezentrale Welt.” So äußert der nächste Vortragende etwa Kritik an den Entwicklern innerhalb der Branche.

Astar Network: Next Generation Smart Contracts mit WASM

Seinen Vortrag beginnt Hoon Kim vom Parachain-Projekt Astar Network mit einer Abrechnung mit der (entwickelnden) Krypto-Community. Der wirkliche Wert von Blockchains liege für ihn in der Qualität und Nutzbarkeit sogenannter dApps. Genau hier fehle es an Innovationskraft.

Anstatt sich gegenseitig beim Entwickeln einer App zu helfen, kochten Softwareentwickler zu häufig ihr eigenes Süppchen. Um die dApp-Entwicklung voranzutreiben, setze sein Projekt deshalb auf die Nutzung und Optimierung von WASM-basierten Smart-Kontrakten (WASM = WebAssembly, eine Programmiersprache).

Sie bieten mehrere Vorteile gegenüber klassischen Smart Contracts. Vor allem erlauben sie ein Zusammenspiel zwischen Apps auf Ethereum und Polkadot. Das Astar Network fungiere laut Kim als eine Art Smart-Hub. Es verbinde beide Kontraktarten. Bereits heute vereine es die meisten Ethereum-basierten Vermögenswerte auf seiner Parachain und weise den höchsten Total Value Locked auf (TVL).

Disclaimer

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Stefan Lübeck und Giacomo Maihofer.

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