Das russische Energieministerium hat ein ganzjähriges Verbot für Bitcoin Mining in der Hauptstadt Moskau, der umliegenden Moskauer Region sowie Teilen der Region Kursk verhängt. Die neuen Beschränkungen basieren auf dem Regierungsdekret Nr. 936, das am 31. Juli veröffentlicht wurde und laufen bis zum 31. Dezember 2032. Neben dem Betrieb von Hardware untersagen sie auch die Teilnahme an Bitcoin Mining Pools, weil Kapazitätsengpässe in den regionalen Stromnetzen drohen könnten.
Russland stellte im ersten Quartal 2026 laut Daten von Luxor rund 16,4 Prozent der globalen Hashrate bereit und belegt damit Platz zwei hinter den USA. Der Stromverbrauch durch Bitcoin Mining im Moskauer Netz liegt aktuell bei etwa 1 Gigawatt. Bis 2032 könnte die Kapazität der Rechenzentren vor Ort aber auf 3,6 Gigawatt ansteigen, was 17 Prozent der regionalen Spitzennachfrage entspräche.
Bitcoin Mining zur Sanktionsumgehung?
Die neuen Restriktionen stehen in direktem Kontext zu westlichen Sanktionen, denn russische Unternehmen nutzen geschürfte Bitcoin auch für internationale Zahlungen, um Einschränkungen im konventionellen Zahlungsverkehr auszuweichen. Ein im Juli verabschiedetes Gesetz behielt das Verbot von Krypto-Zahlungen im Inland bei, verankerte aber Ausnahmen für den Außenhandel und Transaktionen mit geschürften Coins. Bereits 2022 belegte das US-Finanzministerium den Branchenriesen BitRiver mit Sanktionen, um die Monetarisierung russischer Energieressourcen zu unterbinden.
Nach der Legalisierung des registrierten Bitcoin Minings im Jahr 2024 beschränkte die Putin-Regierung die Aktivität aufgrund der Stromnachfrage bereits in zehn Regionen bis März 2031. Später wurden ganzjährige Verbote auf den Süden von Irkutsk sowie Teile von Burjatien und Transbaikalien ausgeweitet. Die neuen Moskauer Restriktionen verdeutlichen nun umso klarer die Priorisierung der Netzstabilität gegenüber der Mining-Industrie.
