Regulierungs-ECHO Bemühungen zur Bitcoin-Regulierung dauern an
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Staatliche Finanzmarktaufsicht (Russland)

Quelle: Shutterstock

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Während El Salvador die eigenen Bitcoin-Reserven ausbaut, scheinen sich zumindest Indien und die USA mit Bitcoin arrangieren zu wollen. Russland hält hingegen an seiner restriktiven Grundeinstellung fest. Die vergangene Woche im Regulierungs-ECHO.

US-Banken hodlen bald Bitcoin

Die USA wandeln weiter auf Bitcoin-freundlichen Pfaden. Den Banken des Landes soll es bald möglich sein, Kryptowährungen zu halten und mit ihnen Handel zu treiben. Jenea McWilliams, die Vorsitzenden des nationalen Einlagensicherungsfonds Federal Deposit Insurance Company (FDIC), gab vergangenen Montag zu verstehen, dass ein Team von Bank-Regulatoren an einer diesbezüglichen Roadmap arbeitet. Gegenüber Reuters gab McWilliams dabei zu verstehen, dass es Regulierungsbemühungen zugutekäme, wenn das Geschäft mit Kryptowährungen in den Bankensektor hineingeholt würde. Er befinde sich schließlich bereits unter staatlicher Aufsicht. Banken sollen deshalb ebenfalls die Erlaubnis bekommen, Bitcoin und Co. als Kreditsicherheiten zu verwenden. Als größten Problemfaktor benennt McWilliams dabei die anhaltende Volatilität von Kryptowährungen, hier gelte es Lösungen zu finden. Neben der FDIC beteiligen sich auch die Zentralbank Federal Reserve und die Bankbehörde Office of the Comptroller of the Currency an dem Teamprojekt.

Stablecoins künftig im SEC-Kontrollbereich?

Abseits des Bankensektors sicherte sich die US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Comission (SEC) in der vergangenen Woche allem Anschein nach weiteren Einfluss auf den Krypto-Markt. Insider gaben Bloomberg zu verstehen, dass die Behörde künftig mehr Regulierungskompetenzen für Stablecoins erhält. Im Zuge von internen Debatten zwischen den US-Finanzinstitutionen erstritt sich SEC-Chef Gensler demnach eine Ausweitung des eigenen Verfügungsbereichs. Die Insider behaupteten zwar, dass das Finanzministerium noch in der vergangenen Woche einen Bericht zu dem Thema veröffentlichen wollte. Zu Redaktionsschluss stand die Publikation jedoch noch aus. Fest steht jedoch, dass Washington mit Sorge auf Stablecoins blickt. Eine langfristige Lösung könnte deshalb vorsehen, dass Herausgeber-Unternehmen eine Banklizenz erwerben müssen. Hierfür wäre allerdings eine Gesetzesänderung notwendig. Wie lange der zerstrittene US-Kongress für eine solche Entscheidung braucht, lässt sich kaum absehen. Unterdessen forderte auch Robit Behnam, der neue Leiter der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), für seine Behörde mehr Macht über Bitcoin und Co.

Bitcoin in Russland: Internet-Ombudsmann pessimistisch

In den Wochen zuvor erreichten uns noch durchaus hoffnungsvolle Meldungen zur Krypto-Lage in Russland. Doch nun nahm Dmitri Marinichev, seines Zeichens Internet-Ombudsmann von Putins Gnaden, Russlands Bitcoin-Bullen gehörig Wind aus den Segeln. Denn am Mittwoch trat Marinichev beim Moskauer Forum Blockchain Life 2021 auf. Seiner Ansicht nach würden auch Lobbybestrebungen der russischen Krypto-Branche nur wenig am restriktiven Bitcoin-Kurs des Kremls gegenüber Privatanleger:innen ändern. Höchstens große Unternehmen könnten in Zukunft demnach ein Stück vom Krypto-Kuchen abhaben:


Den Russinnen und Russen wird es niemals erlaubt sein, Geld mit Krypto-Transaktionen zu verdienen oder Zahlungen in etwas anderem als dem Rubel zu akzeptieren. Aber es gibt auch etwas Positives: Dieselbe ESG-Agenda, die überschüssige Energie in Russland, könnte dazu führen, dass Kryptowährungen und ihre Regulierung liberalisiert werden. Wir werden möglicherweise eine Regulierung bekommen, die sehr loyal gegenüber großen Unternehmen ist, insbesondere gegenüber solchen mit staatlicher Beteiligung.

Indien plant doch kein Bitcoin-Verbot

Während Hodler in Russland also weiter bangen müssen, können zumindest ihre geistigen Brüder und Schwestern in Indien aufatmen. Denn die indische Regierung plant nun doch kein generelles Krypto-Verbot. Stattdessen gaben Vertreter:innen des Finanzministeriums dem Nachrichtenportal Business Today  am 26. Oktober zu verstehen, dass ein permissiver Regulierungsvorschlag in Arbeit sei. Bitcoin, Ethereum und Co. würden hierbei den Status von Waren erhalten. Bis Februar wollen sich die Beamt:innen noch Zeit nehmen, um etwaige Detailfragen zu klären. Dass ein regulativer Rahmen bitter nötig ist, belegt ein Blick auf Indiens rasant wachsende Krypto-Industrie. 15 Millionen Inder:innen sollen demnach bereits in Kryptowährungen investiert haben, mehrere Start-ups schossen in den vergangenen Monaten aus dem Boden.

El Salvador kauft 420 BTC

El Salvadors Präsident Nayib Bukele mag kein lupenreiner Demokrat sein, Humor scheint der eigenwillige Herrscher allerdings zu haben. Anders lässt sich kaum erklären, dass El Salvador während dem kurzzeitigen Kursabfall von Bitcoin am 27. Oktober ausgerechnet 420 Einheiten der Krypto-Leitwährung erwarb. ‘420’ ist unter Cannabis-Konsument:innen schließlich ein beliebter Code. Mit dem Nachkauf besitzt El Salvador, das Bitcoin als Landeswährung anerkannte, in seinem Staatshaushalt insgesamt 1.120 BTC.


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