Gerüchte PayPal vor Stablecoin-Anbindung?
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Bitcoin-Münze auf PayPal-Logo

Quelle: Shutterstock

Teilen
Jetzt anhören
BTC39,497.00 $ 4.07%

Seit einigen Monaten können US-Kunden bereits mit Kryptowährungen über PayPal zahlen. Gerüchten zufolge soll der Payment-Riese nun mit einer Stablecoin-Anbindung nachrüsten.

Obwohl Stablecoins für Zahlungsabwicklungen prädestiniert sind, setzt der Crypto Checkout von PayPal bislang noch auf Bitcoin, Litecoin, Ethereum und Bitcoin Cash auf. Den Platz für einen Stablecoin hat sich der Payment-Riese aber möglicherweise bewusst offen gehalten. Wie The Block unter Berufung auf anonyme Quellen berichtet, könnte ein eigener Stablecoin die Leerstelle in Zukunft füllen.


PayPal hüllt sich in Schweigen

Gegenüber The Block sollen die nicht genannten Quellen bestätigt haben, dass PayPal mit Entwicklern von Stablecoin-Protokollen im Gespräch sei. Als ein möglicher Kandidat wird Ava Labs genannt, welches hinter der Avalanche Blockchain, einem interoperablen Netzwerk für dezentrale Anwendungen, steht. Welche weiteren Entwickler im Gespräch sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar.

Unklar ist auch, ob PayPal auf einen bestehenden Stablecoin setzen oder einen eigenen entwickeln möchte. PayPal selbst hält sich dazu bislang bedeckt. Ein Sprecher soll The Block erklärt haben, dass das Unternehmen “weiterhin das Potenzial digitaler Währungen und digitaler Finanzdienstleistungsinfrastruktur erforscht”. Spekulationen wolle man zwar nicht kommentieren. Aber “als globales Unternehmen, das mit Aufsichtsbehörden und Industriepartnern auf der ganzen Welt zusammenarbeitet” stünde PayPal “im Gespräch über Technologien, die diese Ziele ermöglichen”.

Das fehlende Puzzlestück

Dies lässt vieles offen. Bis zum offiziellen Launch wird es aus offiziellen Kreisen wohl keine genaueren Angaben geben. Mit Blick auf die bisherige Krypto-Strategie des Unternehmens wäre die Ankündigung jedoch keine Überraschung. PayPal hat sich in den letzten Monaten verstärkt im Krypto-Terrain ausgebreitet.


Dazu zählt einerseits die Ausweitung der Dienstleistungen. So ermöglicht der Finanzdienstleister seit letztem Herbst US-Nutzern den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen – inzwischen auch über die App von PayPal-Tochter Venmo. Zudem richtete das Unternehmen Ende März einen Crypto Checkout ein: Waren lassen sich seitdem auch mit Bitcoin, Litecoin, Ethereum und Bitcoin Cash bezahlen.

Dazu vernetzt sich PayPal weiter als zentraler Knotenpunkt in der Payment-Industrie. Erst kürzlich schluckte das Unternehmen Curv, ein Anbieter von Cloud-basierter Infrastruktur für digitale Assets. 200 Millionen US-Dollar soll sich der Payment-Riese den Deal gekostet haben lassen. Darüber hinaus ist PayPal seit einigen Tagen auch an die US-Krypto-Börse Coinbase angebunden.

Der Zahlungsdienstleister wird so zu einem immer wichtiger werdenden Bestandteil der digitalen Zahlungsinfrastruktur – ebenso wie Stablecoins. Die Anbindung wäre ein logischer Schritt und würde eine wichtige Lücke am Markt schließen. Hinsichtlich der Gehversuche von Facebook, das mit seiner von Libra in Diem umbenannten Währung noch immer in den Kinderschuhen steckt, ist jedoch fraglich, ob PayPal auf die Entwicklung eines eigenen Stablecoin setzen oder nicht eher auf bestehende Coins wie Tether zurückgreifen könnte. Auf Anfragen reagierten sowohl PayPal als auch Ava Labs zu Redaktionsschluss nicht.


Teilen
Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail
Ich stimme zu, dass meine E-Mail-Adresse für den Versand des Newsletters gespeichert und verarbeitet wird. Weitere Hinweise

1. Ausgabe kostenlos testen

Das Bitcoin & Blockchain Magazin

1. Ausgabe kostenlos testen

Das führende Bitcoin & Blockchain Szene Magazin

In Print und Digital verfügaber

Neue Investmentchancen verstehen und ergreifen

Jeden Monat über 60 Seiten Insights, Analysen, KnowHow

Streng limitiert

Kostenlose Ausgabe testen oder gratis Prämie sichern

BTC-ACADEMY