Quartalszahlen PayPal bringt Bitcoin-Trading nach Großbritannien
Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Bitcoin-Münze neben einem Londoner Spiezleugbus, im Hintergrund die Großbritannien-Flagge

Quelle: Shutterstock

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Der Zahlungsdienstleister PayPal hat seine Quartalszahlen präsentiert. Das Krypto-Geschäft läuft demnach gut und soll noch weiter ausgebaut werden. Doch zunächst soll die Krypto-Trading-Funktion Großbritannien erreichen.

PayPal war 2020 mit dafür verantwortlich, dass der Bitcoin-Kurs sich 2020 schnell aus dem Covid-induzierten Jammertal befreien konnte. Als der Zahlungsdienstleister seiner US-amerikanischen Nutzerbasis die Möglichkeit freischaltete, Bitcoin und andere Kryptowährungen zu kaufen und zu verkaufen, verschaffte das BTC und Co. nicht nur neuen Legitimationsschub, sondern eröffnete auch Millionen von potenziellen Hodlern Zugang zu der neuen Asset-Klasse. Zumindest indirekt: Denn das Einzahlen und Abheben von BTC, ETH, LTC und BCH ist nicht möglich. Im April 2021 hat auch die PayPal-Tochter Venmo den Schritt in den Krypto-Sektor gewagt.


PayPal führt Bitcoin-Trading in Großbritannien ein…

Die PayPal App steht vor einer umfassenden Generalüberholung. Neben einer neuen Bedienoberfläche soll die neue App vor allem einen größeren Funktionsumfang bieten. Sie soll zur “Super App” werden, einem Konzept, das bislang vor allem in Asien weitverbreitet ist. Super Apps bieten diverse branchenübergreifende Dienstleistungen unter einem digitalen Dach an – beispielsweise P2P-Zahlungen, Direktnachrichten und Restaurant-Buchungen.

In Sachen Krypto ist PayPal bislang alles andere als eine Super App. Nutzer:innen können lediglich Kryptowährungen kaufen und verkaufen. Abhebungen sind nicht möglich – ein Affront gegen das Krypto-Ideal der Dezentralisierung. Ob die geplante Super App ihren Usern die Möglichkeit einräumen wird, Kryptowährungen auf ihre eigenen Wallets zu übertragen? Während der Präsentation der Quartalszahlen plauderte PayPal CEO Dan Schulman aus dem Nähkästchen. Danach arbeite man derzeit an “Überweisungen an Wallets an Drittanbietern”. Ob es sich dabei ausschließlich um Custodial Wallets (wie die PayPal App derzeit eine darstellt) handelt, oder Hodler Herr/Frau über ihre Assets werden, ließ Schulman offen. Was dagegen sicher ist: Kund:innen in Großbritannien erhalten bald die Möglichkeit, Kryptowährungen zu kaufen und zu verkaufen. Schon im August könnte es so weit sein.

Wir sind weiterhin sehr zufrieden mit der Dynamik, die wir bei Kryptowährungen sehen, und wir fügen selbstverständlich schrittweise weitere Funktionen hinzu. Wir sind gerade dabei, eine Open-Banking-Integration vorzunehmen, die die Fähigkeit zur vollständigen Integration in ACH [Automated Clearing House] und zur Durchführung schnellerer Zahlungen verbessern wird. Und wir werden – hoffentlich vielleicht sogar schon im nächsten Monat – das Trading in Großbritannien einführen. Wir arbeiten gerade an Überweisungen an Wallets von Drittanbietern. Und wir wollen wirklich sicherstellen, dass wir einen nahtlosen Prozess für Steuern und Steuererklärungen schaffen. Wir überlegen, wie wir das in den Handel und die “Kauf mit Krypto”-Funktionalität auf unserer Plattform integrieren können,

so Schulman im Investorencall (etwa ab Minute 59:00).


… doch CBDCs bleiben Schwerpunkt

Allerdings bemüht sich der PayPal CEO sogleich zu betonen, dass die oben genannten Punkte nicht das Hauptaugenmerk von PayPals Krypto-Engagement bilden. Schulman schielt dagegen vor allem auf die Entwicklungen im Bereich der digitalen Zentralbankenwährungen (CBDC) ab.

All das ist interessant, aber es ist nicht das Hauptaugenmerk in Bezug auf das, was wir mit unserer Geschäftseinheit für Blockchain und digitale Währungen zu tun versuchen. Wir denken ganz klar darüber nach, wie die nächste Generation des Finanzsystems aussieht, wie wir dazu beitragen können, das zu gestalten, und wir arbeiten mit Regulierungsbehörden und Zentralbanken auf der ganzen Welt zusammen. Die Zahl der Länder, die sich mit CBDCs befassen, steigt rapide an.[…] Es gibt eindeutig eine Gelegenheit, über eine neue Infrastruktur nachzudenken, die effizienter sein kann,

erklärt der PayPal-Chef. Damit untermauerte Schulmann seine Position aus der Präsentation der Quartalszahlen für Q4 2020.

PayPal ist eine perfekte Ergänzung für Zentralbanken und Regierungen, um diese CBDC auf eine moderne Art und Weise zu verteilen, damit mehr Menschen Zugang zur digitalen Wirtschaft haben, und wir denken, dass dies ein Schwerpunktbereich dieser neuen Geschäftseinheit ist, die wir aufgebaut haben,

so Schulman bereits im Februar.

Wie es derzeit um die CBDC-Ambitionen von EZB und Co. bestellt ist, erfahrt ihr unterdessen im Regulierungs-ECHO vom 19. Juli.


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