Buy the dip? Nach Bitcoin-Blutbad: Das Schlimmste überwunden?
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Regen fällt auf einen Regenschirm

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Nach der größten Abverkaufswelle seit dem Corona-Crash kämpft der Krypto-Markt um Schadensbegrenzung. Ein Ende der Panikverkäufe scheint aber noch nicht in Sicht.

Hat sich der Krypto-Markt die letzten Monate durchweg von seiner Schokoladenseite gezeigt, hat die Volatilitäts-Falle praktisch über Nacht mit voller Wucht zugeschnappt und den Rendite-Zeiger vieler Anleger wieder auf Null gestellt. Den Stein ins Rollen dürfte zwar im Vorfeld Elon Musk gebracht haben, dem ad hoc einfiel, dass die BTC-Ökobilanz wohl doch nicht so ganz zum Image seines Unternehmen passt. Für eine Lawine sorgte aber schließlich die chinesische Regierung, die mal wieder ein Bitcoin-Verbot aus der Schublade geholt und damit für Panikverkäufe am Krypto-Markt gesorgt hat. Die Folge: Die Gesamtmarktkapitalisierung ist in den letzten 24 Stunden um 400 Milliarden US-Dollar zusammengebrochen. Mit Kursabschlägen im einstelligen Prozentbereich sind die Coins aktuell noch gut bedient. Von den zehn größten Kryptowährung hat es Polkadot mit einem Minus von 12 Prozent noch am mildesten erwischt. Bei Bitcoin, Ethereum und Co. sind 24-stündige Verluste zwischen 15 und 25 Prozent heute an der Tagesordnung.


Eine teuer erkaufte Rallye

Dass der Markt nach schwachen Nasdaq-Vorgaben, Musk’s Sinneswandel und dem nicht sehr taufrischen Bitcoin-Verbot aus Fernost so drastisch Federn lässt, zeigt, wie fragil der Boden war, auf dem sich die Rallye getürmt hat. Vor allem für Neuanleger, die inmitten des Bull Runs eingestiegen sind, wird der größte Crash seit über einem Jahr zur Zerreißprobe. Alte Krypto-Hasen dürfte die Korrektur hingegen weniger überrascht haben. Dass nicht wenige Top-Coins um ein Viertel im Wert abgesackt sind, ist zwar selbst für Krypto-Verhältnisse untypisch, aber eben kein Novum.

Vor allem die Rallye auf Altcoins hat in den letzten Wochen eine gefährliche Fallhöhe geschaffen, die sich immer weiter vom Fundamentalwert einiger Coins entfernt hat. Mit anderen Worten: Viele Kryptowährungen sind dramatisch überwertet. Die Quittung kommt nun umso härter. Meme-Coins wie Dogecoin, Shiba Inu oder Safemoon haben über Nacht zwischen 30 und 40 Prozent an Wert eingebüßt. Nach wochenlangem Pump kommt nun der Dump.


Bitcoin-Dominanz holt auf

Die Altseason hat sich in der seit Wochen sinkenden Bitcoin-Dominanz widergespiegelt. Der BTC-Anteil an der Gesamtmarktkapitalisierung ist mit 40 Prozent noch zu Wochenbeginn auf den niedrigsten Stand seit über drei Jahren gefallen. Der Altcoin-Dump könnte die Kräfteverhältnisse am Markt aber wieder allmählich herstellen. Die Bitcoin-Dominanz hat seit Montag knapp fünf Prozent zugelegt. Zumindest für den Moment orientieren sich die meisten Anleger wieder am Krypto-Zugpferd.

Quelle: Tradingview

Kaufen, wenn die Kanonen donnern?

Ob oder wann der Boden erreicht ist, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht seriös vorhersagen. Zurzeit dominieren noch Panikverkäufe das Gesamtgeschehen. Von Gewinnmitnahmen kann kaum mehr die Rede sein. Der Bitcoin-Kurs ist zwischenzeitlich auf 30.000 US-Dollar kollabiert und ist somit auf weniger als die Hälfte vom Rekordhoch zurückgefallen.

Für Nachkäufe scheint der Moment hingegen so günstig wie selten zuvor in den vergangenen Wochen. Dazu gehört jedoch nicht nur ein dickes Nervenkostüm, sondern auch eine gehörige Portion Vertrauen in die mittelfristige Kursentwicklung. Hinsichtlich des Stundenchart macht sich zumindest wieder langsam Optimismus breit. Bitcoin hat sich von seinem Tief erholt und zu Redaktionsschluss auf 35.000 US-Dollar zugelegt.


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