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Silvergate Capital Wer ist die Bank hinter MicroStrategys millionenschwerem Bitcoin-Kredit?

Michael Saylor hat es erneut getan. MacroStrategy, eine Tochtergesellschaft des Saylor-Imperiums MicroStrategy, will erneut große Mengen Bitcoin kaufen. Dazu leiht sich das Unternehmen 205 Millionen US-Dollar von Silvergate. Wer ist die geheimnisvolle Bank, die sich anschickt, die Krypto-Bank des 21. Jahrhunderts zu werden?

Nicola Hahn
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Microstrategy

Beitragsbild: Shutterstock

Michael Saylor, von manchen auch der “Bitcoin-König” genannt, hat sich mittlerweile als eine echte Ikone im Krypto-Space etabliert. Dabei zählte der 57-Jährige lange Zeit zu den größten Kritikern von Bitcoin. Im letzten Jahr hatte sich der Tech-Unternehmer allerdings dazu entschlossen, die Cash-Reserven seines Unternehmens in Bitcoin umzuwandeln. Der Kursanstieg im letzten Jahr katapultierte die Marktkapitalisierung seines Unternehmens kurzerhand in ungeahnte Höhen. Doch auch die folgenden Turbulenzen am Krypto-Markt scheinen Saylors Optimismus nicht verdorben zu haben. Ganz im Gegenteil: Der US-Amerikaner kauft munter weiter Bitcoin, als ob es kein Morgen gäbe. Das nötige Kleingeld dazu beschafft sich sein Unternehmen dabei mittlerweile von einer Bank aus Kalifornien, die außerhalb des Krypto-Space noch relativ unbekannt ist: Silvergate.

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Wer ist Silvergate?

Die Bank aus La Jolla in San Diego (Kalifornien) wurde bereits 1988 als klassische Bank gegründet. 2013 erkannte man allerdings die Zeichen der Zeit und startete eine Krypto-Initiative. Binnen weniger Jahre hat man es so geschafft, sich als führende Kapital-Anlaufstelle für Krypto-Unternehmen zu etablieren. Laut eigenen Angaben verfügt man mittlerweile über einen Kundenstamm von über 1.300 Unternehmen aus der Fintech- und Krypto-Branche (Stand: Q3 2021).

Wer die Geschichte von Silvergate schon länger verfolgt, wird die Bank vor allem mit Metas (vormals Facebook) Stablecoin-Projekt Diem (damals noch Libra) in Verbindung bringen. Ende Januar 2022 hatte das Wall Street Journal unter Berufung auf Insiderquellen berichtet, dass Silvergate Capital das Stablecoin-Projekt Diem von Meta abkaufen würde. Das ambitionierte Facebook-Projekt wollte mit Diem ursprünglich das globale Zahlungssystem revolutionieren. Seitdem befand sich das Konsortium jedoch im Clinch mit den weltweiten Regulatoren und beschränkte sukzessive die Funktionen des Stablecoins – BTC-ECHO berichtete.

Herzstück des Unternehmens ist allerdings die Echtzeit-Zahlungsplattform Silvergate Exchange Network, mit der das Unternehmen eine zunehmende Klasse von Unternehmen und Investoren im Bereich der digitalen Währungen in der ganzen Welt bedient. Das Besondere an der Plattform ist, dass sie als Vermittler für Institutionen fungieren soll, um Cash in Echtzeit in Kryptowährungen umzuwandeln und umgekehrt. Seit 2018 hat die Plattform ihren Kundestamm mehr als verdoppelt. Fast 1.400 Kunden, darunter Börsen, Family-Offices und Krypto-Unternehmen, sind im Netzwerk vertreten.

Neuer Deal mit MicroStrategy

Zu den Kunden zählt nun also auch die Software-Schmiede MicroStrategy. Der jüngste Kredit, über den BTC-ECHO bereits am 29. März berichtete, wurde dabei über das Silvergate-Exchange-Network-Leverage-Programm an MacroStrategy, ein Tochterunternehmen von MicroStrategy, vergeben, welches US-Dollar-Kredite mit Bitcoin als Sicherheiten vergibt. Der Kredit wurde mit Bitcoin im Wert von etwa 820 Millionen US-Dollar besichert, wie aus der Pressemitteilung von MicroStrategy hervorgeht.

Das Software-Haus ist mittlerweile das Unternehmen mit den meisten Bitcoin in der eigenen Bilanz – derzeit sind es 125.051 Bitcoin im Wert von knapp sechs Milliarden US-Dollar. Durchschnittlich hat man dabei rund 30.200 US-Dollar pro Bitcoin gezahlt. Saylor, der im Jahr 2021 zu den Bitcoin-Befürwortern konvertierte, ist optimistisch, dass seine Strategie aufgehen wird. Dazu heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens:

Der SEN-Kredit bietet uns die Möglichkeit, unsere Position als führender börsennotierter Bitcoin-Investor auszubauen.

Michael Saylor, Quelle: Pressemitteilung MicroStrategy

Saylor ist Bitcoin-Maximalist und auf lange Sicht so bullish wie kaum jemand. Er ist aber auch Realist und weiß, dass eine kommende Regulierung bevorsteht, die den gesamten Krypto-Sektor betreffen wird. Der Bitcoin-Purist wies bereits öfter daraufhin, dass er hoffe, dass die Biden-Administration Regularien einführen wird, die klar digitales Eigentum von digitalen Wertpapieren und digitalen Währungen trennen.

Aktie mit starker Performance

Silvergate kommt mittlerweile auf eine stolze Marktkapitalisierung von rund fünf Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2021 erwirtschaftete die Bank einen Umsatz von rund 176 Millionen US-Dollar. Unterm Strich blieb dabei ein Gewinn von 79 Millionen US-Dollar hängen.

Die Aktie von Silvergate Capital konnte auch im Zuge der Erholung der Krypto-Leitwährung wieder etwas Boden gut machen (siehe Chart unten). Seit den Tiefstständen Ende Januar steht mittlerweile ein Kursplus von mehr als 80 Prozent zu Buche. Damit konnte das Papier den Bitcoin-Kurs in den vergangenen Wochen klar outperformen. Auch auf Jahressicht ist die Aktie mit rund 25 Prozent deutlich im Plus. Zum Vergleich: Bitcoin ist trotz der Rallye der letzten Tage immer noch auf Jahressicht rund 19 Prozent im Minus.

Die relativ starke Performance der letzten Wochen lässt sich sicherlich auch damit erklären, dass es sich bei Silvergate um eine Bank handelt. Der Bankensektor zählt zu den Profiteuren von steigenden Zinsen, weil sich damit die Verdienstmöglichkeiten der Bankhäuser deutlich verbessert.

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