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Gefahr durch Zensur MakerDAO bangt um seinen DAI Stablecoin

Im Zuge der Sanktionen gegen den Krypto-Mixer Tornado Cash sieht der Gründer des Lending-Giganten MakerDAO nun sein eigenes Projekt, den Stablecoin DAI, in Gefahr.

Johannes Macswayed
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

| Wie dezentral ist der DAI Stablecoin wirklich?

Rune Christensen, Gründer des beliebten DeFi Protokolls MakerDAO, zeigt sich besorgt darüber, wie angreifbar der Sektor und auch sein eigenes Unternehmen durch Handlungen der Aufsichtsbehörden wären.

Während einer Sitzung der DAO auf Discord zog Christensen dabei sogar in Erwägung, MakerDAOs Stablecoin DAI von seiner Dollar-Bindung zu trennen. Hiermit wolle er das Protokoll vor einer Zensur schützen.

Nach dem kompletten Verbot des Mixing-Dienstes Tornado Cash wurden Gelder und Wallets im Zusammenhang mit der Seite eingefroren. BTC-ECHO berichtete.

So auch durch Circle Pay, Herausgeber des zweitgrößten Stablecoins nach Tether, USDC. Circle war dank der zentralisierten Steuerung von USDC in der Lage, Gelder auf verdächtigen Wallets stillzulegen.

Die MakerDAO stellt das vor große Probleme. Denn die Reserven seines DAI Stablecoins bestehen zu mehr als 30 Prozent (rund 3,6 Milliarden Dollar) aus USDC. Und sind somit anfällig für eine Zensur durch Behörden. Eine solche hätte weitreichende Folgen für den gesamten DeFi Sektor.

MakerDAO: Schwachstelle USDC

Nutzer zahlen ihre Kryptowährungen auf dem Maker-Protokoll ein, um im Gegenzug den Stablecoin DAI zu bekommen. DAI ist 1:1 an den Wert des US-Dollar gebunden. Der ganze Prozess läuft eigentlich dezentral ab, besichert ist DAI zum Teil aber mit USDC, einer zentral steuerbaren Kryptowährung.

Sollte Cricle diese ebenfalls einfrieren, wäre damit ein Großteil der Reserven außer Gefecht. Die Folge wäre ein totaler Zusammenbruch des Protokolls. User könnten DAI nicht mehr vollständig gegen ihre ursprüngliche Kryptowährung eintauschen. Maker, das mit fast 9 Milliarden US-Dollar an Total Value Locked größte DeFi Projekt, wäre also ernsthaft in Gefahr.

MakerDAO setzt sich nun damit auseinander, wie sie sich dieser Gefahr entziehen können. Mit teils waghalsigen Manövern, die derzeit auch vom Maker-Gründer in Erwägung gezogen werden.

In einem Community-Call auf Discord schlug dieser vor, die Bindung von DAI zum US-Dollar mutwillig aufzulösen. Die mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar an Reserven in USDC könne man dafür verwenden, Ethereum als neue Besicherung des DAI Stablecoins zu kaufen.

MakerDAO: Ethereum als neue Reserve?

Ein solcher Akt erinnert stark an die letzten Amtshandlungen von Terra-Luna-Gründer Do Kwon. Dieser kaufte zu Beginn des Jahres massenhaft Bitcoin, um seinen Stablecoin UST zu besichern. Was folgte, dürfte jedem im Krypto-Space in Erinnerung geblieben sein. Ein Stablecoin kann in der Theorie auch nur von volatilen Kryptos gedeckt sein. Was aber, wenn diese in einem starken Kursrutsch enorm an Wert verlieren? Das Konstrukt beginnt zu bröckeln.

Auch Ethereum Gründer Vitalik Buterin zeigt sich in einem Tweet entsprechend skeptisch gegenüber der Idee.

Christensen hat sich inzwischen selbst auf Twitter korrigiert. Seine Follower forderte er aber etwas ironisch dazu auf, sich mit den beschränkten Möglichkeiten für Stablecoins auseinanderzusetzen.

Die Option, mit den USDC Reserven Ethereum zu kaufen, zieht Rune aber weiter in Betracht. Wenn auch durch kleine, stetige Käufe, anstatt alles auf einmal zu wechseln und für enorme für Volatilität zu sorgen. Tatsächlich war DAI auf Maker in seinen Anfängen allein von Ethereum besichert. Eben jene Volatilität stellte sich schnell als größte Herausforderung heraus. Das Protokoll war so nicht wie gewünscht skalierbar.

Daher entschloss man sich, stabile Werte wie den USD-Coin zur Besicherung heranzuziehen. Christensen scheint nun zu glauben, dass eine langfristige Bindung zum US-Dollar ohne diese nicht mehr möglich ist.

Langfristig muss sich die MakerDAO jetzt auf die Suche nach einer Zensur-resistenten Alternative für USDC machen. Nur so bliebe es ein wahrhaftig dezentrales Protokoll.

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