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Libra: Facebook plant mehrere Stable Coins

Facebooks ambitioniertes Projekt einer eigenen Kryptowährung hat bislang eine Reihe von Rückschlägen erlitten. Das Unternehmen möchte sich aber von der Politik nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen. Daher plant Facebook nun die Einführung verschiedener Stable Coins. Getreu dem Motto: Wenn es mit einem Coin nicht klappt, dann mit mehreren.

Moritz Draht
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Stable Coin Libra Facebook

Quelle: Shutterstock

Der Leiter von Facebooks Libra-Projekt David Marcus hat mitgeteilt, dass man Kryptowährungen einführen könne, die auf nationalen Währungen wie dem US-Dollar basieren und nicht auf einer synthetischen Währung, wie er es ursprünglich vorgeschlagen hatte. Auf einem von der Group of 30 in Washington organisierten Treffen, teilte Marcus mit, dass Facebook offen dafür sei, nach alternativen Ansätzen für Libra zu suchen. Die Group of 30 ist ein internationaler Zusammenschluss von hochrangigen Vertretern aus der Finanzbranche.

Marcus reagiert auf den Druck, der Facebook in jüngster Zeit vonseiten der Politik und Wirtschaft entgegengetreten ist. Facebooks neue Strategie ist denkbar einfach: aus einem mach viele. Wenn Facebook schon nicht den ganzen Kuchen bekommt, dann wenigstens ein paar Stücke.

Die Neugestaltung des Facebook Libra kommentierte Marcus:

Anstatt eine synthetische Einheit zu haben, könnten wir eine Reihe von Stable Coins haben: einen US-Dollar-Stable-Coin, einen Euro-Stable-Coin, einen Sterling-Pfund-Stable-Coin etc.

Die währungsabhängigen Stable Coins seien zwar nicht die bevorzugte Umsetzung von Libra, aber eine denkbare Lösung. Das Projekt strebe zudem weiterhin einen Start im Juni 2020 an, so Marcus.

Die Entscheidung liege jedoch nicht allein in Facebooks Hand, wie Marcus weiter anführt:

Wir haben immer gesagt, dass wir nicht vorankommen, ohne alle berechtigten Bedenken ausgeräumt und eine ordnungsgemäße Genehmigung erhalten zu haben.

Libra: Eine nette Idee, die nie passieren wird?

Facebook hat mit wachsender Skepsis gegenüber seinem Projekt einer eigenen digitalen Währung zu kämpfen. Letzte Woche nannte Jamie Dimon, Chief Executive Officer von JP Morgan Chase & Co., das Facebook-Projekt „eine nette Idee, die nie passieren wird.“

In den vergangenen Monaten mehrten sich Meldungen über Austritte aus dem Libra-Projekt. Nachdem bereits PayPal, Visa und ebay aus der Libra Association ausgestiegen sind, hat MasterCard ebenfalls letzte Woche ihren Rücktritt bekannt gegeben. Droht das Libra-Projekt zu scheitern? Das Teilnehmerfeld wird jedenfalls zusehends dünner.

Im Stable-Coin-Bericht, den die G7 am 18. Oktober veröffentlichte, heißt es, dass Stable Coins wie Libra eine Gefährdung der Finanzstabilität darstellen können. Erst wenn bestimmte Kriterien wie Rechtssicherheit und Datenschutz erfüllt seien, könne über eine Zulassung abgestimmt werden. Beim Libra besteht in diesen Punkten allerdings noch Verbesserungsbedarf. Daher werden die G7 die Kryptowährung vorerst nicht zulassen – zumindest solange Facebook Libra nicht den Forderungen entsprechend angepasst hat.

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