Ende einer Ära 

Krypto-Urgestein Lisk schaltet nach zehn Jahren die Blockchain ab

Lisk verabschiedet sich von seiner eigenen Blockchain und richtet das Unternehmen grundlegend neu aus. Auch für den LSK-Token ändert sich damit einiges.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt das Lisk-Logo

Beitragsbild: Shutterstock

| isk ist ursprünglich als Layer-1-Netzwerk gestartet

Lisk beendet nach zehn Jahren den Betrieb seiner eigenen Blockchain, die am 31. Oktober 2026 endgültig abgeschaltet werden soll. Parallel richtet sich das Unternehmen strategisch neu aus und will künftig eine Finanzplattform für Unternehmen anbieten, die Fiatgeld und Stablecoins über verschiedene Länder und Gesellschaften hinweg verwalten. Der “Early Access” für qualifizierte Unternehmen läuft bereits.

Für das 2016 gestartete Krypto-Projekt ist das ein deutlicher Kurswechsel. Damals sammelte Lisk bei seinem Crowdfunding mehr als 14.000 Bitcoin ein und gehörte zu den größten Krypto-Finanzierungen seiner Zeit. Der LSK-Token erreichte Anfang 2018 einen Höchstkurs von 34,92 US-Dollar und zeitweise eine Marktkapitalisierung von fast vier Milliarden US-Dollar. Heute notiert LSK nur noch bei rund 0,087 US-Dollar und damit mehr als 99 Prozent unter seinem Allzeithoch.

Krypto-Projekt Lisk stellt sich komplett neu auf

Mit der Abschaltung der Chain soll auch die bisherige DAO verschwinden. Ein entsprechender Vorschlag sieht vor, 100 Millionen LSK aus der DAO-Treasury zu verbrennen. Dadurch würde sich das Token-Angebot von 400 Millionen auf 300 Millionen LSK und damit um 25 Prozent reduzieren. Zusätzlich soll das Staking flexibler werden, nach dem Unstaking bleibt jedoch eine Wartezeit von drei Tagen bestehen.

Für LSK-Inhaber hängt das weitere Vorgehen davon ab, wo ihre Token liegen. Wer LSK bereits auf Ethereum oder einer Krypto-Börse hält, muss laut Lisk nichts unternehmen. Token auf der Lisk Chain müssen dagegen vor dem 31. Oktober auf Ethereum übertragen werden. Das Bridging benötigt mindestens sieben Tage, weshalb das Unternehmen betroffenen Nutzern empfiehlt, den Wechsel frühzeitig einzuleiten.

Auch Entwickler müssen sich auf das Ende des Netzwerks vorbereiten. Gemeinsam mit Celo hat Lisk einen Migrationspfad eingerichtet, über den bestehende Anwendungen in das Celo-Ökosystem wechseln können. Bis zum Abschalttermin soll die Lisk Chain regulär weiterlaufen und technisch unterstützt werden.

LSK selbst soll trotz des Blockchain-Aus weiterbestehen und künftig als Loyalitäts-Token der neuen Unternehmensplattform dienen. Unternehmen sollen für die Nutzung der Finanzdienste und das Anwerben neuer Kunden Belohnungen erhalten können, die später in LSK ausgezahlt und zur Begleichung von Gebühren eingesetzt werden. Neben Ethereum soll Base künftig zum zweiten Hauptnetzwerk des Tokens werden.

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