Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates und einer der bekanntesten Investoren der Wall Street, warnt erneut vor einer möglichen Schuldenkrise in den USA. Sollte die Regierung ihren derzeitigen Kurs nicht ändern, hält er eine solche Krise innerhalb der kommenden drei Jahre für möglich, wobei er selbst eine Spanne von plus oder minus zwei Jahren nennt. Als Auslöser sieht er vor allem die hohe Staatsverschuldung und die wachsende Menge an Anleihen, die regelmäßig refinanziert werden muss.
Anlegern empfiehlt der Milliardär deshalb, Schuldtitel wie Anleihen geringer zu gewichten und stattdessen stärker auf Gold sowie einen kleinen Anteil Bitcoin zu setzen. Für Gold hält er eine Quote von zehn bis 15 Prozent im Portfolio für sinnvoll, während Bitcoin lediglich eine Beimischung darstellen soll. Zwar besitzt er nach eigenen Angaben selbst BTC, betrachtet die Kryptowährung aber weiterhin nicht als gleichwertigen Ersatz für Gold. In der Vergangenheit äußerte er Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und möglicher Risiken durch Quantencomputer.
Bitcoin als Absicherung gegen Schuldenrisiken
Grund für seine Sorgen ist vor allem die Finanzlage der USA. Für das laufende Jahr rechnet er mit Staatseinnahmen von rund 5,5 Billionen US-Dollar und Ausgaben von etwa 7,5 Billionen US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Defizit von ungefähr zwei Billionen US-Dollar, wobei er allein die jährlichen Zinskosten auf eine Billion US-Dollar beziffert.
Nach seiner Rechnung werden zehn Billionen US-Dollar an bestehenden Schulden fällig, die zurückgezahlt oder neu finanziert werden müssten. Zusammen mit den Zinsen ergibt sich damit ein Schuldendienst von elf Billionen US-Dollar, was etwa dem Doppelten der jährlichen Staatseinnahmen entspricht.
Als möglichen Ausweg schlägt der Milliardär vor, das Haushaltsdefizit langfristig auf rund drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu reduzieren. Dafür müssten nach seiner Vorstellung sowohl die Ausgaben sinken als auch die Staatseinnahmen steigen. Gelingt eine solche Korrektur nicht, könnten höhere Zinsen oder eine stärkere Monetarisierung der Schulden durch die Notenbank folgen.

