Justin Sun hat im Streit mit World Liberty Financial einen wichtigen juristischen Erfolg erzielt. Ein Bundesgericht in Kalifornien lehnte den Versuch des Trump-nahen Krypto-Projekts ab, Suns persönliche Forderungen vollständig in ein nicht öffentliches Schiedsverfahren zu verschieben. Damit bleibt ein wesentlicher Teil des Konflikts vor einem regulären Gericht und wird weiterhin öffentlich verhandelt.
Eine endgültige Entscheidung über die Vorwürfe ist damit noch nicht gefallen. World Liberty kann weiterhin versuchen, einzelne Punkte der Klage abweisen zu lassen. Für Sun ist der Beschluss trotzdem bedeutsam, weil die zentralen persönlichen Ansprüche nun nicht hinter verschlossenen Türen verschwinden und der weitere Verlauf stärker nachvollziehbar bleibt.
Krypto-Streit um WLFI eskaliert
Ausgangspunkt des Konflikts war das Einfrieren von WLFI-Token, die Sun zugeordnet werden. Er wirft World Liberty vor, technische Eingriffsmöglichkeiten geschaffen und später gegen ihn eingesetzt zu haben. Das Unternehmen weist diese Darstellung zurück und behauptet stattdessen, Sun habe gegen Vereinbarungen im Zusammenhang mit seinen Token verstoßen.
Besonders brisant ist der Fall wegen Suns früher Rolle bei World Liberty. Er investierte rund 45 Millionen US-Dollar in das Projekt und gehörte damit zu den wichtigsten Geldgebern in der Anfangsphase. Aus einer engen Verbindung ist inzwischen ein Streit über Vermögenswerte entstanden, deren Wert sich auf mehrere hundert Millionen US-Dollar belaufen könnte.
World Liberty wirft Sun außerdem vor, WLFI-Token ohne Zustimmung bewegt und damit möglicherweise den Kurs beeinflusst zu haben. Sun bestreitet diese Vorwürfe und hält daran fest, dass die Beschränkungen gegen seine Bestände nicht rechtmäßig gewesen seien. Welche Seite damit durchkommt, dürfte nun in den nächsten Verfahrensschritten geklärt werden.
Für WLFI bleibt der Rechtsstreit ein zusätzlicher Belastungsfaktor. Der Token hat seit seinem Start fast 80 Prozent an Wert verloren und reagiert empfindlich auf neue Entwicklungen rund um das Projekt. Der jüngste Gerichtsbeschluss verschafft Sun zwar einen Vorteil im Verfahren, sagt aber noch nichts darüber aus, wer den eigentlichen Streit am Ende gewinnt.
