Buy the Dip? Korrektur am Krypto-Markt: Diese Altcoins trifft es am härtesten

Rot, wohin das Auge reicht. Der Krypto-Markt lässt über Nacht ordentlich federn. Insbesondere der Altcoin-Sektor zählt derbe Verluste. Ein Blick auf die Hintergründe.

Johannes Macswayed
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Krypto Altcoins

Beitragsbild: Shutterstock

| Der Altcoin-Markt konnte in den letzten Wochen kaum zur Erholung ansetzen

Analysten hatten davor gewarnt, jetzt ist es eingetreten. Der Altcoin-Markt verzeichnet zu Tagesbeginn teils zweistellige Verluste und rauscht gen Süden ab. Während einige Coins und Token bereits eine erste Gegenbewegung verzeichnen, bleibt offen, wie volatil es heute noch werden könnte.

Wie eine alte Trading-Weisheit bekanntlich besagt, ist die Furcht anderer die vermutlich beste Zeit zum Kaufen, sofern man langfristig an seine Positionen glaubt. Andere Stimmen verweisen auf die zuletzt anhaltende Talfahrt des Altcoin-Sektors, der die Mehrheit seiner Gewinne seit Dezember letzten Jahres einbüßt.

Ein Blick auf die größten Verlierer – und die standhaftesten Coins und Token des heutigen Crashs.

Bären geben Vollgas

Willkommen am Krypto-Markt ZKsync! Der vermutlich am sehnlichsten erwartete Airdrop aller Zeiten könnte schlechter nicht gelegen sein. Gestern startete der Token der Ethereum-Layer-2-Chain. Heute zählt ZK ein Minus von 30 Prozent. Das dürfte zum einen mit dem heutigen Crash, zum anderen aber mit gewöhnlichen Verkäufen nach Token-Launch zu tun haben. Zu ZK gesellen sich eine Reihe weiterer Verlierer.

Starknet (STRK)

Den L2-Sektor Ethereums trifft es offenbar besonders hart. In diesem Fall gibt Starknet (STRK) heute um fast 14 Prozent nach. Auf Wochensicht sind es sogar 30 Prozent. Für Starknet stellt das ein neues Tief seit dem Token-Launch vor einigen Monaten dar. Insbesondere die hohe Bewertung zum Start dürfte viele Anleger zu anhaltenden Verkäufen genötigt haben, die nun scheinbar ihren (vorläufigen) Höhepunkt erreichen.

STRK-Kurs auf 24-Stunden-Sicht | Quelle: coingecko.com

Celestia (TIA)

Der Bullenmarkt begann mit dem Launch Celestias. Endet er auch mit dem Fall des TIA Tokens? Celestia ist jedenfalls mehr als 50 Prozent vom Allzeithoch bei 20 US-Dollar entfernt – ein Bärenmarkt-würdiger Kursabschlag. In den vergangenen 24 Stunden büßte TIA stolze 15 Prozent ein, auf Wochensicht sind es 25 Prozent. TIA steht zum Zeitpunkt des Schreibens bei 6,61 US-Dollar. Diesen Wert hatte der Token zuletzt im Dezember 2023.

TIA-Kurs auf 24-Stunden-Sicht | Quelle: coingecko.com

Injective (INJ)

Auch Injective hat den Großteil seiner Gewinne seit Dezember eingebüßt und befindet sich mehr als 50 Prozent von seinem Allzeithoch entfernt. In den vergangenen 24 Stunden zählt INJ ein Minus von 11 Prozent, auf Wochensicht sind es knapp 29 Prozent. Der Kurs hält sich derzeit an der psychologisch wichtigen Marke von 20 US-Dollar, rutschte im Laufe des Crashs jedoch schon einmal darunter.

INJ-Kurs auf 24-Stunden-Sicht | Quelle: coingecko.com

Memecoin-Party vorbei?

Katerstimmung gibt es auch nach Kryptos größter Party der letzten Wochen. Der Memecoin-Sektor auf Solana wird scheinbar besonders hart abgestraft. WIF, BONK und Co. geben zwischen zehn und 15 Prozent ab. Deutlicher fallen die Kursverluste der letzten 24 Stunden bei BODEN, TREMP und anderen Politfi-Memecoins aus. Auch Beercoin (BEER) scheint zu tief in die Flasche geguckt zu haben. BEER verzeichnet ein Minus von 45 Prozent auf Tagessicht und stolzen 82 Prozent auf Wochensicht. Platz zwei belegt der Celebrity-Memecoin von Iggy Azalea, MOTHER, mit einem Minus von 42 Prozent.

Lichtblicke unter Tage

Wie so häufig während größerer Abverkäufe bleiben Bitcoin und Ethereum größtenteils standhaft. Während sich bei BTC (bisher) auf Tagessicht wenig tut – der Kurs steht zum Zeitpunkt des Schreibens unverändert bei knapp 66.000 US-Dollar – büßt ETH “nur” rund drei Prozent ein. Hinzu reihen sich zwei weitere Token aus dem ETH-Ökosystem.

Ondo (ONDO)

Der RWA-Sektor wird als großer Profiteur des kommenden Ethereum-ETF in den US gehandelt. Vorne mit dabei ist Ondo Finance, das auf Tagessicht lediglich einen Prozent verliert. Auf Wochensicht sind es etwas mehr als acht Prozent, womit der Coin jedoch noch zu eines der stärkeren Kryptos zählt. Zum Zeitpunkt des Schreibens steht Ondo bei 1,1 US-Dollar.

ONDO-Kurs auf 24-Stunden-Sicht | Quelle: coingecko.com

Pendle Finance (PENDLE)

Mit Pendle Finance bleibt ein DeFi-Schwergewicht auf Ethereum standhaft. Der PENDLE-Kurs gibt zwar auf Tagessicht fast 5 Prozent ab, steht damit aber auf Wochensicht immer noch 2,1 Prozent im Plus. Mit 5,19 steht PENDLE zum Zeitpunkt des Schreibens sogar am selben Punkt wie unmittelbar vor dem heutigen Crash.

PENDLE-Kurs auf 24-Stunden-Sicht | Quelle: coingecko.com

BNB (BNB)

Auch der Token der Krypto-Börse Binance hält sich tapfer. In den letzten 24 Stunden gibt BNB 1,7 Prozent nach und steht damit auf Wochensicht nur 3,2 Prozent im Minus. Offenbar kann sich der Token die Stärke des jüngsten Allzeithochs beibehalten. Möglicherweise steckt auch der Binance-Gründer selbst dahinter. Angeblich besitzt Changpeng Zhao, genannt CZ, 64 Prozent des BNB Gesamtangebots.

BNB-Kurs auf 24-Stunden-Sicht | Quelle: coingecko.com

Ripple (XRP)

Einziger Tagessieger: Ripples XRP, das ein leichtes Plus von 0,9 Prozent auf 24-Stunden-Sicht verzeichnet. Auf Wochensicht ist Ripple sogar drei Prozent im Plus. Das Projekt befindet sich aktuell in einem Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht, verbucht dabei jedoch immer wieder kleinere Gewinne. Möglicherweise steht ein Vergleich zwischen beiden bevor.

XRP-Kurs auf 24-Stunden-Sicht | Quelle: coingecko.com

“Buy the Dip”?

Trotz der Vorwarnung vieler Analysten, kommt der Altcoin-Crash etwas überraschend. Die traditionellen Märkte erreichten in den vergangenen Tagen immer neue Höhen, was viele Anleger hoffen ließ, dass auch der Krypto-Sektor nachziehen könnte. Bitcoins weiter anhaltende Dominanz und die eher negativ aufgenommene letzte Sitzung der Federal Reserve gelten als Grund für die jüngste Altcoin-Schwäche.

Zeitpunkt und Geschwindigkeit des Crashs deuten auf eine kurzfristig einsetzende Panik an den Märkten. Hier gibt es Nachrichten aus Südkorea, wonach die heimischen Krypto-Börsen dort bis zu 600 Token untersuchen wollen. Hintergrund ist ein neues Gesetz für digitale Vermögenswerte, wodurch der Krypto-Sektor dort strenger kontrolliert und reguliert werden könnte. Südkoreanische Trader gelten als enthusiastische Händler von Altcoins und sorgen immer wieder für Volatilität an den Märkten.

Die Krypto-Vergangenheit zeigt, dass insbesondere Momente der Panik eine gute Einkaufsgelegenheit darstellen – vor allem bei Coins, die sich standhaft zeigen. Sollten jedoch systemische Grüne dahinter stecken, drohen Dip-Käufer stattdessen fallende Messer zu fangen. Und sollten sich womöglich erst einen tiefgreifenderen Überblick zur Marktlage machen.

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