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Rücktritt eines Krypto-Urgesteins Deshalb tritt Kraken-CEO Jesse Powell zurück

Der Poster Boy der Krypto-Szene tritt zurück. Kraken-CEO Jesse Powell wird dem Unternehmen künftig nicht mehr vorstehen.

David Scheider
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Kraken

Beitragsbild: picture alliance / Kyodo (2014)

| Noch CEO: Kraken-Gründer Jesse Powell räumt erst das Feld, wenn sein Nachfolger einen passenden Ersatz gefunden hat.

Wurde der Druck zu hoch? Jesse Powell erklärt öffentlich seinen Rücktritt als Geschäftsführer von Kraken. Als Nachfolger ist David Ripley bestimmt, der aktuell die Position Chief Operating Officer (COO) innehat. Der Wechsel ist allerdings nicht per sofort, sondern soll vollzogen werden, sobald man einen Ersatz für Ripley gefunden hat. Das sollte Kraken zufolge in den kommenden Monaten der Fall sein.

Powell zieht sich allerdings nicht gänzlich vom operativen Geschäft zurück, sondern wird weiterhin im Aufsichtsrat des Unternehmens tätig sein.

Auf Twitter schreibt der noch amtierende CEO:

Kraken ist in hervorragenden Händen bei David Ripley. Ich werde mich als Vorstandsvorsitzender weiterhin stark engagieren. Vielen Dank an das Team für das Vertrauen in mich, an unsere Investoren für das Risiko und an alle meine Branchenkollegen an vorderster Front.

Jesse Powell auf Twitter

Kontroverse um Unternehmenskultur

Powell gilt als früher Bitcoin-Enthusiast. Er hatte die Börse 2011 mit Thanh Luu gegründet, der ebenfalls im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt. Powell ist bekennender Libertärer und setzt dieses Ethos auch im Unternehmen um – nicht ohne Kontroversen. Im Juni dieses Jahres veröffentlichte die New York Times einen Artikel, in dem sie schwere Vorwürfe gegen die Unternehmenskultur bei Kraken erhebt. Angestellten wollte man etwa verbieten, selbstgewählte Pronomen zu verwenden; auch von misogynen Aussagen war die Rede. So soll Powell in einem internen Chat, der der New York Times vorliegt, geschrieben haben, dass die “Debatte um die geistigen Fähigkeiten von Frauen noch nicht abschließend geklärt” sei.

Der Anti-Woke-CEO

Im Juni hatte Powell dann ein Dokument vorgelegt, in dem er die libertären Werte des Unternehmens beschrieb. Angestellte, die damit nicht einverstanden waren, sollten das Unternehmen umgehend verlassen und hätten im Gegenzug vier Monate Gehalt beziehen können.

Mit David Ripley hat das Unternehmen einen Nachfolger auserkoren, der diese Werte teilt. “Jesse und ich sind in Bezug auf Kultur und Werte auf einer Wellenlänge”, sagt der CEO in spe gegenüber Fortune Crypto – wer also auf frischen Wind im Unternehmen gehofft hatte, dürfte von der neuen Personalie enttäuscht werden.

Mit der Debatte um die Unternehmenskultur habe der Rücktritt nichts zu tun. Die Entscheidung sei bereits vor einem Jahr gefällt worden. Laut Powell sei der Job auf Dauer zu anstrengend gewesen.

“Für mich geht es darum, mehr Zeit mit Dingen zu verbringen, in denen ich gut bin und die mir Spaß machen, wie zum Beispiel an unseren Produkten zu arbeiten”, sagte er gegenüber Forbes Crypto.

Kraken ist gemessen am Handelsvolumen die viertgrößte Exchange der Welt, knapp hinter Coinbase. Obwohl das Unternehmen im US-Bundesstaat Delaware registriert ist, erzielt Kraken den Löwenanteil seines Handelsvolumens in Europa.

Im Juli dieses Jahres war bekannt geworden, dass das Treasury Department’s Office of Foreign Asset Control (OFAC) gegen Kraken ermittelt. Das Unternehmen soll Iraner:innen den Handel gewährt haben, obwohl das Land auf der Sanktionsliste steht.

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