Washington schaut hin 

Iran-Vorwürfe gegen Tether: Jetzt könnten US-Behörden aktiv werden

USDT soll in zahlreichen sanktionierten Wallets eine wichtige Rolle gespielt haben. Nun fordern US-Politiker eine genauere Prüfung von Tether.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt Paolo Ardoino

Beitragsbild: picture alliance

| Tether ist der größte Stablecoin-Emittent der Welt

Ein neuer Bericht aus dem US-Senat wirft ein schlechtes Licht auf die Rolle von Tether im iranischen Schattenbankensystem. Demokratische Ermittler werteten Blockchain-Daten von 846 Wallets aus, die wegen Verbindungen zum Iran oder verbundenen Gruppen sanktioniert oder für Beschlagnahmungen vorgesehen waren. Dem Bericht zufolge lief beim Großteil dieser Adressen ein erheblicher Teil der Transaktionen über USDT.

Senator Richard Blumenthal forderte daraufhin das US-Finanzministerium und das Justizministerium auf, mögliche Verstöße gegen Sanktions- und Bankgesetze zu prüfen. Die Vorwürfe stammen aus einer Untersuchung des demokratischen Ausschussstabs und sind bislang keine gerichtliche Feststellung gegen Tether.

Tether gerät in Erklärungsnot

Der Bericht beschreibt USDT als wichtigen Baustein in einem Netzwerk, über das iranische Akteure Gelder bewegen und internationale Sanktionen umgehen sollen. Genannt werden dabei auch Transaktionen im Zusammenhang mit Drohnen, militärischer Ausrüstung und verbündeten Gruppen in der Region.

Kritik gibt es vor allem an der Frage, wie konsequent verdächtige Wallets gesperrt wurden. Die Ermittler werfen Tether vor, Adressen mit bekannten Verbindungen zu sanktionierten Akteuren in der Vergangenheit nicht immer schnell genug eingefroren zu haben.

Tether weist die Darstellung zurück und verweist auf die eigene Zusammenarbeit mit Behörden. Das Unternehmen erklärte, im vergangenen Jahr USDT im Wert von rund 550 Millionen US-Dollar mit Iran-Bezug eingefroren zu haben. CEO Paolo Ardoino betont zudem, dass öffentliche Blockchains Geldflüsse nachvollziehbarer machten und Tether bei belastbaren Hinweisen eingreifen könne.

“Die eklatante Vernachlässigung von Kryptowährungsemittenten durch die Trump-Regierung hat unsere nationalen Sicherheitsinteressen untergraben. Deshalb fordere ich das Finanz- und das Justizministerium auf, Tether unverzüglich zu untersuchen und das Unternehmen für diese potenziellen Sanktionsverstöße zur Rechenschaft zu ziehen”, so Blumenthal.

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