Tulli macht Kasse Finnland verkauft Bitcoin für 80 Millionen US-Dollar
Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Bitcoin-Münuen und Auktionshammer

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Nicht nur Privatanleger profitieren von der Bitcoin Rallye. Auch die finnische Zollbehörde Tulli reibt sich derzeit die Hände.

Während Bitcoin heutzutage unter Kleinkriminellen und Schwerverbrechern nicht mehr ganz so hoch im Kurs steht, landeten in den vergangenen Jahren bereits erhebliche BTC-Mengen in den Händen von Strafverfolgungsbehörden. Wussten diese lange Zeit nichts mit ihrem Glück anzufangen, folgen immer mehr europäische Behörden dem amerikanischen Vorbild und stellen ihre Beute zur Auktion frei. Auch die finnische Zollbehörde konnte sich lange Zeit nicht von ihrem digitalen Schatz trennen. Zum Glück, denn der Staat profitiert nun von ihrer Unentschlossenheit.


Finnische Zollbehörde beschlagnahmt Bitcoin

Wie BTC-ECHO bereits berichtete, ist der finnischen Zollbehörde vor etwa fünf Jahren ein aus heutiger Sicht besonders dicker Fisch ins Netz gegangen. Bei der Zerschlagung einer Darknetplattform stellten Beamte im Juni 2016 rund 1.666 BTC sicher. Der Drahtzieher wurde wegen Drogenhandels zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt. Die Beute blieb jedoch bei der Behörde, nachdem das Berufungsgericht von Turku anordnete, den Bitcoin-Erlös aus den Straftaten zu beschlagnahmen. Davon profitiert nun der Staat, der sich die Gewinnmarge einstreichen kann.

Und diese fällt nicht gering aus. Als die Bitcoin beschlagnahmt wurden, lag der Wechselkurs noch bei ungefähr 600 US-Dollar. Der Rest ist Geschichte. Zu Redaktionsschluss notiert Bitcoin um das 64-fache höher – bei rund 38.500 US-Dollar. In nur fünf Jahren ist der Wert von einer Million auf 64 Millionen US-Dollar gestiegen.


Finnland bald Bitcoin-Auktionär?

Laut der finnischen Zeitung Helsingin Sanomat befinden sich nun insgesamt 1.981 Bitcoin in Händen der Behörde, die nun unter den Hammer kommen könnten. Laut Pekka Pylkkänen, CFO der finnischen Zollbehörde Tulli, bereite man „derzeit das Umsetzungsverfahren mit den Kooperationsbehörden vor“. Sobald die Bitcoin geeignete Abnehmer gefunden habe „geht das Geld aus dem Verkauf an den finnischen Staat“. Derzeit bereite der Zoll „das Umsetzungsverfahren mit den Kooperationsbehörden vor“ und werde „darüber informieren, sobald das konkrete Verfahren festgelegt wurde“.

Mit welchem Verfahren die Bitcoin verkauft werden sollen, ist somit noch offen. Nicht auszuschließen ist der Weg über die Auktion, wie es in den USA bereits praktiziert wird. Auch in Deutschland ist der Bitcoin-Verkauf über Auktionshäuser bereits angestoßen worden. Ob die Finnen dem Beispiel folgen oder Direktabnehmer beispielsweise durch Krypto-Börsen finden, muss sich noch zeigen.

Ein guter Zweck

So oder so wird der Erlös nicht wenig Kapital in die Staatskasse spülen. Insgesamt beläuft sich der Wert der Bitcoin auf 80 Millionen US-Dollar. Geld, das beispielsweise für 4 Millionen Dosen des von Biontech und Pfizer entwickelten Covid-Impstoffs ausgegeben werden könnte. Da für einen vollen Schutz zwei Dosen notwendig sind, könnten 2 Millionen Bürger durch den Bitcoin-Erlös eine Impfung erhalten – bei einer Bevölkerungsanzahl von 5,5 Millionen mehr als jeder Dritte.


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