Bitcoin-Versteigerung Justiz verhökert beschlagnahmte Bitcoin im Wert von 600.000 Euro

Moritz Draht

von Moritz Draht

Am · Lesezeit: 2 Minuten

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Moritz Draht hat Deutsche Literatur und Philosophie an der Universität Konstanz studiert. Sein Krypto-Engagement widmet sich den Zusammenhängen zwischen soziokulturellen und technischen Entwicklungen.

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Für diejenigen, denen der Erwerb von Bitcoin über Broker und Börsen nicht mehr genügend Nervenkitzel bereitet, ergibt sich künftig eine weitere Option. Die Kölner Staatsanwaltschaft gibt beschlagnahmte Bitcoins zur Auktion frei.

Ein Sportwagen der Marke Ferrari, Prada-Sonnenbrillen und eine geschmacklose Lagerfeld-Handtasche aus dunkelblauem Saffiano-Leder: Die Versteigerungsplattform der Kölner Staatsanwaltschaft versammelt allerlei illustre Angebote, die konfisziert wurden. Inmitten der Produktpalette findet sich neuerdings auch eine nicht geringe Menge von Bitcoin im Wert von 600.000 Euro.

Bitcoin-Versteigerung ist Novum in Deutschland

Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Justiz werden Bitcoin über das Portal „Justiz Auktion“ angeboten. Das Vermögen soll bei Cyberkriminellen beschlagnahmt worden sein, berichtet der Landesdienst Nordrhein-Westfalen der Deutschen Presseagentur.

Dass Bitcoins auf dem Auktionstisch der Justiz landen, ist hierzulande zwar ein Novum, aber im Grunde nicht ungewöhnlich. Nach der Strafvollstreckungsordnung NRW müssen beschlagnahmte Werte zur Versteigerung stehen, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit. Im Regelfall betrifft dies allerdings eher Autos, Handys und Schmuck. Da Kryptowährungen wie Bitcoin bislang noch nicht unter den Hammer der deutschen Justiz gekommen sind, liest sich der Wortlaut der Mitteilung entsprechend nüchtern:

Ob es funktioniere, werde man sehen müssen.

Unter der Voraussetzung, den private Key des ursprünglichen Besitzers zu kennen, lassen sich Bitcoins sodann beschlagnahmen und an den Meistbietenden verscherbeln. Schließlich ist es ohne Private Key auch unwahrscheinlich, dass die Coins die Wallet wechseln.

Im Übrigen ist das Angebot bislang noch nicht freigeschaltet. Das Wettbieten scheint ohnehin ein Wagnis zu sein. Bei täglichen Kursschwankungen, könnte man sich sowohl den geschenkten Gaul als auch die Katze im Sack nach Hause holen.

Ein alter Hut aus Übersee

Was einen Präzedenzfall in der deutschen Justiz darstellt, hat die US-amerikanische Justiz bereits praktiziert. Im Zuge der spektakulären Untersuchungen zur Darknet-Plattform „Silk Road“ haben die Behörden insgesamt 144.000 Bitcoin des Plattform-Betreibers Ross Ulbricht versteigert.

Auch in Großbritannien hat die Kryptowährung ihren Weg ins Auktionshaus gefunden. „Wilsons Auctions“ hat im vergangenen Jahr Bitcoin im Wert von 500.000 Pfund versteigert, die ebenfalls aus cyberkriminellen Aktivitäten stammten.

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