Cyber-Kriminalität Europol beschlagnahmt Bitcoin und Co. von 179 Drogendealern

Anton Livshits

von Anton Livshits

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Anton Livshits

Anton Livshits absolviert ein Masterstudium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Seine Beschäftigung mit Krypto-Themen ist das Resultat eines grundlegenden Interesses am Wechselspiel von technischer Innovation und gesellschaftlichem Wandel.

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Mann in Handschellen, in der Linken hält er eine Bitcoin-Münze

Quelle: Shutterstock

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Eine internationale Polizeiaktion legte mehr als 170 Darknet-Drogendealern das Handwerk. Im Fokus der Ermittler stand dabei nicht zu Letzt auch Deutschland.

Ermittler aus Europa und den USA haben erfolgreich einen koordinierten Schlag gegen den Drogenhandel im Darknet durchgeführt. In den vergangenen neun Monaten nahmen Polizisten insgesamt 179 Dorgenhändler fest. Daneben beschlagnahmten sie Waffen, eine halbe Tonne Drogen sowie Bargeld und Kryptowährungen im Wert von mehr als 6,5 Millionen US-Dollar.


Das US-Justizministerium und Europol verkündeten ihren Erfolg am 22. September. Ermittler aus den USA, Deutschland, Österreich und sechs weiteren Staaten beteiligten sich an Operation DisrupTor. Der Name der Polizeiaktion ist ein Wortspiel zwischen „disruptor“ für „Störer“ und „TOR“ (The Onion Router), dem eigentlichen Namen für das als Darknet bekannte anonyme Netzwerk, in dem die Marktplätze angesiedelt sind. Neben Drogen können dort auch Waffen und gefälschte Dokumente im Tausch gegen Bitcoin erworben werden. Die Ermittlungen richteten sich gegen mehrere der Marktplätze, von denen einige mittlerweile offline sind.

42 Deutsche Darknet-Dealer festgenommen

DisrupTor war im Mai 2019 eine Aktion gegen den Darknet-Marktplatz Wall Street Market vorrausgegangen. Polizeibehörden mehrerer Staaten unter der Führung des Bundeskriminalamtes konnten damals Daten sichern, die sie zu den nun überführten Drogenschmugglern führten.

Die 179 verhafteten Großdealer stammen aus sechs Staaten, sie sollen über das Darknet Tausende von Drogenverkäufen getätigt hatten. 121 Verhaftungen entfallen auf die USA und 42 auf Deutschland. Nach Angaben des DEA-Direktors Timothy Shea kamen bei den Ermittlungen „innovative Methoden zur Identifizierung von Händlern“ zum Einsatz.

Sowohl die Behörden in den USA als auch in Europa werteten DisrupTor als signifikanten Erfolg im Kampf gegen den Drogenhandel im Darknet. Hierzu Edvardas Šileris, Leiter des Cybercrime Centers von Europol:

Das versteckte Internet ist nicht mehr versteckt, und Ihre anonyme Aktivität ist nicht anonym. Die Strafverfolgung ist entschlossen, Kriminelle aufzuspüren, ganz gleich, wo sie operieren – sei es auf der Straße oder hinter einem Computerbildschirm.

Jeffrey Rosen, Stellvertretender Generalstaatsanwalt der USA, sprach ebenfalls eine deutliche Warnung gegenüber den Darknet-Dealern aus:

Die Verhaftung von 179 von ihnen in sieben Ländern – mit der Beschlagnahme ihrer Drogenlieferungen und ihres Geldes – zeigt, dass es keinen sicheren Hafen für den Drogenhandel im Cyberspace geben wird.

Nur ein Tropfen auf den heißen Stein?

Während die Polizeibehörden frohlocken, gab der anonyme Journalist und Darknet-Beobachter DarkDotFail per Twitter eine pessimistischere Bewertung von DisrupTor zum Besten:

Das Darknet ist winzig. Markteinnahmen sind ein unbedeutender Rundungsfehler in der globalen Drogenwirtschaft. Warum investieren Regierungen so viel Energie in die Jagd auf Tor-Nutzer?

Den in seiner Gesamtheit hunderte MIlliarden von US-Dollar schweren globalen Drogenhandel einmal ausgeklammert, verrät allein ein Blick auf die Zahlen der Blockchain-Analysten von Chainalysis die geringe Bedeutung der jüngsten Polizeierfolge. Schließlich sollen sich die Darknet-Märkte im Besitz von mehr als einer halben Million Bitcoin befinden. Umgerechnet entspricht dies einer Summe von mindestens 5,4 Milliarden US-Dollar und somit etwa dem tausendfachen der beschlagnahmten Gelder.

Die Geschichte des Darknets stimmt ebenfalls nachdenklich. Schließlich liegt die Zerschlagung von Silk Road (dem ersten und berühmtesten Marktplatz) bereits einige Jahre zurück. Mögen die Verantwortlichen auch lange Haftstrafen verbüßen, dem Drogengeschäft über das Tor-Netzwerk tat dies keinen nennenswerten Abbruch. Die Dinge stehen hier offensichtlich wie bei der Hydra aus der griechischen Mythologie. Schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen zwei neue nach.

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