Geldpolitische Wende 

Fed vollzieht Strategiewechsel: Das bedeutet es für Bitcoin und Krypto

Jahrelang konnten sich Krypto-Anleger darauf verlassen, dass billiges Geld am Ende fast alle Coins nach oben trägt. Warum dieses Muster unter dem neuen Fed-Chef brechen könnte.

Jan-Malte Minnerup
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Kevin Warsh

Beitragsbild: picture alliance

| Unter Kevin Warsh überlässt die US-Notenbank die Finanzierungsbedingungen stärker dem Markt

Über Jahre hinweg gehörte die US-Notenbank zu den wichtigsten Taktgebern für den gesamten Krypto-Markt. Niedrige Zinsen gepaart mit milliardenschweren Anleihekäufen sorgten insbesondere nach Krisen immer wieder für reichlich Liquidität an den Finanzmärkten, aber unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh könnte sich dieses Umfeld jetzt grundlegend verändern. Nach Einschätzung von Denis Oevermann, Investment Strategist bei Bitcoin Suisse, zieht sich die Notenbank zunehmend aus der aktiven Steuerung der Finanzierungsbedingungen zurück.

Kevin Warsh verändert die Rolle der Fed

Seit seinem Amtsantritt im Mai bewegt Warsh die Federal Reserve weg von der stark kommunikationsgetriebenen Geldpolitik der vergangenen Jahre. Das Inflationsziel von zwei Prozent und das duale Mandat bleiben bestehen, allerdings sollen die Märkte künftig wieder stärker selbst darüber entscheiden, zu welchen Bedingungen Kapital verfügbar ist.

Wie das konkret aussehen kann, zeigte sich bereits im Juli, als steigende Renditen länger laufender US-Staatsanleihen eigenständig für straffere Finanzierungsbedingungen sorgten, obwohl die Fed den Leitzins unverändert ließ. Oevermann erwartet daher stärkere Zinsschwankungen und höhere Laufzeitprämien als bisher.

Wie der Strategiewechsel den Krypto-Markt beeinflussen könnte

Für Krypto-Anleger könnte das bedeuten, dass die Zeiten, in denen steigende Liquidität nahezu den gesamten Markt nach oben zieht, vorerst vorbei sind. Bitcoin Suisse erwartet nun eine stärkere Differenzierung. Das vorhandene Kapital könnte selektiver in einzelne Kryptowährungen fließen und die Kursentwicklung verschiedener Assets stärker auseinanderlaufen lassen. Nach Einschätzung Oevermanns gewinnen jetzt die gezielte Auswahl aussichtsreicher Assets und taktische Anpassungen des Portfolios an Bedeutung. Außerdem sollte das Risikomanagement entsprechend angepasst werden.

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