Chancen und Risiken Ethereum 2.0: Wie man mit Staking Rendite machen kann
Leon Waidmann

von Leon Waidmann

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Ethereum

Quelle: Shutterstock

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Phase 0 von Ethereum (ETH) 2.0 ist live und bereits jetzt ist es möglich, mit Staking Ether zu verdienen. Wir werfen heute einen Blick auf die beliebtesten Staking-Methoden und klären euch über Chancen und Risiken auf.

Mit Ethereum 2.0 kann jeder ETH verdienen

Der Übergang zu ETH 2.0 verläuft in mehreren Phasen, von denen die erste bereits gestartet ist. Seit dem 1. Dezember ist Staking auf der sogenannten „Beacon-Chain“ von Ethereum 2.0 möglich. Die „Beacon-Chain“ läuft parallel zur alten Proof-of-Work-Blockchain von Ethereum 1.0. Das Upgrade stellt die wohl spannendste Veränderung der Ethereum Blockchain seit seiner Entstehung dar und gilt als eine der Hauptgründe, weshalb sich Investoren viel von ETH im Jahr 2021 versprechen.


Die Änderung bedeutet, dass die Ethereum Blockchain in Zukunft nicht mehr durch Miner gesichert wird, sondern vollständig durch Validatoren, die Ether staken. Das interessante daran ist, dass man keine teuren Mining-Geräte mehr benötigt, um sich an der Sicherung und der Dezentralisierung der Ethereum Blockchain zu beteiligen. Stattdessen braucht man nur einen herkömmlichen PC, Ether und technisches Wissen, um alles richtig zu konfigurieren.

Was bedeutet Staking und wie funktioniert es?

Die erste Version von Ethereum verwendet das Konsensverfahren des Proof-of-Work, um Transaktionen zu validieren. Das ist das gleiche System, das auch bei der Bitcoin Blockchain verwendet wird. Benutzer, die sich am Mining beteiligen, konkurrieren um die Möglichkeit, Transaktionen zu bestätigen. Das können beispielsweise normale Coin-Transaktionen von einer Adresse zu einer anderen sein, oder aber auch kompliziertere Smart-Contract-Transaktionen. Egal welche Transaktion bestätigt wird, das Ergebnis wird anschließend auf der Blockchain aufgezeichnet und die entsprechenden Miner erhalten dafür eine Belohnung.

Darüber hinaus benötigen Miner spezielle Ausrüstung, die in der Regel aus Hardware-Geräten (ASICs) oder, im Fall von Ethereum, aus mehreren parallel geschalteten High-End-Grafikkarten (GPUs) besteht. Für die Anschaffung der Hardware ist daher eine erhebliche Anfangsinvestition erforderlich. Da diese Geräte zudem viel Strom verbrauchen, ist das Mining nur dann gewinnbringend, wenn die Stromkosten niedrig genug sind.

Stattdessen verwendet Ethereum 2.0 den Proof-of-Stake-Mechanismus, bei dem Benutzer ihre Ethereum (ETH) innerhalb eines Smart Contracts „sperren“ und periodisch zufällig ausgewählt werden, um Transaktionen zu validieren. Die Validatoren kassieren Provisionen von denjenigen, die auf der Ethereum Blockchain Transaktionen ausführen. Aus diesem Grund ist es nicht mehr notwendig, als Staker eine teure Hardware-Ausrüstung zu kaufen. Ein normaler PC mit niedrigen Stromkosten reicht vollkommen aus, um die Kosten zu reduzieren und die Einnahmen zu maximieren. Momentan benötigt ein Ethereum-Validator 32 Ethereum. Trotzdem gibt es auch andere Möglichkeiten, bei denen man weniger ETH benötigt, um am Staking-Prozess teilzunehmen.

Wie viel kann man mit Ethereum-Staking verdienen?

Wie viel man letztlich mit Ethereum-Staking verdienen kann, hängt von vielen Faktoren hab. Die wichtigsten Faktoren sind die Gesamtzahl der aktiven Validatoren, die Anzahl der Transaktionen, die Auslastung der Beacon-Chain und die Anzahl der insgesamt gestakten ETH.

Einige Rechner, die die Rendite simulieren, sind im Internet bereits verfügbar.


Da die tatsächliche Rendite von den oben genannten Faktoren abhängig ist, wird sie auch in den kommenden Monaten sehr variabel ausfallen. Grundsätzlich kann aber mit einem Gewinn von 5 bis 10 Prozent in ETH gerechnet werden.

Zudem ist wichtig zu wissen, dass zurzeit noch keine Möglichkeit besteht, seine Einlagen oder seine Verdienste abzuheben. Das wird erst möglich sein, wenn Ethereum 2.0 vollständig implementiert ist, womit voraussichtlich erst Ende 2022 zu rechnen ist.

Wie kann man ETH staken?

Es gibt viele Möglichkeiten, um Ethereum zu staken. Im folgenden werfen wir einen Blick auf die bekanntesten.

1. Staking auf dem eigenen Computer

Grundvoraussetzung sind bei dieser Staking-Methode 32 ETH. Diese werden benötigt, damit die ETH 2.0 Validatoren Software, auch Client Nodesoftware genannt, auf einem Computer, der dauerhaft online ist, ausgeführt werden kann. Bei der Wahl der Nodesoftware kann man zwischen mehreren Anbietern auswählen. Die bekanntesten sind derzeit Prysm Client von Prysmatic Labs, Nimbus, Teku und Lighthouse. Anschließend kann man den Anweisungen auf der offiziellen Ethereum 2.0 Seite folgen und sich die zahlreichen Staking-Guides auf Youtube anschauen. Jedoch Bedarf dieser Prozess einiges an technischem Wissen und gewisse Hardware-Voraussetzungen. Daher ist er nicht für jeden Anleger geeignet. Trotzdem gibt es bereits Firmen, die vorgefertigte Staking Nodes anbieten, deren Einrichtungsprozess deutlich unkomplizierter abläuft.

2. Staking in Staking Pools

Da 32 ETH mittlerweile über 30.000 US-Dollar Wert sind, gibt es auch andere Optionen, um trotzdem am Ethereum 2.0-Staking teilzunehmen. Sogenannte Staking Pools werden beispielsweise von Krypto-Börsen wie Kraken, Coinbase oder Binance angeboten. Diese Dienste erlauben es auch kleinen Investoren, so viel ETH zu setzen wie sie wollen. Da die ETH in einen gemeinsamen Pool kommen, spielt es keine Rolle, wie viel Ethereum ein einzelner Investor investiert. Anleger benötigen bei dieser Option auch kein technisches Vorwissen oder einen entsprechenden Computer, der ständig online sein muss. Trotzdem gibt es bei dieser Methode einen gewaltigen Nachteil, da man seine Coins einer zentralen Partei anvertrauen muss. Zudem könnte die Dezentralität des ETH-Netzwerks geschwächt werden, wenn eine große Mehrheit der Investoren zentrale Staking Pools verwendet.

Aus diesem Grund gibt es auch schon einige dezentrale Staking Pools, die mit Hilfe von Smart Contracts auf der Ethereum Blockchain laufen. Ein Beispiel dafür ist das Community-Projekt RocketPool. Diese Art des Staking befindet sich aber noch in den Kinderschuhen und sollte daher eher mit Vorsicht genutzt werden.

Welche Risiken gibt es beim Staking?

Trotz der verlockenden Rendite gibt es Risiken bei Ethereum-Staking. Zum einen kann man als selbständiger Staker Verringerungen der Staking Rewards kassieren, wenn beispielsweise der Computer, den man zum Staken verwendet, abstürzt oder die Verbindung zum Internet unterbrochen wird. Darüber hinaus kann man für grobes Fehlverhalten mit einem Teilverlust seiner Einlagen bestraft werden. Das nennt sich dann Slashing. In der Regel ist dieses Risiko für normale Nutzer kein Thema. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sich die vollständige Implementierung von Ethereum 2.0 noch weiter in die länge zieht, weshalb es auch gut möglich sein kann, dass man als Anleger noch länger warten muss, bis man auf seine Einlagen und die erzielte Rendite zugreifen kann.


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