Whistleblower teilt aus Edward Snowden: CBDC als “Perversion von Kryptowährungen”
Marlen Kremer

von Marlen Kremer

Am · Lesezeit: 3 Minuten

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Edward Snowden veröffentlichte einen Beitrag über CBDCs, in dem er die digitale Währung von Zentralbanken kritisch unter die Lupe nimmt.

Auf Twitter übte der NSA-Whistleblower harsche Kritik gegenüber digitalem Zentralbankgeld (CBDC). In seinem Blogpost plakatiert Snowden die digitalen Währungen von Zentralbanken als die “neuste Gefahr am Horizont der Öffentlichkeit”.


Als Antwort auf eine Rede von Christopher J. Waller, Mitglied des Federal Reserve Board of Governors der USA, argumentierte Snowden gegen eine Umsetzung eines digitalen Dollars. Darin beschrieb er, wie Zentralbanken CBDC nutzen könnten, um mehr Macht über das Finanzsystem zu erhalten.

Zudem zog er China und den digitalen Yuan zum Vergleich, eines der zurzeit am weitesten fortgeschrittenen CBDC-Projekte weltweit. Dabei erklärte er, dass die Implementierung des digitalen Yuan und das gleichzeitige Bitcoin-Verbot in China lediglich dazu da seien, die “Fähigkeit des Staates zur Zwischenschaltung bei jeder Transaktion zu verstärken”.

“Krypto-faschistische Währung”

Vor allem kritisierte der ehemalige NSA-Mitarbeiter die Zentralität von digitalen Währungen der Zentralbanken. Die US-CBDC sei nicht gleichzusetzen mit einem “digitalen Dollar” – schließlich seien die “meisten Dollar bereits digital” und würden nur als Eintrag in einer Datenbank existieren.

Der Sprung auf CBDCs sei auch nicht ein Zeichen der Regierung in Richtung Krypto-Adoption und Akzeptanz. Was eine CBDC für Snowden im Endeffekt ist, beschreibt er im Folgenden:

Stattdessen ist eine CBDC eher eine Perversion einer Kryptowährungen, oder zumindest von deren Grundprinzipien und Protokollen – eine krypto-faschistische Währung, ein böser Zwilling, der in die Hauptbücher am Gegenteiltag eingedrungen ist, ausdrücklich dazu entworfen, den Usern das grundlegende Eigentum ihres Geldes vorzuenthalten und den Staat in das Zentrum als Vermittler aller Transaktionen einzubauen.

Edward Snowden

Demnach seien die Vorteile von CBDCs, Transaktionen “schneller” und “sicherer” zu machen, lediglich ein Vorwand, um den Zustand des Überwachungsstaates zu erreichen.


CBDC-Transaktion abgelehnt

Indes verteidigte er in seinem Beitrag die grundlegende Idee von dezentralisierten Kryptowährungen. Jedoch würden Zentral- und Privatbanken Bitcoin und Co. fürchten, da diese “entworfen wurden, um den gleichen Schutz aller User ohne besondere Privilegien des Staates zu gewährleisten”.

Snowden erklärte, dass der Staat seine Abneigung gegenüber solchen Technologien oft als “väterliches Besorgnis” vermitteln würde. Dabei behaupte die Regierung, dass der Markt ohne “ihre fürsorgliche Vermittlung” in “Zockerei, Steuerbetrug, Drogenhandel und Waffenschmuggel” übergehen würde.

Letztlich nimmt er uns auf ein kleines Gedankenexperiment mit. Demnach müsse ein Bankmitarbeiter, bedingt durch seinen Gesundheitszustand, seinen Zuckerkonsum reduzieren. Durch die geteilten Daten zwischen der Krankenversicherung und seiner CBDC Wallet würden Transaktionen, um Süßigkeiten zu erwerben, abgelehnt werden – auch wenn er damit nur seiner Enkeltochter eine Freude machen wollte.

Eine ähnliche Entwicklung kann man aktuell in China beobachten. Im April sorgte ein “Verfallssystem” beim E-Yuan für Aufsehen, wonach Transaktionen von der chinesischen Zentralbank nach Belieben validiert und entwertet werden konnten.

Derzeit untersucht die Europäische Zentralbank (EZB) den Einsatz einer EU-weiten digitalen Zentralbankwährung. Im Oktober 2023 erfolgt dann die endgültige Entscheidungsfindung. Bisher lautete die Direktive stets, dass ein “E-Euro” Bargeld ergänzen und nicht ersetzen solle. Darüber hinaus zeigte sich in einer Umfrage, die die EZB Mitte April unter EU-Bürger durchführte, ein deutliches Bild: für 43 Prozent der Befragten stand Privatsphäre an oberster Stelle.


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