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Dogecoin (DOGE)  Die ungewollte Erfolgsstory des teuersten Witzes aller Zeiten

Jackson Palmer entwickelte Dogecoin mit einem Freund, um sich über den Krypto-Space lustig zu machen. Mittlerweile ist DOGE Milliarden wert. Die Geschichte eines vehementen Krypto-Kritikers.

Paol Hergert
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Dogecoin

Beitragsbild: Shutterstock

| Der Hund, der nicht nur zu einem der berühmtesten Memes des Internets wurde, sondern auch zu einer milliardenschweren Kryptowährung.

Ein Token Supply von 100 Milliarden, der sich jedes Jahr um fünf Milliarden erhöht, “Comic Sans” als offizieller Font, das Antlitz des berühmten Shiba Inus “Doge”, der zu seinen Hochzeiten das berühmteste Meme im Internet war, und ein Entwicklerteam, das offenkundig nichts von Krypto hielt: Die 2013 geschaffene erste Meme-Kryptowährung Dogecoin nicht als Witz zu verstehen, war zu seiner Gründung fast unmöglich. Doch zwischenzeitlich konnte sich DOGE sogar bis in die Top Ten der wertvollsten Kryptowährungen vorkämpfen, hätte dank eines beliebten TikTok-Trends fast die 1-US-Dollar-Marke überschritten und erreichte im Mai vergangenen Jahres einen Höchststand von 89 Milliarden US-Dollar.

Mit diesem Erfolg hatte niemand gerechnet, schon gar niemand geplant, vor allem nicht die befreundeten Erfinder von Dogecoin, Jackson Palmer und Billy Markus. Doch ist es gerade die Pointe ihres Witzes – der schier unerschöpfliche Token Supply und die Hinzugabe von fünf Milliarden Token pro Jahr –, die den zwischenzeitlichen Erfolg des Projekts erklärt. Denn die Memecoins erfüllen einen wichtigen Zweck im Krypto-Space und demokratisieren die (dezentrale) Finanzwelt. Das behaupten zumindest ihre Fans. Dank ihrer geringen Transaktionskosten und hohen Geschwindigkeit wird die Kryptowährung auch liebevoll als “Bitcoin für Mikrotransaktionen” bezeichnet.

Dass der Meme-begeisterte, reichste Mann der Welt, Elon Musk, sich selbst zum Schutzpatron (in seinen Worten “Dogefather”) ernannte, hievte den “Witz” dann unumkehrbar auf den Olymp der Kryptowährungen. Und Jackson ­Palmer? Der macht sich weiterhin über den Krypto-­Space lustig.

Es geht ihm ums Prinzip

Während der originäre Memecoin mittlerweile tausendfach nachgeahmt wurde, maßgeblich für den Erfolg von Altcoin-Projekten wie den zahlreichen Doge-Ablegern (Floki Inu, Baby Doge, Shiba Inu etc.) und anderen “Tier-Token” (etwa ApeCoin und dessen NFT-Sammlung Bored Ape Yacht Club) verantwortlich ist, hat Jackson Palmer dem Krypto-Space weitestgehend den Rücken gekehrt.

Eigentlich war der von Anfang an überzeugt von der Blockchain-Technologie, wollte mit Dogecoin auch Hilfestellung leisten. Die Idee: Neulingen im Krypto-Space den Einstieg erleichtern – mit einfacher Sprache und einer hilfsbereiten Community.

Doch bereits 2015 erlebte Palmer einen Sinneswandel: Bitcoin-Hacks und zahlreiche Scams erschütterten sein Vertrauen in den Krypto-Bereich. Die DOGE-­Community wurde Ende 2014 Opfer eines millionenschweren Angriffs und Wagniskapital floss ungebremst in inhaltslose Projekte. All das veranlasste den Programmierer zum Ausstieg. Er übergab seine Entwicklungstätigkeiten an ein Team von Vertrauten und spendete seine gesamten Dogecoin-Bestände für wohltätige Zwecke, wie er in einem 2018 erschienenen Kommentar für “Vice” erzählt. Seitdem haben sich seine negativen Ansichten bezüglich des Krypto-Bereichs intensiviert.

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“Rechte, hyperkapitalistische Technologie”

Wenngleich Jackson Palmer schon lange die Blockchain-Entwicklertätigkeiten an den Nagel gehängt hat, so gibt er unter seinem Twitter-Handle @ummjackson ohne Unterlass seine kritische Sicht auf Krypto kund. Um die Frage, ob er jemals in den Kryptowährungsbereich zurückkehren würde, ein für alle Mal zu beantworten, sagte er 2021: “Nach jahrelangem Studium bin ich der Meinung, dass Kryptowährungen eine von Natur aus rechte, hyperkapitalistische Technologie sind, die in erster Linie dazu dient, den Reichtum ihrer Befürworter durch eine Kombination aus Steuervermeidung, verminderter Regulierungsaufsicht und künstlich erzwungener Knappheit zu vermehren.”

Trotz der behaupteten “Dezen­tra­li­sierung”, so Palmer, werde “die Kryptowährungsindustrie von einem mächtigen Kartell wohlhabender Figuren kontrolliert, die im Laufe der Zeit viele der gleichen Institutionen übernommen haben, die mit dem bestehenden zentralisierten Finanzsystem verbunden sind, das sie angeblich ersetzen wollen.”

Zu Papier beziehungsweise in einen zehnteiligen Twitter-Thread brachte Palmer diese Abrechnung mit dem Krypto-Space im Juli vergangenen Jahres – zwei Monate nachdem sein Krypto-Witz den astronomischen Wert von etwa 89 Milliarden US-Dollar erreichte.
Einen Monat später gab die Dogecoin Foundation ihre Neuformierung bekannt. Diesmal unter anderen mit dabei Krypto-­Größen wie Vitalik Buterin und ein Elon-Musk-Vertreter. Die selbst gesteckten Ziele der Dogecoin-Chefetage: die Weiterentwicklung der Dogecoin-Blockchain, der Support des Dogecoin-Ökosystems und die Stärkung der Community.

Aus Spaß wird Ernst

Gleichzeitig kann Tesla-Chef Musk es nicht lassen, auf die Vorzüge des Memecoins hinzuweisen – gar ein Dogecoin-finanzierter Weltraumflug seines Unternehmens SpaceX ist in Planung. Es wäre der erste Krypto-Weltraumflug überhaupt.

Aus Jackson Palmers Krypto-Witz, das ist nicht mehr von der Hand zu weisen, ist längst Ernst geworden. Und die Wagniskapitalgeber, die Reichen und Mächtigen, mit denen er noch im vergangenen Jahr abrechnete? Die sind längst Teil des DOGE-Ökosystems.

Witze macht der bodenständige Entwickler trotz alledem auch weiterhin: Die Crypto.com-Werbekampagne und deren Slogan “Fortune favors the brave” (das Glück begünstigt die Mutigen) dichtete Palmer jüngst in “Fortune favors the celebrities paid in US dollars” (das Glück begünstigt die Prominenten, die in US-Dollar bezahlt werden) um – einschließlich GIF des Crypto.com-Markenbotschafters Matt Damon, dessen Gesicht wohl den einen oder anderen Investoren zum Einstieg in den Markt bewegte.

Disclaimer: Der Artikel erschien bereits in der Juliausgabe des BTC-ECHO Magazins. Hier entlang zum Shop.

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