CBDC in Europa Deutsche Bundesbank diskutiert digitalen Euro
Alexander Leyde

von Alexander Leyde

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Schief gestapelte Euro-Münzen vor Europa-Flagge
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Sich anpassen, um glücklich zu bleiben – so hat Burkhard Balz Konfuzius zitiert, um die Überlegungen für eine mögliche digitale Zentralbankwährung (CBDC) zu rechtfertigen. Das Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank hat einige Fragen vorgestellt, die die Europäische Zentralbank als höchste Notenbank Europas beantworten muss.

Der Zentralbanker Balz hat in seiner am 20. Oktober online gehaltenen Rede zu CBDC (Central Bank Digital Currency) viele Fragen aufgeworfen. Dabei nahm er zuerst die COVID-19-Pandemie zum Anlass, über zumindest kurzfristige Änderungen der Zahlungsweisen in Europa zu reden. In Deutschland etwa zahlten im ersten Halbjahr 20 Prozent mehr Leute auf elektronischem Weg als noch im ersten Halbjahr 2019. In diesem Bereich des Privatsektors nehmen Zentralbanken nach Balz ebenfalls eine wichtige Rolle ein.


So kam der 51-Jährige schnell auf digitale Zentralbankwährungen zu sprechen. Bei der Entwicklung solcher CBDC liege die Europäische Union (EU) im Moment zwar noch weit zurück. Als Begründung führt Balz an, dass man erst wichtige Fragen kläre wolle, bevor man in Sachen CBDC auf europäischer Ebene tätig wird. Vorteile, Risiken, konkrete Gründe für die Einführung eines digitalen Euro und den Weg zum Ziel müsse man erst ergründen. Dabei dienten die Zentralbanken aber nur als Dienstleister. Die Entscheidung treffe letztlich die Politik, meint Balz.

CBDC zwischen Finanzen und Politik

Das Bundesbank-Vorstandsmitglied hat dabei auch vom geplanten Facebook Stable Coin Libra gesprochen. Das Unternehmen Facebook verspricht, durch die geplante Digitalwährung Zahlungen schneller und billiger zu machen. Zu dem Zeitpunkt der Projektvorstellung im Juni 2019 hatte man in Europa längst angefangen, sich mit CBDC auseinanderzusetzen. Die Frage, wann eine europäische digitale Währung notwendig sei, ist aber nicht leicht zu beantworten.

Die Hauptfrage, die es zu stellen gilt, lautet: Unter welchen Bedingungen könnte die Einführung einer CBDC oder eines digitaler Euro für die Öffentlichkeit wünschenswert werden?

Das führt Burkhard Balz in seiner Rede an.


Der Trend geht insgesamt in Richtung bargeldloses Zahlen. Sinkt die Nachfrage an Bargeld, so steigt die Bedeutung von Geschäftsbanken und anderen Zahlungsdienstleistern. Vertrauen in private Anleger wäre ein Imperativ, dem sich wohl nicht alle Bürger beugen wollen. Eine digitale Alternative zu Bargeld sei daher nur eine Lösung der Bundesbank beziehungsweise der Europäischen Zentralbank, impliziert Balz. Die EZB verspricht, dass eine Euro-CBDC nur komplementär wäre – zumindest, solange die Nachfrage nach Bargeld gegeben ist.

Digitale Umwälzungen erfordern Anpassung des Finanzsystems

Balz versteht die Aufgabe des freien Markts darin, Innovationen zu entwickeln. Die Aufgabe der Bundesbank sei dabei, die Interessen der Gesellschaft zu schützen. In ihrem Fall ist das die finanzielle und wirtschaftliche Souveränität, die sich dann auch auf die politische auswirkt. Daher sieht er die Einführung besonders ausländischer digitaler Währungen als eine Gefahr an. Stable Coins, die potenziell globale Ausmaße annehmen könnten, müssten daher umfangreich reguliert werden. Eine eigene CBDC ist daher eine Option von vielen, Flexibilität sei wichtig. Ein E-Euro auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) sei daher ebenfalls nur eine Möglichkeit. Ein Allheilmittel für Probleme sieht er darin ebenfalls nicht.

Tatsächlich haben die Bahamas am gleichen Tag ihre eigene CBDC gestartet. Der Sand Dollar ist nun die erste digitale Zentralbankwährung, die außerhalb eines Pilotprojekts Anwendung findet. Zwar ist der mittelamerikanische Inselstaat mit knapp einer halben Million Einwohner schwer mit Europa vergleichbar. Trotzdem könnte der Gebrauch der Währung Antworten auf Probleme liefern.


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