DeFi-Monitor DeFi 2.0: Die nächste Evolutionsstufe von Decentralized Finance?
Leon Waidmann

von Leon Waidmann

Am · Lesezeit: 4 Minuten

DeFi Change

Quelle: Shutterstock

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Die Innovation in der Decentralized Finance (DeFi) schreitet schnell voran. Nun ist die Rede von DeFi 2.0 – aber was genau ist damit gemeint?

Der Krypto-Space und insbesondere Decentralized Finance ist für sein enormes Entwicklungstempo bekannt. Einerseits können Dinge, die vor ein bis zwei Jahren noch relevant gewesen sind, von einem auf den anderen Tag bedeutungslos werden. Beispielsweise verschwanden Initial Coin Offerings (ICOs) nach dem Hype 2017 und 2018 fast gänzlich von der Bildfläche. Inzwischen führen sie nur noch ein Nischendasein. Andererseits können neue technologische Innovationen, wie zum Beispiel Liquidity Mining oder Non-fungible Token (NFT) im Rekordtempo gänzlich neue Industrien aus dem Boden stampfen.

Um diese enorme Entwicklungsdynamik zu veranschaulichen, reicht es aus, wenn man einen Blick auf die Entwicklung des Total Value Locked (TVL) in DeFi wirft – also das Geld, dass sich tatsächlich im DeFi-Space befindet.

DeFi Total Value Locked
Quelle: defillama.com/home

Seit Anfang des Jahres 2021 konnte der TVL von gerade einmal 22,27 auf zu Redaktionsschluss 217,38 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Gerade wenn man glaubt, vieles im DeFi-Sektor verstanden zu haben, bahnt sich aber in der Regel schon die nächste Innovation an. Derzeit zieht vor allem der Begriff DeFi 2.0 einiges an Aufmerksamkeit auf sich. Was genau hinter DeFi 2.0 steckt, wollen wir uns im Folgenden anschauen.

Neue Projekte wollen den DeFi-Space umkrempeln

Die DeFi 2.0 befindet sich derzeit noch in einer frühen Phase. Schon jetzt ist aber klar, dass eine Kernkomponente von DeFi 2.0 darin besteht, das Erschließen neuer Nutzer grundlegend zu verändern. Bislang setzten die meisten Projekte in Decentralized Finance auf Liquidity Mining als Lockmittel für neue User. Neue DeFi-Projekte hingegen (OlympusDAO, Fei Protocol oder Alchemix) experimentieren mit neuen Wegen, um Nutzer für ihre Plattform zu gewinnen.

Die neue Generation von DeFi-Projekten basiert auf der Idee der protokollgesteuerten Liquidität (PCV). Das bedeutet, dass sie Nutzer nicht direkt für das Bereitstellen von Liquidität belohnen. Im Gegenteil, die neuartigen DeFi-Protokolle versuchen, selbst Kapital für ihre Protokolle zu akquirieren.


Beim Liquidity Mining hingegen geben Protokolle ihre nativen Token den Usern im Austausch für die Hinterlegung von Vermögenswerten. Die Vermögenswerte wiederum verwenden sie, um den Tausch von Token, Lending, Borrowing oder anderen DeFi-Dienstleistungen anzubieten. Das grundlegende Problem ist dabei, dass die Projekte im Austausch für Kapital ihr Token-Angebot verwässern. Das heißt, Investoren kommen, um Token als Belohnung zu kassieren und ziehen ihr Kapital ab, sobald es andere profitablere Liquidity-Mining-Angebote gibt – keine Seltenheit in der Decentralized Finance. Auf Dauer ist das nicht nachhaltig und zusätzlich entsteht Verkaufsdruck auf den eigenen Token.

Was macht DeFi 2.0 anders?

OlympusDAO (OHM) will eine Alternative zu Liquidity Mining schaffen und erschafft eine Liquidität als Service Plattform. Das DeFi-Projekt bietet Liquiditätsanbietern einen Anreiz, ihre in einem Liquidity Pool befindliche Token (LP-Token) zu verkaufen. OlympusDAO bietet ihnen dafür OHM-Token zu einem günstigeren Kurs an. Diese OHM-Token können sich die LP-Token-Verkäufer über einen im Vorhinein festgelegten Zeitraum kontinuierlich ausbezahlen lassen. Durch diese Funktion soll verhindert werden, dass Verkäufer die ermäßigten Token alle auf einmal für einen schnellen Gewinn verkaufen.

Anstatt neu ausgegebene Token für vorübergehende Liquidität zu verwenden, krempelt OlympusDAO so das Liquidity-Mining-Modell um. Nutzer werden veranlasst, ihre Liquidität dauerhaft abzugeben und DeFi-Projekte müssen somit in der Theorie keine oder weniger Liqudity-Mining-Anreize bieten, da sie Liquidität bei OlympusDAO erwerben können.

Darüber hinaus kann OlympusDAO die gekauften LP-Token dazu verwenden, um aus Trading-Gebühren zusätzlich Einnahmen für das eigene Protokoll zu generieren oder diese an andere DeFi-Protokolle ausleihen – Liquidität als Service.

Bislang scheint der Service von OlympusDAO äußerst erfolgreich zu sein. Das DeFi 2.0 Projekt besitzt inzwischen über 99,7 Prozent von seinen Liqudity Pools auf SushiSwap selbst (knapp 90 Millionen US-Dollar). Zudem konnte der Kurs des OHM-Tokens innerhalb der letzten 30 Tagen um über 94 Prozent wachsen.


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