Kehrtwende des US-Finanzgiganten? Vanguard macht Pro-Bitcoin-Manager zum neuen CEO

Bitcoin und Vanguard, bisher war das keine Lovestory. Doch nun wird ein BTC-Sympathisant neuer CEO beim US-Finanzriesen. Was dahinter steckt.

Tobias Zander
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Vanguard

Beitragsbild: Shutterstock

| Die Ernennung des neuen CEOs könnte auf einen Bitcoin-Richtungswechsel hindeuten

Überraschende Neuigkeiten vom US-Finanzriesen Vanguard: Der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt ernennt den Bitcoin-freundlichen Salim Ramji zum neuen CEO. Ramji beaufsichtigte die Genehmigung und Einführung des Bitcoin ETFs von BlackRock, bevor er den Hauptrivalen von Vanguard im Januar verließ. Besonders brisant: Es ist das erste Mal, dass der Finanzdienstleister einen Außenstehenden zum Geschäftsführer macht. In der Krypto-Community schlägt die Meldung hohe Wellen, weil sie auf einen Richtungswechsel hindeuten könnte. Bisher vertrat Vanguard im Gegensatz zur Konkurrenz von BlackRock oder Fidelity eine deutliche Anti-Bitcoin-Haltung.

BlackRock, Vanguard und Fidelity sind die drei größten Vermögensverwalter der Welt I Quelle: SFWI

Vanguard hatte im Januar für Empörung gesorgt, weil das Unternehmen seinen Kunden den Zugang zum Bitcoin-ETF-Handel strikt verwehrte. Andere große US-Finanzinstitute wie JPMorgan oder Goldman Sachs zeigten sich ähnlich BTC-skeptisch, aber überließen ihren Kunden die Investmententscheidung. Tim Buckley, der Vanguard noch bis zum Jahresende leitet, warnte trotz Kritik hingegen wiederholt vor Bitcoin und riet davon ab, es in ein diversifiziertes Altersvorsorge-Portfolio zu inkludieren. Bei der Krypto-Leitwährung handelt es sich seiner Ansicht nach um ein bloßes Spekulationsobjekt ohne inneren Wert.

Springt Vanguard jetzt auf den Bitcoin-Zug auf?

Sein Nachfolger Salim Ramji äußerte sich bisher nicht zu einem möglichen BTC-Strategiewechsel bei seinem neuen Arbeitgeber. Im Juli 2023 erklärte er noch als BlackRock-Manager aber gegenüber Bloomberg TV: “Die Technologie, die Bitcoin und der Blockchain zugrunde liegt, ist etwas, von dem wir unglaublich begeistert sind.” Dass Vanguard mit seinem neuen CEO direkt in den Bitcoin-ETF-Wettbewerb einsteigen wird, gilt als recht unwahrscheinlich. Realistischer erscheint, dass den Kunden mittel- bis langfristig der Zugang zu den existierenden BTC-Indexfonds gewährt wird. Verschiedene ETF-Experten wie Eric Balchunas zeigen sich daher vorsichtig optimistisch.

Klar ist, dass Vanguard ein großartiges Geschäft verpasst. In die Bitcoin ETFs der Rivalen BlackRock und Fidelity sind binnen vier Monaten schon 15,5 respektive 8,2 Milliarden US-Dollar geflossen. Aufgrund des Einflusses von Vanguard-Gründer John Bogle dürfte eine BTC-Kehrtwende für Ramji dennoch kein leichtes Unterfangen werden. Zwei Jahre vor seinem Tod mahnte der 86-jährige Bogle im Herbst 2017, Bitcoin “wie die Pest” zu meiden. Das darf ihm altersbedingt verziehen werden, zumal er mit dem Indexfonds etwas Großes geschaffen hat. Doch die heutige Führungsriege sollte sich nicht krampfhaft an der Äußerung des Firmenpatriarchen festhalten. Anderenfalls schießt sich Vanguard selbst ins Aus. Mit der Wahl des neuen CEOs wurde nun zumindest ein positives Signal gesendet.

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