VanEck und Bitwise Blockchain ETF statt Bitcoin: Lohnen sich die neuen Indexfonds?
Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Frau schaut in eine Geschenkebox, was den Inhalt der Blockchain ETF symbolisieren soll.

Quelle: Shutterstock

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Auch Aktionäre können Krypto-Fans sein. Entsprechend können sich ETFs anbieten, die Aktienunternehmen aus der Krypto-Branche abbilden. Mit VanEck und Bitwise haben sich nun im Mai zwei Emittenten gefunden, die genau dies umgesetzt haben. Wie viel Krypto wirklich in den beiden ETFs steckt und worin sie sich unterscheiden.

Einige Antragsteller für einen Bitcoin ETF dürften sich an den Song der Rolling Stones “You Can’t Always Get What You Want” erinnert fühlen. Bislang ist noch kein Bitcoin-ETF-Antrag von der amerikanischen Wertpapieraufsicht SEC genehmigt worden. Um die Wartezeit etwas zu verkürzen und bereits heute ETFs mit Krypto-Bezug aufzusetzen, haben sich zwei neue Aktien beziehungsweise Blockchain ETFs diesen Mai auf den Markt gewagt. Einmal der VanEck Digital Assets Equity ETF (DAPP) und der Bitwise Crypto Industry Innovators ETF (BITQ). Anstatt Bitcoin verbriefen sie zahlreiche Unternehmen, die der Krypto-Branche nahestehen. Es handelt sich also um einen klassischen Aktien-ETF, den man im Gegensatz zum Kryptowährungs-ETF auch recht problemlos genehmigt bekommt.


Die Nachfrage schafft sich ihr Angebot

Es dürfte ein leichtes für die beiden Emittenten sein, in nur kürzester Zeit enorme Mittelzuflüsse zu verbuchen. Doch wie bei anderen ETFs zu besonders innovativen Themen stellt sich immer die Frage, was auch wirklich drin ist. So kommt es vor, dass verlockend klingende ETFs aufgesetzt werden, um eine Zukunftsbranche abzubilden, letztlich aber überwiegend Unternehmen der Old Economy im Fonds vorkommen. Oftmals fehlt es an ausreichend Diversifikation, sodass Unternehmen ihren Weg in den Fonds finden, die im Grunde nicht sonderlich viel mit der Thematik zu tun haben.

Wie viel Krypto steckt in den ETFs

Ab wann zählt ein Unternehmen als Krypto-Unternehmen? Während diese Frage bei einem ETF für Automobilzulieferer oder Lebensmittelproduzenten recht einfach zu beantworten ist, ist das bei dem Krypto-ETF nicht ganz der Fall. So findet man das Unternehmen MicroStrategy in beiden ETFs. Außer, dass es einen nicht unerheblichen Teil seiner Rücklagen in Bitcoin investiert hat, kann das Unternehmen bislang nicht wirklich einen geschäftlichen Bezug zur Krypto-Branche nachweisen. Gleiches gilt für das Unternehmen Tesla, das man im Bitwise ETF findet.

Darüber hinaus finden sich in beiden ETFs auch Grafikkartenhersteller. Mit Bezug auf das Krypto-Mining sind Positionen wie Nvidia oder Taiwan Semiconductor durchaus nachvollziehbar. Laut VanEck sollen die gelisteten Unternehmen mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes mit dem Digital-Asset-Geschäft machen. Bei den allermeisten Unternehmen dürfte dies problemlos erreicht werden. Allerdings ist bei einer Nivdia oder MicroStrategy dieser hohe Anteil nicht ganz nachzuvollziehen.

Gold-Analogie hilft

Wer in Gold oder andere Edelmetalle investieren möchte, der kann eben Gold kaufen oder aber Aktien von Unternehmen, die Gold fördern. Entsprechend haben auch Gold-Mining-Aktien-ETFs einen festen Platz im Portfolio einiger Goldinvestoren. Dieser Mining-Ansatz scheint auch bei den beiden ETFs verfangen zu haben. Ein nicht unerheblicher Teil der Unternehmen ist in der Bitcoin-Förderung etabliert. So findet man in beiden ETFs unter anderem die Mining-Unternehmen Marathon Digital Holdings, Riot Blockchain oder Bitfarms.

Bei bitcointreasuries.org abgeguckt?

Beide ETFs sprechen von einer hohen Quote an sogenannten “Pure Play” Unternehmen. Damit sind Unternehmen gemeint, die ihren Hauptgeschäftszweck rein in der anvisierten Branche, ergo der Krypto-Branche, haben. Durch einige Mining-Unternehmen, Börsen wie Coinbase oder Bitcoin Group sowie Krypto-Vermögensverwalter wie Galaxy Digital oder Voyager Digital erreichen beide ETFs diesen Anlagezweck. Wer eine hohe Korrelation zum Krypto-Sektor sucht, der wird mit beiden ETFs gut bedient.


Aufgrund der noch geringen Auswahl an reinen Krypto-Aktien-Unternehmen, die öffentlich an Börsen handelbar sind, erscheint die Auswahl geradezu simpel. Man könnte annehmen als hätten die ETF-Verantwortlichen aus Mangel an Alternativen einfach bei bitcointreasuries.org vorbeigeschaut und sich dort an den größten Positionen bedient. Auf bitcointreasuries.org werden die Unternehmen aufgelistet, die am meisten Bitcoin besitzen. Die Zusammensetzung beider ETFs, die sich grundsätzlich stark ähneln, ist bei dem überschaubaren Marktumfeld also alles andere als komplex oder divers.

Bitwise BITQ vs. VanEck Digital Assets Equity

Auch wenn sich beide ETFs in ihrer Zusammensetzung stark ähneln, gibt es dennoch kleinere Unterschiede. So ist der Bitwise ETF mit 30 Positionen etwas stärker diversifiziert als der VanEck ETF mit 26 Positionen. Auf der anderen Seite finden sich bei Bitwise dafür aber auch mehr Unternehmen, die etwas weniger “Pure Play” sind. So findet man im BITQ beispielsweise auch die CME Group oder Signature Bank. Beide Unternehmen bieten zwar auch Krypto-Dienstleistungen an, allerdings in einem vergleichsweise eher geringen Umfang gemessen am Gesamtumsatz.

Die Kosten sind bei beiden ETFs erwartungsgemäß im Rahmen, auch wenn der VanEck (TER 0,65 %) hier etwas besser abschneidet als der Bitwise ETF (TER 0,85 %). Vergleicht man die Konzentration auf die Top 10 Holdings im Vergleich zum Gesamtportfolio, dann dürfte der Unterschied zu vernachlässigen sein. So machen bei VanEck die 10 größten Positionen gemeinsam 61,8 Prozent am Gesamtportfolio aus, während bei Bitwise eine leicht höhere Konzentration mit 63,5 Prozent gegeben ist.

Für deutsche Investoren gibt es allerdings noch ein Unterscheidungsmerkmal, das nicht zu vernachlässigen ist. Während der VanEck ETF bei mehreren deutschen Börsen gelistet ist und über die meisten Broker-Anbieter problemlos erworben werden dürfte, ist dies bei dem BITQ nicht der Fall. Der Bitwise ETF scheint vorerst nur für den amerikanischen Markt angedacht und findet sich gegenwärtig nur an der NYSE Arca. Für deutsche Investoren könnte es also nicht ganz leicht sein, an den Bitwise ETF zu gelangen.

Die Alternative: Invesco Elwood Global Blockchain ETF

Wer nach einer weiteren Blockchain-ETF-Alternative zum VanECK ETF Ausschau hält, der könnte auch mit dem Invesco Elwood Global Blockchain ETF einen guten Kandidaten finden. Der ETF lässt sich bei den meisten deutschen Börsen handeln und ist bereits seit März 2019 am Markt. Mit 50 Positionen ist dieser ETF sogar noch breiter gestreut als die genannten Vorgänger. Verhältnismäßig gering fällt daher auch die Konzentration mit knapp unter 40 Prozent auf die Top 10 Holdings aus. Durchaus beeindruckend ist auch das Fondsvolumen von über einer Milliarde US-Dollar.

Es handelt sich hierbei lediglich um die persönliche Meinung des Autors. Es wird keinerlei Anlageberatung sowie Kauf- oder Verkaufsempfehlung gegeben.


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