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Gesamtmarktanalyse Bitcoin und Co.: US-Zinsanhebung schüttelt den Krypto-Markt durch

Bitcoin (BTC) und der restliche Kryptomarkt muss sich der anhaltenden Schwäche des klassischen Finanzmarktes beugen und korrigiert nach der Fed-Zinsentscheidung auf neue Wochentiefstkurse.

Stefan Lübeck
 |  Lesezeit: 5 Minuten
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Bitcoin-Münze

Beitragsbild: Shutterstock

| Bitcoins anhaltende Kursschwäche wirkt sich weiterhin bearish auf den Kryptomarkt aus.

Der Kryptomarkt kann sich weiterhin nicht nachhaltig erholen. Immer wieder sorgen neue Hiobsbotschaften aus dem klassischen Finanzmarkt für erneute Abverkäufe an den weltweiten Aktienmärkten. Wegen der anhaltend hohen Korrelation mit dem Technologie-Index Nasdaq100 können sich Bitcoin und Co. weiterhin nicht nachhaltig aus dem Würgegriff des klassischen Marktes befreien. Die Geldpolitik der US-Notenbank Fed, deren Ziel es ist, die Inflation mit allen Mitteln unter Kontrolle zu bekommen, wirkt weiterhin wie Schuhe aus Blei auf sämtliche Märkte.

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Notenbanken geben den Takt vor

Dass die Fed den Leitzins erneut um 75 Basispunkte auf nun 3,25 Prozent angehoben hat und gleichsam ihr Zinsziel von 4,6 Prozent für das kommende Jahr bekräftigte, sorgte am gestrigen Mittwochabend abermals für eine breitflächige Korrektur bei sämtlichen Anlageklassen. Der US-Dollar Index (DXY) stieg in der Folge erneut auf ein frisches Jahreshoch – absolutes Gift für den Kryptomarkt. Auch dass die US-Notenbank das sogenannte “quantative Tightening” weiter forciert und dem Markt nun zukünftig rund 60 Mrd. US-Dollar monatlich entzogen werden, sind keine guten News für risikoreiche Anlagesektoren.

Hype um The Merge scheint kurzfristig verflogen

Der “Merge” bei Ethereum (ETH) kann zumindest kurzfristig ebenfalls keine bullishen Impulse liefern. Vielmehr scheinen Investoren auf breiter Front Gewinne mitgenommen zu haben. Ebenso scheint der Hype um die Proof-of-Work (POW) basierten Kryptowährungen wie Ethereum Classic (ETC) und Ravencoin (RVN) schon wieder verflogen zu sein. Beide Kryptowährungen, in den Vorwochen noch unter den stärksten Kurs-Performern, gehörten in den letzten sieben Handelstagen zu den größten Verlierern. Eine der wenigen Lichtblicke ist in dieser Woche die Kursentwicklung von Ripple (XRP). Der Kurs der fünftgrößten Kryptowährung kann sich der Marktschwäche entziehen und gegen den Trend um 30 Prozent zulegen. Hingegen scheint sich das heute begonnene Vasil-Upgrade bei Cardano nicht positiv auf den ADA-Kurs auszuwirken. Das bearishe Marktumfeld ließ auch die Gesamtmarktkapitalisierung mit 878 Mrd. US-Dollar auf ein neues 50-Tage-Tief abrutschen.          

 

Kursanalyse Gesamtmarktkapitalisierung 22.09.22
Gesamtmarktkapitalisierung auf Basis von Werten von Cryptocap dargestellt.

Kursentwicklungen der Top-10 Altcoins

  • Ein Blick auf die Kursentwicklung bei den Top-10 Altcoins zeichnet ein bearishes Bild. Mit Ausnahme von Ripple verlieren alle anderen großen Kryptowährungen im Wochenvergleich teils deutlich an Wert.
  • Die lange Liste der Verlierer wird angeführt von Ethereum (ETH) mit 22 Prozent Kurseinbruch.
  • Ebenfalls zweistellig im Wert korrigieren Shiba Inu (SHIB) mit 13 Prozent sowie Polkadot (DOT) mit 12 Prozent Kursrückgang.
  • Hingegen weisen Solana (SOL) und Cardano (ADA) mit gut sechs Prozent Kursminus einen ähnlich hohen Abschlag wie die Krypto-Leitwährung Bitcoin auf.
  • Verhältnismäßig gut aus der Affäre ziehen sich Dogecoin (DOGE) sowie der Wiederaufsteiger in die Top-10, Tron (TRX), mit jeweils nur rund drei Prozent Wertkorrektur.

Stabilität der Top-10

  • Trotz einer anhaltenden Stärke des US-Dollar sowie weltweiten Leitzinsanpassungen, kann sich Bitcoin noch verhältnismäßig gut behaupten.
  • Da auch die BTC-Dominanz momentan zwischen 40 und 41 Prozent versucht einen Boden auszubilden, dürfte Bitcoin bei einer erneuten Zunahme seiner Marktmacht in den kommenden Wochen den Altcoin-Sektor outperformen.
  • Problematischer ist hier unverändert das geringe Handelsvolumen der Krypto-Leitwährung zu bewerten. Jegliche Kursanstiege weisen keinen Anstieg der Umsätze auf, was einen Befreiungsschlag zusätzlich erschwert.

Vieles hängt an der Performance des klassischen Finanzmarktes

  • Sollten die klassischen Aktienindizes Nasdaq100 und S&P500 auch in den kommenden Tagen weiter nachgeben, wird dieses den Kryptomarkt nicht unberührt lassen.
  • Werden in den US-Aktienmärkten neue Jahrestiefs ausgebildet, ist auch bei Bitcoin mit dem Rückfall unter seinen bisherigen Tiefstkurs in 2022 zu rechnen.
  • Bitcoin muss zwingend versuchen, den Bereich um 18.000 USD nicht aufzugeben. Auf der Oberseite gilt es für die Bullen zunächst die Marke von 20.000 USD zurückzuerobern, um im nächsten Schritt den Widerstand bei 20.800 USD anzuvisieren.
  • Mit Blick auf die Rangliste der Top-10 Altcoins findet sich eine Platzveränderung. Polygon (MATIC) muss nach einem 15 Prozent Kursrücksetzer Platz für Tron (TRX) machen, welcher nun zurück auf Rang 10 angestiegen ist.

Gewinner und Verlierer der Woche

  • Die erneute Kursschwäche von Bitcoin und insbesondere der zweitgrößten Kryptowährung Ethereum wirkte sich zuletzt deutlich negativ auf die Kursentwicklung der Top-100 Altcoins aus.
  • Lediglich 15 der 100 größten Kryptowährungen weist im Wochenvergleich ein Kursplus auf.
  • Angeführt wird die kurze Liste der Outperformer von Ripple mit 30 Prozent Kursanstieg, gefolgt von dem Fußball-Token Chiliz (CHZ) mit 27 Prozent.
  • Ebenfalls zweistellig zulegen kann Algorand (ALGO) mit 20 Prozent Wertanstieg. Chiliz wie auch Algorand profitieren vom zunehmenden Interesse an Fußball-NFTs wenige Wochen vor Start der Fussball Weltmeisterschaft in Katar.
  • Auch Apecoin (APE) profitiert aktuell von der Einführung des Stakings und gewinnt 14 Prozent hinzu.

Nach dem Merge startete der Abverkauf

  • Die lange Liste der Wochenverlierer wird angeführt von Ravencoin mit 44 Prozent Kurseinbruch, gefolgt von Ethereum Classic mit 28 Prozent.
  • Diesen beiden POW-Coins folgen mit Rocket Pool (RPL) und Lido Staked Ether (LDO) zwei Ethereum Staking-Anbieter. Dieser Kursabschlag darf in Anbetracht des Kursrücksetzers bei Ethereum jedoch nicht verwundern.
  • Insgesamt verlieren rund 40 der 85 Kursverlierer in den letzten sieben Handelstagen zweistellig an Wert.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss: 1,00 Euro.

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