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"Äußerst beunruhigend" Neue Studie stellt Bitcoin miserables Ökozeugnis aus

Ein Dollar in Bitcoin verursacht 35 Cent an Klimaschäden, die CO₂-Emissionen sind um das 126-fache gestiegen und nur 39 Prozent des Mining-Stromverbrauchs stammen aus erneuerbaren Energien: Neue Forschungsergebnisse stellen Bitcoin ein ernüchterndes Ökozeugnis aus.

Moritz Draht
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Bitcoin Mining

Beitragsbild: Shutterstock

| Einmal mehr wird die Ökobilanz der Kryptowährung Nummer 1 mit der Note "Ungenügend" bewertet.

Die Klimadebatte um Bitcoin hat durch eine Studie der Universität von New Mexico neuen Sprengstoff bekommen. Wissenschaftler haben die Umweltbilanz von Mining anhand bestimmter Nachhaltigkeitskriterien untersucht. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Woher kommt die Energie?

Auslöser für die Dauerkritik an der Bitcoin-Ökobilanz ist der über die letzten Jahre gestiegene Energieverbrauch. Ursache dafür ist das stromintensive Mining, bei dem Blöcke an die Blockchain geheftet und neue Bitcoin “geschürft” werden. Problematisch dabei sind die verwendeten Energiequellen und der dadurch bedingte Ausstoß von CO₂.

Bitcoin-Lobbyisten argumentieren zwar, dass der Anteil erneuerbarer Energien gestiegen sei. Laut Bitcoin Mining Council soll er bereits bei 58 Prozent liegen. Dem widersprechen die Ergebnisse der Studie aber.

Klimaschäden durch Mining steigen

Die Kernthese: Die durch Bitcoin verursachten Klimaschäden haben in den letzten Jahren nicht abgenommen, sondern zugenommen. “Wir haben keine Beweise dafür gefunden, dass das Bitcoin-Mining im Laufe der Zeit nachhaltiger wird”, so Benjamin A. Jones von der Universität von New Mexico. “Unsere Ergebnisse legen eher das Gegenteil nahe: Das Bitcoin-Mining wird mit der Zeit immer schmutziger und klimaschädlicher. Kurz gesagt, der ökologische Fußabdruck von Bitcoin bewegt sich in die falsche Richtung.”

Der Studie zufolge stamme der Großteil des Stroms aus Kohle und Erdgas – rund 61 Prozent. Nur 39 Prozent kommen demnach aus erneuerbaren Energien. “Dies verursacht enorme Mengen an Luftverschmutzung und Kohlenstoffemissionen, was sich negativ auf unser globales Klima und unsere Gesundheit auswirkt”, so Jones.

Was Bitcoin die Umwelt kostet

Der Anstieg der für das Mining aufgebrachten Energie habe auch die CO₂-Emissionen über die Jahre deutlich steigen lassen. 2016 sei ein Bitcoin noch im Schnitt für 0,9 Tonnen CO₂ verantwortlich gewesen. 2021 soll es bereits das 126-fache gewesen sein: 113 Tonnen CO₂-Emissionen für jeden geminten Bitcoin.

Die Forscher rechnen die damit verbundenen Umweltschäden vor: Durchschnittlich verursache jeder geschaffene US-Dollar in Bitcoin 35 Cent an globalen Klimaschäden. Teilweise sollen die durch Klimaschäden verursachten Kosten den durch Mining erzeugten Gegenwert in Bitcoin sogar überstiegen haben.

Der Höchststand sei im Mai 2020 erreicht worden: 156 Prozent – sprich: jeder in diesem Monat geminte US-Dollar an BTC-Marktwert habe 1,56 US-Dollar “an globalen Klimaschäden” verursacht. “Wir haben mehrere Fälle zwischen 2016 und 2021 gefunden, in denen Bitcoin dem Klima mehr schadet, als ein einzelner Bitcoin tatsächlich wert ist”, erklärt Jones. Insgesamt belaufen sich die Klimaschäden zwischen 2016 und 2021 auf zwölf Milliarden US-Dollar, so die Studie.

Vergleichbar mit Rindfleisch?

Vergleicht man die Klimaschäden mit anderen Gütern, falle Bitcoin “in die Kategorie anderer energieintensiver oder stark verschmutzender Rohstoffe”. Etwa Rindfleisch, Erdgas oder Benzin. Auch gegen physisches Gold soll das digitale Pendant schlechter abschneiden: Zwischen 2016 und 2021 lagen die durchschnittlichen Klimaschäden von Bitcoin laut Studie 8,75-mal höher als bei dem Edelmetall.

Die Ergebnisse dürften in der Bitcoin-Community für hitzige Diskussionen sorgen. Studien wie diese sind immer wieder Anstoß für Proof-of-Work-Verbotsdebatten. Dabei ist die empirische Faktenlage nach wie vor dünn, auch die Wissenschaftler bedienen sich an Schätzwerten. Solange die Forschung auf Annahmen und Vermutungen beruht, dürfte der ökologische Fußabdruck von Bitcoin auch weiterhin für Sprengstoff sorgen.

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