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Lieber in den USA oder in Kasachstan? Mit Compass Mining den eigenen Bitcoin ASIC Miner betreiben

Auch aufgrund der hohen Strompreise und Anschaffungskosten für entsprechende Geräte lohnt sich Bitcoin Mining lange nicht mehr überall – geschweige denn ist es legal. Compass Mining macht es möglich, den eigenen ASIC Miner irgendwo auf der Welt zu betreiben und sich die günstigsten Konditionen auszusuchen.

Nicola Hahn
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Bitcoin Mining

Beitragsbild: Picture Alliance

Die Zeiten, in denen man als halbwegs versierter Techie nebenbei etwas Bitcoin schürfen konnte, sind längst vorbei. Mittlerweile lohnt es sich wirtschaftlich kaum noch, Bitcoin mit herkömmlichen Grafikkarten zu minen – die Branche ist erwachsen geworden. Professionelle Mining-Unternehmen schürfen in riesigen Anlagen rund um die Uhr digitales Gold und werden teilweise mit mehr als einer Milliarde US-Dollar an der Börse bewertet. Wie profitabel das Bitcoin-Schürfen tatsächlich ist, lässt sich dabei oft nur im Ansatz erahnen.

Für alle, die sich für Bitcoin-Mining interessieren das digitale Schürfen nicht gänzlich den Großkonzernen überlassen möchten, gibt es jedoch auch heute noch eine interessante Möglichkeit: Compass Mining.

Was macht Bitcoin Compass Mining?

“Now everyone can mine bitcoin”, so der Website-Slogan des Unternehmens Compass Mining. Das Unternehmen mit Sitz in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware versteht sich als Marktplatz, der Privatanleger:innen mit Hosting-Anbieter:innen und Minern, die die entsprechende Hardware besitzen, zusammenbringt.

Das funktioniert so: Compass versucht Deals mit Hosting-Anbietern abzuschließen, die freie Räumlichkeiten (oft größere Lagerhallen) für Bitcoin-Mining bereitstellen könnten, so wie hier:

Der Großteil der aufgeführten Räumlichkeiten (Mining Facilities) befindet sich dabei in Nordamerika, aber auch Russland oder Island sind darunter zu finden. Bei jedem Host ist ein entsprechender Hosting Price (Betriebskosten) sowie die Nachhaltigkeit der benutzten Energieart angegeben. Die meisten der angegebenen Hosts stellen dabei eine Gebühr von ca. 0,060 bis 0,065 US-Dollar je Kilowattstunde in Rechnung. Laut Angaben des Unternehmens fallen darunter neben den Standgebühren auch die Wartungskosten des Asic Miners. Ganz schön günstig: Im April 2022 zahlt man in Deutschland im Schnitt 40,82 Eurocent je Kilowattstunde.

Die Erklärung liegt auf der Hand: Zum einen haben diese Betreiber günstige Unternehmenskonditionen mit den entsprechenden Stromversorgern und befinden sich zudem meist in Regionen mit günstiger, überschüssiger Energie.

Was ist der Unterschied zum Bitcoin Cloud-Mining?

Im Gegensatz zum sogenannten Cloud Mining besitzt man als Compass-Mining-Nutzer:in den ASIC Miner, der die Bitcoin schürft, tatsächlich selbst – und zwar auch physisch. Zudem kann man sich selbst einen Ort in einer gewünschten Jurisdiktion aussuchen, in der man seinen ASIC Miner betreiben (lassen) möchte. Das Gerät kann man dabei jederzeit wieder zurückverkaufen. Die Mining Rewards werden anschließend auf die eigene Bitcoin Wallet ausgezahlt.

Einer der Top-Miner ist der sogenannte Bitmain Antminer S19j Pro mit 100 Th/s (Terrahashes pro Sekunde). Dieser wird auch von den meisten professionellen Minern genutzt.

Auf der Webseite ASIC Miner Value kann man einige Rechnungen anstellen. Ein herkömmlicher ASIC-Miner kostet derzeit bei Compass circa 12.200 US-Dollar (Stand: 7. Februar 2022). Bei einem Strompreis von aufgerundet 0,070 US-Dollar je Kilowattstunde hätte man laut Berechnungen der Website einen Profit von rund 6.000 US-Dollar im Jahr:

Profitabilität
Quelle: ASIC Miner Value

Dies ändert sich natürlich, je nachdem wie gerade der Bitcoin-Kurs steht. Während des Bitcoin-Allzeithochs Anfang November 2021 hätte der ASIC-Miner so rund 40 US-Dollar pro Tag erwirtschaftet. Auf das Jahr gerechnet wären das circa 12.700 US-Dollar. Abzüglich der Strom- und Instandhaltungskosten bliebe so ein Netto-Gewinn von rund 10.900 Dollar (Anschaffungskosten nicht miteinbezogen).

Den höchsten Profit erwirtschaftet man also vor allem bei einem hohen Bitcoin-Kurs und einer relativ gesehen niedrigen Hashrate. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn es Engpässe bei der Produktion von Mining-Geräten gibt, was in Zeiten von hoher Nachfrage und Lieferengpässen bei Halbleitern schonmal schnell der Fall sein kann.

Zurück zu unserem kleinen Rechenbeispiel. Wie man sieht, würde sich hier eine Investition bei einem aktuellen Bitcoin-Kurs von 42.000 Dollar in circa zwei Jahren ausgezahlt haben. Geht man allerdings von steigenden Bitcoin-Preisen aus, so amortisiert sich die Investition schon deutlich schneller. Wer also geschürfte BTC behält, anstatt sie gleich zu veräußern, kann hier noch Spekulationsgewinne mitnehmen.

Natürlich stellt sich abschließend auch die Frage, wie lange ein solcher ASIC-Miner tatsächlich einsatzfähig ist. Auf Internetforen ist häufig die Rede von circa drei bis vier Jahren – manchmal auch länger. Gleichzeitig darf auch das Risiko, dass der Bitcoin-Kurs die derzeitigen 42.000 US-Dollar nicht hält, nicht vergessen werden.

Interessante Investitionsmöglichkeit mit Risiken

Im oben aufgeführten Rechenbeispiel käme bei einem entsprechend hohen Bitcoin-Kurs schon schnell eine beträchtliche Rendite zusammen – sofern der Bitcoin Miner die Zeit überdauert, die er schürfen muss, um die Investition zurück zu erwirtschaften. Natürlich ist eine solche Investition nicht risikolos. Folgende Punkte sollte man daher auf dem Schirm haben:

  1. Wer Bitcoin schon länger verfolgt, weiß, wie volatil der Kurs sein kann. Da letztendlich die Profitabilität des Miners vom Bitcoin-Kurs abhängt, ist dies schonmal als ein erhebliches Risiko einzustufen.

2. Zum anderen ist man natürlich gewissermaßen abhängig vom Host. Sollte sich ein Standort dazu entschließen, dichtzumachen, so wäre man gezwungen, den Miner verlegen zu lassen. Ein Paradebeispiel dazu wäre China. Die Behörden hatten im Jahr 2021 beschlossen, das Mining komplett zu verbieten. Infolgedessen mussten tausende Miner quasi über Nacht die Zelte abbrechen und ihren Standort verlegen. Viele flüchteten nach Kasachstan oder in die USA. Die globale Hashrate erholte sich jedoch schnell wieder.

3. Rund 12.000 Dollar sind eine hohe Anfangsinvestition, die man in einen ASIC-Miner stecken muss, um überhaupt teilnehmen zu können. Wer allerdings das nötige Kleingeld mitbringt, der kann jedoch theoretisch sein Risiko auf mehrere Standorte diversifizieren und wäre dadurch nicht von einem Host bzw. einem Land abhängig.

4. Zudem sollte man sich vor diversen Scams in Acht nehmen. Compass Mining ist mittlerweile schon länger im Markt aktiv und hat sich als seriöser Anbieter herauskristallisiert.

Wer dennoch nicht das nötige Kleingeld übrig hat, und dennoch am Mining teilnehmen möchte, der sollte sich vielleicht lieber in Richtung Mining Pools und Cloud Mining umschauen.

Disclaimer

Dieser Artikel erschien bereits im Februar dieses Jahres. Für die erneute Veröffentlichung wurde er überprüft und entsprechend angepasst.

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