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Angst vor dem Abverkauf Was passiert mit den Mt.Gox-Bitcoin?

Ende August soll mit der Auszahlung der treuhänderisch verwalteten Mt.Gox-Bitcoin begonnen werden. Droht ein weiterer Abverkauf am BTC-Markt?

David Scheider
 |  Lesezeit: 3 Minuten
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Mt.Gox

Beitragsbild: Shutterstock

| Sorgen um einen Bitcoin-Kursverfall in der Folge der zurückgezahlten Mt.Gox-BTC kursieren seit geraumer Zeit im Krypto-Space.

Reißt die Ausgabe der Mt.Gox-Bitcoin den Kurs des digitalen Goldes abermals ins Minus? Mit Blick auf die Sachlage kann man sagen: eher nicht. Aber der Reihe nach.

Bereits in wenigen Tagen dürfte der Mt.Gox-Treuhänder Nobuaki Kobayashi damit beginnen, die 137.000 BTC, die seine Kanzlei treuhänderisch verwaltet, auszubezahlen. Der Krypto-Sektor wäre nicht der Krypto-Sektor, wenn er daraus nicht sofort alarmistische Nachrichten wie den folgenden Tweet stricken würde.

Tatsächlich war auf “Bitcoin Twitter” so einiges los. Schließlich geht aus dem letzten offiziellen Schreiben der Anwaltskanzlei aus Tokio hervor, dass sie “Ende August dieses Jahres” mit den Auszahlungen beginnen würde. In dem Schreiben heißt es:

Nach Gesprächen mit dem Gericht und in Übereinstimmung mit dem Rehabilitationsplan plant der Treuhänder, die Abtretung usw. festzulegen. Bezugszeitraum für die Beschränkung von etwa Ende August dieses Jahres bis zum Abschluss aller oder eines Teils der Rückzahlungen, die als erste Rückzahlungen geleistet wurden, für sichere Rückzahlungen festzulegen.

So mancher Marktbeobachter liest darin eine Art Hiobsbotschaft, dass Kobayashi BTC im Wert von 2,74 Milliarden US-Dollar an den Mann oder die Frau bringt. Diese, so das nächste Glied in der gewagten Argumentationskette, würden sodann auf einen Schlag auf den Markt geworfen. Schließlich stammen die Coins aus der Mt.Gox-Pleite von 2014. Der Bitcoin-Kurs hat sich seither etwa vervierzigfacht und so mancher Geschädigter findet so zu später Genugtuung. Dem hodlnden Anwaltsbüro sei Dank.

Sorgen vor Abverkauf unbegründet

Doch die Sorgen vor einer Abverkaufswelle seien unbegründet. So argumentiert etwa Finanzexperte Danny Devan, dass Kobayashi sicher nicht alle Coins auf einmal herausgeben wird.

Es gibt so viele falsche Informationen, die auf Twitter kursieren, also lasst uns etwas aufklären. Mt.Gox wird morgen nicht ALLE 137.000 Bitcoin freigeben. Das Unternehmen beginnt morgen mit dem Rückzahlungsprozess, sodass die Gläubiger ihre Bitcoin erhalten. Der gesamte Prozess wird Monate dauern!

Danny Devan auf Twitter.

Bisher sieht es indes so aus, als würde bis Ende August überhaupt nichts mehr passieren. Schließlich hat sich seit Juni 2018 kein einziger Satoshi von der Wallet der Kanzlei bewegt, wie ein Blick auf die Datenlage zeigt.

Wann die Coins letztlich an ihre rechtmäßige Besitzer:innen zurückfließen, ist aktuell noch nicht abzuschätzen. Und selbst wenn ein Großteil der BTC auf dem Markt landen, kann dieser die zusätzliche Liquidität locker verkraften. Schließlich handeln Anleger täglich Bitcoin zwischen 20 und 30 Milliarden US-Dollar.

Wer Ansprüche an verlorenen BTC geltend machen will, kann sich auf der Website der Kanzlei eintragen.

In den Anfangstagen von Bitcoin war Mt.Gox die marktbeherrschende Exchange. 2014 fiel die Börse einem Hack zum Opfer, bei dem 850.000 Bitcoin abhandenkamen. Insgesamt 137.000 Coins konnte man aber ausfindig machen – seither verwaltet die Anwaltskanzlei von Kobayashi die Insolvenzmasse des Unternehmens. Mehr dazu findest du in unserer Academy.

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