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Alles nur geklaut? Mathematikprofessor erhebt Vorwürfe gegen Libra

Libra soll sich bei seiner Grundstruktur stark von einem Projekt namens Digital Trade Coin inspirieren lassen haben. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des MIT unterstellt dem Facebook Coin Ähnlichkeiten zu seiner Kopfgeburt, die kein Zufall sein könnten.

Christopher Klee
 |  Lesezeit: 2 Minuten
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Beitragsbild: Shutterstock

Strg c, Strg v: Fertig ist das Grundkonzept der neuen „Kryptowährung“ von Facebook. Zumindest wenn es nach den Vorwürfen geht, die der FinTech-Experte und MIT-Alumni Alexander Lipton in Richtung Libra schießt. Gegenüber dem Krypto-Magazin Coindesk unterstellt er Libra, einige Passagen aus einem von ihm und zwei weiteren Forschern veröffentlichten Paper wörtlich übernommen zu haben – freilich ohne Angabe der Quelle:

[…] Ich kann ihnen sagen, dass die eigentliche Struktur von Libra ziemlich wörtlich dem Paper entnommen wurde, das Sandy Pentland, Thomas Hardjono und ich letztes Jahr veröffentlicht haben.

Die Arbeit, auf die Lipton sich bezieht, handelt von einem Projekt names Digital Trade Coin (DTC). Sie wurde vergangenes Jahr im Journal Open Science der Royal Society veröffentlicht.

Libra: Wie Digital Trade Coin, nur anders

Zu den hervorstechenden Parallelen zwischen Libra und DTC gehören vor allem zweierlei. Zum einen der Umstand, dass auch der DTC seine Wertstabilität mittels einer Deckung durch einen „Korb“ diverser Assets behalten sollte. Anders als Libra, bei dem dieser Korb aus diversen Fiatwährungen sowie Staatsanleihen bestehen soll, erwägten Lipton und seine Kollegen eine Deckung durch Assets wie Öl, Agrarerzeugnisse, Gold und andere Metalle. So heißt es im DTC-Paper im Wortlaut:

So können Sponsoren je nach ihren Ressourcen und Fähigkeiten beispielsweise Öl, Gold, Basismetalle und landwirtschaftliche Rohstoffe beitragen. Da die Lagerung bedeutender Mengen davon schwierig und kostspielig ist, ist es natürlich, Sicherheiten zu verwenden, die sich bereits im Lager befinden, was die gelagerten Rohstoffe wirtschaftlich produktiv macht.

Auch in Sachen Governance soll Libra starke Ähnlichkeit zum Konzept von DTC aufweisen. So soll auch der DTC von einem Konsortium gemanagt werden:

Eine Gemeinschaft von Sponsoren bildet ein Konsortium, das nach einem vereinbarten Governance-Modell arbeitet, das die rechtlichen, geschäftlichen und technischen Betriebsregeln der Mitglieder des Konsortiums festlegt. Im Wesentlichen ist das Konsortium ein Netzwerk von Sponsoren, die am DTC-Ökosystem teilnehmen,

kann man dem „White Paper“ zum Digital Trade Coin entnehmen.

Ein Jahr nach dessen Veröffentlichung können sich die Autoren Seitenhiebe auf Libra nicht verkneifen.

Trotz aller Kritik ist das technische Design von Libra jedoch wirklich recht gut… zumindest denken wir das, da wir unsere Version vor einem Jahr veröffentlicht haben,

heißt es einem Beitrag, der am 18. Juli auf der Website des MIT Media Lab erschienen ist.

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