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Realistisch? 5 Thesen für das Krypto-Jahr 2022

Das turbulente Krypto-Jahr 2021 neigt sich dem Ende, sodass sich die Frage stellt, was uns im kommenden Jahr alles erwarten könnte. Zum Jahresabschluss daher fünf mehr oder weniger gewagte Thesen für das Jahr 2022.

Sven Wagenknecht
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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Eine Hand ist zu sehen, die die 5 Krypto-Thesen symbolisiert

Quelle: Shutterstock

Das Jahr 2021 steht unter anderem für einen NFT-Boom, ein Krypto-Verbot in China, die Bitcoin-Einführung in El Salvador und nicht zuletzt das Zauberwort Metaverse. Krypto-Enthusiasten und Investoren mögen sich daher nun die Frage stellen, welche Ereignisse im Jahr 2022 den Krypto-Sektor dominieren werden. Nachfolgend fünf Thesen, die einen großen Einfluss auf die Krypto-Adoption nehmen könnten.

1) Bitcoin-Einführung in El Salvador macht Schule

Über kaum ein anderes Thema haben wir bei BTC-ECHO so ausführlich berichtet, wie über die Einführung von Bitcoin als Landeswährung in El Salvador. So riskant das Unterfangen auch sein mochte, dürften die Chancen die Risiken letztendlich überwiegen. Gerade wirtschaftlich schwache Länder – ohne stabile Währung und ausgebaute Finanzinfrastruktur – können überproportional von Kryptowährungen profitieren. In Kombination mit einem staatlichen Förderprogramm und entsprechendem Standortmarketing sind Wohlfahrtsgewinne bei gleichzeitigem Schuldenabbau realistisch darstellbar – stabile Bitcoin-Kursentwicklung vorausgesetzt.

Andere lateinamerikanische Nationen, die mit vergleichbaren wirtschaftlichen und finanzpolitischen Herausforderungen zu kämpfen haben wie El Salvador, denken bereits über eine Bitcoin-Einführung nach. Die Chancen stehen daher gut, dass in 2022 weitere Länder folgen werden. Die drei heißesten Kandidaten wären: Paraguay, Panama und Argentinien.

2) Tokenisierte Aktien für Deutschland

Die Blockchain-Strategie der alten Bundesregierung hatte bereits 2019 vorgesehen, dass nicht nur Schuldverschreibungen im Sinne von Fremdkapital tokenisiert werden sollen, sondern auch Aktien, ergo Eigenkapital. In erwartbar kleinen Schritten konnte Deutschland im Juni 2021 einen Teilerfolg verbuchen und mit dem eWpG einen ersten Rechtsrahmen für tokenisierte Schuldverschreibungen auf den Weg bringen. Die neue Bundesregierung spricht sich dafür aus nun den nächsten Schritt zu gehen und Aktien in tokenform zu ermöglichen. Mit einer krypto-freundlichen FDP im Finanz-, Justiz- sowie Digitalministerium stehen die Chancen gut, dass im nächsten Jahr etwas mehr Geschwindigkeit auf den notwendigen Gesetzgebungsprozess kommt. Für den Finanz- und Krypto-Standort Deutschland wäre das im internationalen Wettbewerb ein wichtiger Schritt.

3) China führt digitalen Renminbi final ein

In China testet man schon seit einigen Monaten den digitalen Renminbi. In einigen Regionen ist die Währung bereits zu einer Standard-Bezahlmöglichkeit avanciert. Die chinesische Regierung plant nun pünktlich zu den Olympischen Spielen im Februar 2022 den digitalen Yuan vollends einzuführen. Selbst, wenn sich der Start etwas verzögern sollte, ist fest damit zu rechnen, dass im nächsten Jahr die zweitgrößte Volkswirtschaft eine tokenisierte Fiatwährung zum Bezahlen nutzt.

4) PayPal und Meta bringen eigenen Stablecoin heraus

Schon seit 2019 arbeitet Meta, ehemals Facebook, offiziell an einem eigenen Stablecoin – bislang erfolglos. Genau wie der Konzern im Hintergrund hat sich die vermeintlich unabhängige Stablecoin-Organisation Libra umbenannt und heißt nun Diem. In der Außenkommunikation setzt man im Hause Meta daher eher auf die eigene Wallet Novi. Diese kommt auch bereits bei WhatsApp zum Einsatz kommt. Seit kurzem kann man über den Messengerdienst via dem Stablecoin Pax (USDP) Geld hin und her schicken. Dass im nächsten Schritt jetzt auch ein eigener Stablecoin herausgegeben wird, erscheint damit immer wahrscheinlicher. Zumal dieser auch im Metaverse von Meta sinnvoll zum Einsatz kommen könnte.

Weniger im medialen Fokus, aber sicherlich auch ein geeigneter Kandidat für einen Stablecoin, wäre PayPal. Für kaum ein anderes Unternehmen wäre ein eigener Stablecoin naheliegender als für das weltumspannende Zahlungsnetzwerk. Schließlich konnte dieses bereits den Markt für langwierige Banküberweisungen disruptieren und verfügt selbst über verschiedene Krypto-Dienstleistungen. Ein eigener Stablecoin würde nicht nur das Angebot komplementieren, sondern auch die eigenen Marktanteile absichern.

5) Nike und Adidas bringen inverse NFTs in den Mainstream

Seit längerem schon befasst sich Nike mit den Möglichkeiten von NFTs. Offiziell ist bislang allerdings kaum etwas bekannt. Der erste Patentantrag zu ihren Krypto-Ambitionen, genauer gesagt Cryptokicks, erschien schon im Jahr 2019. Nun im November sind weitere Patentanträge von Nike eingegangen, die virtuelle Kleidung zum Schwerpunkt haben. Mit der massiven Adoption von NFTs im Marken- und Lifestyleumfeld erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich Nike nicht mehr länger zurückhält.

Dafür spricht auch der Erwerb von RTFKT, einer NFT Designagentur, dessen Transaktion im Dezember stattgefunden hat. Vor einigen Monaten hatte RTFKT bereits inverse NFT für Sneaker entwickelt. Dabei erhalten Käufer zu ihrem NFT im Anschluss auch das physische Pendant zugeschickt. Auch Konkurrent Adidas wagt sich mit seinem Einstieg ins Metaverse (Sandbox), einer eigenen NFT-Kollektion und seiner neuen Kooperation mit Coinbase in den Krypto-Sektor vor. Die Chancen, dass wir im Jahr 2022 NFTs zu unseren Nike- und Adidas-Sportschuhen erhalten, stehen damit alles andere als schlecht.

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