Sommerpause vorbei? 5 Gründe, warum Bitcoin noch in diesem Jahr sein Allzeithoch knackt
Sven Wagenknecht

von Sven Wagenknecht

Am · Lesezeit: 5 Minuten

Bitcoin Münze auf einer Dartscheibe

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Das im Nachgang dementierte Gerücht, dass Amazon bald Bitcoin akzeptiert, hat den Krypto-Markt nach wochenlanger Sommerpause wieder zum Leben erweckt. So irrelevant die News im Nachgang auch sein mag, zeigt sie, dass der Markt nach kurstreibenden News durstet. Welche Gründe dafür sprechen, dass der Bitcoin-Kurs in diesem Jahr noch sein Allzeithoch von Mai 2021 knacken wird.

Nach den Corona-Lockdown-Monaten haben die meisten Menschen besseres zu tun, als ihr Geld in Vermögenswerte wie Bitcoin anzulegen. Stattdessen stehen Restaurantbesuche, Urlaube und Shoppingtouren auf der To-do-Liste – statt Investitionen, steht der Konsum wieder an erster Stelle. Natürlich ist das keinesfalls der alleinige Grund für die entbehrungsreichen Wochen am Krypto-Markt, aber zumindest ein einzelner Einflussfaktor neben vielen. Dass es bald wieder ganz anders aussehen könnte, ergo Bitcoin wieder in den Rallye-Modus schaltet, dafür gibt es gute Gründe:


1. News ohne Wirkungen

Nach den zahlreichen schlechten News im Mai, Juni und Juli reagiert der Krypto-Markt immer weniger auf die aktuellen Geschehnisse. Dass China hart gegen Krypto-Mining vorgeht und auch die Regulierung aller Staaten kein Spaziergang für den Krypto-Sektor wird, dürfte inzwischen vollends eingepreist sein. Auch die wenigen positiven News, wie zum Beispiel die Anerkennung von BTC als Landeswährung in El Salvador, konnten kaum noch Reaktionen am Markt auslösen. Das Amazon-Gerücht war seit Wochen die erste positive Nachricht, die es geschafft hat, die Kurse – zumindest kurzfristig – gen Norden zu treiben.

Die letzten Wochen hat der Markt vor allem Ferien gemacht und Stabilität ausgebildet, die notwendig für die nächste Rallye ist. Spätestens im Herbst dürfte diese Konsolidierungsphase dann ihr Ende gefunden haben. Denn eines sollte jedem bewusst sein: Die schlechten News sind langfristig gesehen sogar positiv zu bewerten. Die chinesische Mining-Zentralisierung geht zurück, durch höhere Regulierungsstandards können institutionelle Investoren eher in Kryptowährungen investieren und durch die Klima-Debatte um Bitcoin wird das Mining schneller “grün”, als ohne den Druck von außen. Was die Kurse im Mai zum Einstürzen gebracht hat, sorgt zukünftig für eine nachhaltige Etablierung von Bitcoin.  

2. Wall Street macht keine Ferien

So sehr der Krypto-Markt noch in der Hand der Privatpersonen ist, arbeiten Investmentbanken, Hedgefonds etc. daran, dass sich das bald ändert. Auch nach Einbruch der Kurse im Mai halten die institutionellen Akteure weiter an ihren Krypto-Expansionsplänen fest. Allein im Juli wurde bekannt, dass J.P. Morgan, Goldman Sachs und Bank of America ihre Krypto-Dienstleistungen für ihre Kunden signifikant ausbauen. So können beispielsweise die J.P.-Morgan-Berater ihren Kunden Bitcoin und Ethereum Indexprodukte anbieten.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass einige Vermögensverwalter den Dip genutzt haben, um nachzukaufen. Hier wäre unter anderem der bekannte ETF-Aufleger ARK Invest zu nennen. Auch rüstet man personalmäßig massiv auf. Eine Tochter vom Investment-Riesen Fidelity möchte für ihre Digital-Assets-Abteilung bis zu 100 neue Mitarbeiter einstellen. Zwar machen sich diese Entwicklungen nicht von heute auf morgen bemerkbar, sehr wohl legen sie aber den Grundstein, um neue Gelder für den Krypto-Sektor zu gewinnen.


3. Der Bitcoin-Aufwertungsdruck nimmt zu: Stock-to-Flow am Ende?

Das Stock-to-Flow-Modell (S2F) hat in der Bitcoin-Geschichte sehr gut die Kursentwicklung vorhersagen können. In Krypto-Kreisen klammern sich viele an der bullishen Prognosekraft des Modells fest. Nun scheint das S2F-Modell allerdings kurz vor dem Aus zu sein. Schließlich sollte Bitcoin bei rund 90.000 US-Dollar liegen – und nicht bei weniger als der Hälfte, wie es aktuell der Fall ist. Sollte das Modell vom Erschaffer “Plan B” doch Recht behalten, dann müsste spätestens im Herbst eine rasante Rallye starten. Andernfalls müsste man das ursprüngliche S2F-Modell als gescheitert ansehen.

4. Mit Milliarden zur Massenadoption

Zwar mag das manch Krypto-Enthusiast nicht nachvollziehen können, doch ist der Krypto-Markt, insbesondere wenn es um weiterführende Anwendungen wie Staking oder Lending geht, für die meisten Menschen ein Buch mit sieben Siegeln. Wenn mehr Geld in den Krypto-Markt fließen soll, dann müssen die Angebote noch einfacher und massentauglicher werden.

Genau hier sieht es aber ebenfalls sehr vielversprechend aus. In den letzten Wochen kam es zu beeindruckenden Fundings. So hat das Stablecoin-Unternehmen Circle Ende Mai 440 Millionen US-Dollar eingesammelt oder Fireblocks diese Woche 310 Millionen US-Dollar. Zudem gab im Juli auch das Unternehmen Square von Twitter-Gründer Jack Dorsey bekannt, Wallet- und DeFi-Anwendungen zu bauen, die die Massenadoption fördern dürften. In keinem anderen Jahr gab es mehr Finanzierungen dieser Größenordnungen für Krypto-Unternehmen – und dabei befinden wir uns noch mitten im Jahr 2021. Die vielen Milliarden US-Dollar, die aktuell in die Krypto-Weiterentwicklung investiert werden, werden sich in den nächsten Monaten in einem besseren Produktangebot und höhere Attraktivität des Krypto-Sektors niederschlagen.

5. Inflation und Bitcoin

Auch wenn die aktuell anziehende Inflation dem Krypto-Sektor eher schadet als nützt, da Risiko-Assets in Erwartung steigender Zinsen abgestraft werden, darf man nicht die gesellschaftliche Stimmung außer Acht lassen. Während die Vermögensinflation der letzten Jahre viele Menschen nicht tangiert hat, ändert sich das nun bei den stark steigenden Verbraucherpreisen, die man nun auch an der Ladentheke spürt. Mehr denn je wird den Menschen bewusst, wie ihre Geldwerte Jahr für Jahr dahinschmelzen. Entsprechend wird das Bitcoin-Narrativ des Inflationsschutzes weiter gestärkt. Mehr und mehr Anleger, insbesondere konservative, die sich bislang noch nicht getraut haben, dürften gezwungenermaßen eine immer größere Offenheit gegenüber Kryptowährungen in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln.


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